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Evangelische Landeskirche Württemberg

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Maria Magdalena wird geheilt und geht mit Jesus

Veröffentlichung:17.2.2021

Das Medium „Maria Magdalena wird geheilt und geht mit Jesus“ ist eine zweiteilige Bilderfolge, die die Heilung Maria Magdalenas durch Jesus und ihre anschließende Entscheidung zur Nachfolge Jesu veranschaulicht. Im Mittelpunkt steht Maria Magdalena, die unter Trauer, Schmerzen und einer Krankheit leidet, die von ihren Mitmenschen als Besessenheit durch sieben böse Geister gedeutet wird. Durch ihre Begegnung mit Jesus erfährt Maria Gottes bedingungslose Liebe und wird geheilt. Aus dieser Erfahrung heraus entscheidet sie sich, Jesus zu begleiten und gemeinsam mit ihm die Botschaft von Gottes Liebe zu verkünden. Das Medium verbindet eine kurze, leicht verständliche Erzählung mit sechs farbigen Bildern, die von den Lernenden in die richtige Reihenfolge gebracht werden müssen. Ergänzend unterstützen vorgegebene Symbole für Trauer, Schmerzen, böse Geister, Gott, Liebe und Heilung das Verständnis der Geschichte. Durch das Ausschneiden, Ordnen, Gestalten und Nacherzählen der Bilderfolge setzen sich die Lernenden aktiv mit der biblischen Person Maria Magdalena und der Bedeutung ihrer Begegnung mit Jesus auseinander.

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Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht in der Grundschule sowie für Lerngruppen mit unterschiedlichen sprachlichen und kognitiven Lernvoraussetzungen. Es ermöglicht einen anschaulichen und handlungsorientierten Zugang zur Person Maria Magdalena und eröffnet zugleich eine vertiefte Auseinandersetzung mit zentralen Themen des christlichen Glaubens wie Heilung, Gottesliebe, Vertrauen, Hoffnung, Gemeinschaft und Nachfolge Jesu. Die Bilderfolge verdeutlicht, wie die Begegnung mit Jesus das Leben eines Menschen grundlegend verändern kann. Dabei steht nicht allein das Heilungswunder im Mittelpunkt, sondern insbesondere die Erfahrung, von Jesus wahrgenommen, angenommen und wertgeschätzt zu werden. Die Lernenden können erkennen, dass Jesus Menschen unabhängig von ihrer Lebenssituation mit Liebe und Zuwendung begegnet und ihnen neue Lebensperspektiven eröffnet.

Als Einstieg in die Unterrichtsstunde bietet sich eine gemeinsame Betrachtung der ersten Szene oder ein Gespräch über Gefühle wie Traurigkeit, Angst, Einsamkeit und Hoffnung an. Die Lernenden können beschreiben, wie es einem Menschen geht, der Schmerzen hat oder sich ausgeschlossen fühlt, und überlegen, was ihm in einer solchen Situation helfen könnte. Auf diese Weise werden Verbindungen zwischen der Lebenswelt der Lernenden und der Situation Maria Magdalenas hergestellt. Anschließend wird die Erzählung vorgelesen oder gemeinsam gelesen. Dabei sollten unbekannte Begriffe erläutert werden. Insbesondere die Vorstellung von den sieben bösen Geistern bedarf einer behutsamen religionspädagogischen Einordnung. Den Lernenden sollte vermittelt werden, dass Menschen zur Zeit Jesu Krankheiten und seelische Belastungen teilweise anders erklärten als heute. Die Erzählung beschreibt Maria als einen Menschen, der leidet und durch die Begegnung mit Jesus neue Hoffnung und Lebensfreude gewinnt. Dabei ist darauf zu achten, dass Krankheiten nicht als Ausdruck persönlicher Schuld oder mangelnden Glaubens verstanden werden und Heilung nicht als grundsätzlich erwartbare Folge des Glaubens dargestellt wird.

In der anschließenden Erarbeitungsphase erhalten die Lernenden die beiden Arbeitsblätter und beschäftigen sich zunächst mit den einzelnen Bildern. Sie betrachten die dargestellten Personen, deren Körperhaltung und die jeweiligen Gesprächssituationen. Danach schneiden sie die sechs Bilder aus, ordnen sie entsprechend dem Handlungsverlauf und versehen sie mit den passenden Zahlen. Die geordneten Bilder werden in das Heft geklebt. Diese Tätigkeit fördert das genaue Beobachten, das Erkennen zeitlicher und inhaltlicher Zusammenhänge sowie das Verständnis narrativer Strukturen. Zugleich ermöglicht die praktische Gestaltung einen Zugang zur Geschichte, der über das reine Lesen hinausgeht. Lernende mit Unterstützungsbedarf können die Bilder zunächst gemeinsam mit einer Lernpartnerin oder einem Lernpartner ordnen oder sich an einzelnen Schlüsselwörtern und Gesprächsaussagen orientieren.

