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feinschwarzMaximilian Lakitsch

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Maximilian Lakitsch

Über die Komplizenschaft von Frieden und Gewalt

Veröffentlichung:1.5.2026

Die europäische Friedenstradition von Augustinus bis zur Moderne legitimiert institutionalisierte Gewaltkonzentration als Mittel zur Friedenssicherung – ein konzeptuelles Paradoxon, das postkoloniale Perspektiven und alternative Friedensverständigungen erfordert.

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Der Artikel untersucht die konzeptuellen Grundlagen der westlichen Friedensidee und deckt ein strukturelles Paradoxon auf: Während zeitgenössische globale Konflikte (Ukraine, Gaza, Venezuela) zeigen, dass militärische Macht in der internationalen Politik dominiert, verlieren Friedensmissionen der UN und anderer Organisationen an Legitimität und Wirksamkeit. Dies wirft eine fundamentale Frage auf: Warum sollte man an Frieden festhalten, wenn dieser offenbar nicht realisierbar ist? Der Autor zeigt, dass diese Krise nicht neu, sondern in der europäischen intellektuellen Tradition selbst begründet liegt. Seit dem Heiligen Augustinus wird Frieden als das Gegenteil von Gewalt konzeptualisiert – als Zustand harmonischer Ordnung, der durch die Beseitigung von Unordnung erreicht wird. Diese Logik wird durch Thomas Hobbes, Jean-Jacques Rousseau und John Locke fortentwickelt: Sie legitimieren die Konzentration von Macht und Gewalt in starken zentralisierten Autoritäten als notwendiges Mittel zur Gewaltvermeidung. Frieden wird zur säkularen Heilsgeschichte, bei der alle Mittel den Zweck rechtfertigen. Diese Konstruktion verankert sich ontologisch im cartesianischen Substanzdualismus, der das „befreite Subjekt" zum Universal-Standard erklärt und damit die Unterwerfung von Mensch und Natur unter willkürliche, eurozentrische Ordnungsprinzipien epistemologisch rechtfertigt. Die Aufklärung und Moderne sind damit untrennbar mit Kolonialismus und Ausbeutung verbunden. Der Artikel deutet an, dass alternative Friedenskonzepte notwendig sind, die den gelebten Realitäten ursprünglicher Bevölkerungen Aufmerksamkeit schenken.

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