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Österreichisches Religionspädagogisches FORUMChristian Feichtinger

Österreichisches Religionspädagogisches FORUM,

Christian Feichtinger

Zorn. Ekel. Ethik

Veröffentlichung:1.2.2018

In juengerer Zeit wird die Bedeutung von Emotionen fuer moralische Entscheidungen und ethische Bildung verstaerkt beruecksichtigt. Weniger im Fokus ist der Einfluss von negativen Emotionen wie Zorn oder Ekel, die mit der Erfahrung von moralischem Fehlverhalten einhergehen. Der Artikel stellt dar, welche Rolle Zorn und Ekel im Zusammenhang mit moralischen Urteilen spielen und reflektiert Zugaenge, wie die Auseinandersetzung mit solchen negativen Emotionen als Teil ethischer Bildungsprozesse in der Schule initiiert werden kann.

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Christian Feichtinger betritt mit seinem Beitrag religionspaedagogisches Neuland, indem er die Rolle negativer moralischer Emotionen - insbesondere Zorn und Ekel - fuer ethische Bildungsprozesse untersucht. Waehrend in der Religionspaedagogik und Ethikdidaktik in den letzten Jahren zunehmend die Bedeutung von Emotionen fuer moralisches Urteilen anerkannt wurde, lag der Schwerpunkt bisher vorwiegend auf positiven Emotionen wie Mitgefuehl und Empathie. Feichtinger verschiebt den Fokus: Er zeigt auf Basis der Moralpsychologie, dass auch negative Emotionen wie Zorn und Ekel zentrale Funktionen im moralischen Urteilsprozess uebernehmen. Zorn tritt auf, wenn Gerechtigkeit verletzt wird und Rechte missachtet werden; Ekel signalisiert moralische Uebertretungen und Grenzverletzungen. Beide Emotionen sind keine irrationalen Stoerfaktoren, sondern liefern moralisch relevante Informationen. Der Beitrag reflektiert anschliessend, wie die paedagogische Auseinandersetzung mit negativen Emotionen im schulischen Unterricht gestaltet werden kann. Dabei geht es nicht darum, Zorn oder Ekel unreflektiert zu verstaerken, sondern SchuelerlnnenInnen dazu zu befaehigen, ihre emotionalen Reaktionen wahrzunehmen, zu hinterfragen und in moralische Urteile zu integrieren. Feichtinger entwickelt damit einen Ansatz ethischer Bildung, der Vernunft und Emotion als komplementaere Dimensionen moralischer Kompetenz versteht.

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