Eine besondere Bedeutung kommt der symbolgestützten Gestaltung zu. Die Lernenden übertragen die vorgegebenen Zeichen für Trauer, Schmerzen, böse Geister, Gott, Liebe und Heilung in die entsprechenden Sprechblasen und Gefühlsfelder. Dadurch werden abstrakte religiöse und emotionale Begriffe mit einfachen visuellen Darstellungen verbunden. Die Symbole dienen als Orientierungshilfe und erleichtern insbesondere Lernenden mit eingeschränkter Lesekompetenz oder sprachlichen Schwierigkeiten das Erfassen und Wiedergeben der Handlung. Die grauen Gefühlsfelder können genutzt werden, um Marias anfängliches Leiden bewusst wahrzunehmen und die Veränderung ihrer Lebenssituation im Verlauf der Geschichte zu besprechen. Im Unterrichtsgespräch kann gemeinsam überlegt werden, welche Gefühle Maria vor der Begegnung mit Jesus erlebt und wie sich ihre Wahrnehmung von sich selbst und ihrer Zukunft anschließend verändert.

Im nächsten Schritt erzählen die Lernenden die Geschichte mithilfe ihrer geordneten Bilder und der eingetragenen Symbole nach. Dies kann zunächst in Partnerarbeit und anschließend im gemeinsamen Unterrichtsgespräch erfolgen. Die Bilder bieten eine visuelle Erzählhilfe, die das freie Sprechen unterstützt und den Lernenden Sicherheit bei der Wiedergabe des Handlungsverlaufs vermittelt. Zur Differenzierung können einzelne Lernende die Geschichte anhand kurzer Sätze wiedergeben, während sprachlich sicherere Lernende die Gefühle und Gedanken Maria Magdalenas ausführlicher beschreiben oder zusätzliche Dialoge zwischen Maria, Susanna und Jesus formulieren. Ebenso können die Lernenden einzelne Szenen in einem Standbild oder kurzen Rollenspiel darstellen. Dadurch werden Perspektivübernahme, Empathiefähigkeit und das Verständnis der zwischenmenschlichen Beziehungen gefördert.

Für die religionspädagogische Vertiefung empfiehlt sich ein Gespräch über die Bedeutung der Worte Jesu „Gut, dass du da bist. Gott hat dich lieb.“ Diese Aussage bildet einen zentralen Zugang zur christlichen Vorstellung von der bedingungslosen Liebe Gottes. Die Lernenden können darüber nachdenken, weshalb diese Worte für Maria besonders wichtig sind und welche Wirkung es haben kann, wenn ein Mensch erfährt, dass er angenommen und wertgeschätzt wird. Darüber hinaus lässt sich thematisieren, warum Maria nach ihrer Heilung beschließt, Jesus zu begleiten. Dabei wird deutlich, dass Maria Magdalena nicht nur als geheilte Frau, sondern auch als eigenständige und bedeutende Nachfolgerin Jesu wahrgenommen werden kann. Ihre Entscheidung zur Nachfolge verdeutlicht, dass die Erfahrung von Gottes Liebe Menschen dazu ermutigen kann, selbst Verantwortung zu übernehmen und diese Liebe weiterzugeben.

Eine weiterführende Unterrichtsphase kann die Bedeutung Maria Magdalenas innerhalb der Gemeinschaft Jesu aufgreifen. Hier bietet sich eine Verbindung zu ihrer Rolle als Zeugin der Auferstehung Jesu an. Die Lernenden erfahren dadurch, dass Maria Magdalena eine wichtige Gestalt der biblischen Überlieferung ist und ihre Geschichte nicht mit der Heilung endet. Zugleich kann herausgearbeitet werden, dass Frauen zur Gemeinschaft Jesu gehörten und an der Weitergabe seiner Botschaft beteiligt waren. Die vorliegende Bilderfolge ist dabei als kindgerechte erzählerische Ausgestaltung zu verstehen. Die biblischen Texte berichten von der Befreiung Maria Magdalenas von sieben Dämonen und ihrer Zugehörigkeit zur Nachfolgegemeinschaft Jesu, schildern jedoch keine ausführliche Begegnung mit den im Material dargestellten Dialogen. Diese Unterscheidung zwischen biblischer Überlieferung und erzählerischer Gestaltung kann je nach Alter und Lernvoraussetzungen der Lerngruppe thematisiert werden.

Zum Abschluss der Unterrichtseinheit können die Lernenden die für sie wichtigste Szene auswählen und begründen, weshalb diese eine besondere Bedeutung besitzt. Alternativ können sie einen Gedanken oder ein Gefühl Maria Magdalenas in einer Sprechblase festhalten oder einen Satz darüber formulieren, was Maria durch ihre Begegnung mit Jesus erfahren hat. Auf diese Weise werden die zentralen Aussagen der Geschichte gesichert und mit persönlichen Vorstellungen von Liebe, Vertrauen, Hoffnung und Gemeinschaft verknüpft. Insgesamt bietet das Medium vielfältige Möglichkeiten für einen differenzierten, sprachfördernden und handlungsorientierten Religionsunterricht. Die Verbindung von Text, Bild, Symbolen und eigenständiger Gestaltung unterstützt sowohl das inhaltliche Verständnis der biblischen Erzählung als auch die Entwicklung religiöser Ausdrucksfähigkeit und die persönliche Auseinandersetzung mit der christlichen Botschaft.

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