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Fachverband Ethik Baden Württemberg

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Dietmar Mieth: Diktatur der Gene

Veröffentlichung:1.1.2001

Der Textauszug aus Dietmar Mieths Werk „Die Diktatur der Gene“ beschäftigt sich mit der Bedeutung christlicher und theologischer Vorstellungen für ethische Fragen der modernen Biomedizin und Humangenetik. Mieth macht deutlich, dass religiöse Überzeugungen ethische Argumente nicht ersetzen sollen. Vielmehr können sie Menschen für moralische Probleme sensibilisieren und ethische Überlegungen anregen. Am Beispiel des Embryonenschutzes erläutert Mieth die Gottebenbildlichkeit des Menschen als theologischen Bezugspunkt für Menschenwürde und Personsein. In der Diskussion über das Klonen verweist er auf die Bedeutung menschlicher Diversität und verbindet diese mit dem biblischen Schöpfungsgedanken. Als weitere zentrale Motive nennt Mieth die Endlichkeit und Geschöpflichkeit des Menschen sowie die besondere Berücksichtigung seiner Verletzlichkeit. Gerade Menschen, die sich nicht selbst vertreten oder schützen können, benötigen nach Mieth besondere Aufmerksamkeit. Insgesamt entwickelt der Text damit vier theologische Motive für die bioethische Diskussion: Gottebenbildlichkeit, Diversität, Endlichkeit und Verletzlichkeit. Diese Motive liefern nach Mieth keine fertigen ethischen Begründungen, können ethische Reflexion aber anregen, vertiefen und für gefährdete Menschen sensibilisieren.

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Der Text eignet sich besonders für den Religionsunterricht in Klasse 10 im Zusammenhang mit Fragen nach Menschenwürde, Menschenbild, Verantwortung, Schöpfung, medizinischer Ethik und dem Verhältnis von Religion und moderner Wissenschaft. Er ermöglicht den Lernenden, eine grundlegende Frage religiöser Ethik zu untersuchen: Welche Bedeutung können religiöse Überzeugungen in einer pluralen Gesellschaft für die Beurteilung moderner biomedizinischer Möglichkeiten besitzen? Dabei ist Mieths Unterscheidung zwischen theologischer Inspiration und ethischer Begründung von besonderer didaktischer Bedeutung. Die Lernenden können erkennen, dass Mieth theologische Aussagen nicht einfach als allgemeingültige Verbote versteht. Religiöse Motive können vielmehr auf Probleme aufmerksam machen, während ethische Urteile zusätzlich durch nachvollziehbare Argumente begründet werden müssen.

Für die Erschließung des anspruchsvollen Textes empfiehlt sich eine schrittweise Textarbeit. Zunächst können die Lernenden zentrale Begriffe markieren und unbekannte Begriffe wie Gottebenbildlichkeit, Diversität, Kontingenz, Instrumentalisierung und Vulnerabilität klären. Anschließend bietet es sich an, die vier theologischen Motive Gottebenbildlichkeit, Diversität, Endlichkeit und Verletzlichkeit unterschiedlichen Textabschnitten zuzuordnen. Die Lernenden können zu jedem Motiv festhalten, welche religiöse Vorstellung zugrunde liegt, auf welches bioethische Problem Mieth sie bezieht und welche ethische Bedeutung daraus entsteht. Dadurch wird die komplexe Argumentation übersichtlich strukturiert.

Besondere Aufmerksamkeit sollte der Aussage gelten, dass theologische Motive ethische Argumente inspirieren, aber nicht ersetzen. Die Lernenden können diese Unterscheidung zunächst mit eigenen Worten erklären und anschließend auf konkrete Beispiele anwenden. Bei der Gottebenbildlichkeit wäre etwa zu untersuchen, warum die religiöse Aussage von der Ebenbildlichkeit Gottes für gläubige Menschen eine besondere Bedeutung besitzt, in einer gesellschaftlichen Diskussion aber zusätzlich begründet werden muss, warum menschliches Leben Würde und Schutz verdient. Damit lässt sich zugleich das Verhältnis von religiöser Überzeugung und allgemein nachvollziehbarer ethischer Argumentation thematisieren.

