Georg Ritzer fragt, was Religionsunterricht tatsächlich leistet, und stützt sich dabei auf eine eigene Längsschnittstudie (982 Schüler/innen, 72 Klassen, Schuljahr 2006/07). Ergebnis: Auf der Wissensebene sind überzufällige Steigerungen nachweisbar, auf der Einstellungs- und Verhaltensebene hingegen nicht. Als Reaktion entwirft Ritzer ein integrierendes Kompetenzmodell. Formal unterscheidet es vier Cluster: Interesse (stabile intrinsische Motivation), Wissen (Orientierungswissen), Interrelation (kritisches In-Beziehung-Setzen nach Schillebeeckx) und Habitus (habituelle Kompetenz, langfristiges Bildungsziel, aber nicht verlässlich durch Unterricht erreichbar). Material entfaltet das Modell drei Kompetenzdimensionen: religiöse Sinnkompetenz (Bezugsreligion, existenzielle Fragen), religiöse Pluralitätsfähigkeit (Umgang mit anderen Religionen, Toleranz, interreligiöses Lernen) sowie ethisch-moralische Kompetenz (Begründungsmodelle, Urteilsfähigkeit). Evidenzbasiert zentral sind Interesse, Wissen und Interrelation. Der Titel ‚Kleine Brötchen backen' steht programmatisch für realistischere Zielformulierungen, die das Fachprofil schärfen und Lehrpersonen entlasten.