Das Motiv der Diversität bietet einen geeigneten Zugang zur Auseinandersetzung mit dem Klonen. Die Lernenden können zunächst Mieths Interpretation der Erzählung vom Turmbau zu Babel untersuchen und anschließend diskutieren, warum Vielfalt aus seiner Perspektive einen positiven Wert besitzt. Daran kann das von Mieth angeführte Argument der Nichtinstrumentalisierung angeschlossen werden. Hier bietet sich eine Verbindung zur Vorstellung an, dass ein Mensch niemals ausschließlich als Mittel für die Zwecke anderer behandelt werden darf. An einem Gedankenexperiment zum reproduktiven Klonen können die Lernenden prüfen, welche Probleme entstehen, wenn ein Mensch gezielt nach den Vorstellungen und Absichten anderer Menschen erzeugt würde. Dabei sollte zugleich herausgearbeitet werden, dass genetische Gleichheit nicht mit einer vollständigen Gleichheit zweier Personen gleichgesetzt werden kann.

Das Motiv der Endlichkeit ermöglicht eine vertiefende anthropologische Auseinandersetzung. Die Lernenden können überlegen, ob Krankheit, Fehlerfähigkeit, Alter und Tod ausschließlich als technische Probleme betrachtet werden sollten, die möglichst vollständig überwunden werden müssen. Mieths Verständnis der Geschöpflichkeit stellt dieser Vorstellung ein Menschenbild gegenüber, das Begrenztheit als Bestandteil menschlicher Existenz versteht. Methodisch eignet sich hierzu eine strukturierte Diskussion, in der unterschiedliche Positionen zur technischen Verbesserung des Menschen formuliert und anhand vorher festgelegter Kriterien geprüft werden.

Die von Mieth hervorgehobene Verletzlichkeit eignet sich besonders für einen lebensweltlichen Zugang. An Fallbeispielen aus Medizin und Forschung können die Lernenden untersuchen, warum Kinder, Menschen mit schweren Erkrankungen oder Menschen, die ihre Interessen nicht selbst vertreten können, besonderen Schutz benötigen. Der im Text erwähnte Nürnberger Kodex ermöglicht zusätzlich einen historischen Bezug und verdeutlicht, dass medizinethische Regeln auch aus Erfahrungen mit konkretem Unrecht hervorgegangen sind. Dabei kann diskutiert werden, welche Bedeutung Grenzen und Tabus für den Schutz verletzlicher Menschen besitzen und unter welchen Voraussetzungen solche Grenzen ethisch gerechtfertigt werden können.

Als Abschluss der Unterrichtsarbeit bietet sich eine strukturierte Urteilsbildung an. Die Lernenden können beispielsweise die Frage bearbeiten, ob alles medizinisch und technisch Machbare auch umgesetzt werden sollte. Dabei sollen sie zunächst unterschiedliche Argumente sammeln, diese nach religiösen und philosophisch ethischen Begründungen unterscheiden und anschließend ein eigenes Sachurteil sowie ein begründetes Werturteil formulieren. Auf diese Weise fördert das Medium neben der Wahrnehmungsfähigkeit und Deutungskompetenz besonders die Argumentationsfähigkeit und Urteilskompetenz. Zugleich erfahren die Lernenden Religion nicht nur als Sammlung von Glaubensaussagen, sondern als mögliche Ressource für die Auseinandersetzung mit aktuellen ethischen Herausforderungen.


Prüfungsfragen für eine Klausur in Klasse 10 mit Musterantworten


Aufgabe 1: Beschreiben Sie, welche Bedeutung die christliche Religion nach Dietmar Mieth für die Auseinandersetzung mit ethischen Problemen besitzt.

Musterantwort:

Nach Mieth kann die christliche Religion dabei helfen, ethische Probleme überhaupt wahrzunehmen und Menschen für moralische Fragen zu sensibilisieren. Sie kann außerdem die Motivation für moralisches Handeln fördern. Religiöse Vorstellungen ersetzen nach Mieth jedoch keine ethischen Argumente. In einer ethischen Diskussion muss eine Position zusätzlich nachvollziehbar begründet werden. Theologische Vorstellungen können daher Anregungen für ethisches Denken geben, stellen aber nicht automatisch eine ausreichende ethische Begründung dar.


Aufgabe 2: Arbeiten Sie die vier theologischen Motive heraus, die Mieth für die Diskussion über Biomedizin und Humangenetik verwendet.

Musterantwort:

Mieth nennt zunächst die Gottebenbildlichkeit. Der Mensch besitzt aus christlicher Perspektive eine besondere Würde, weil er als Ebenbild Gottes verstanden wird. Als zweites Motiv nennt Mieth die Diversität. Die Vielfalt der Menschen besitzt für ihn eine positive Bedeutung und steht einer bloßen Wiederholung des Gleichen entgegen. Das dritte Motiv ist die Endlichkeit beziehungsweise Geschöpflichkeit. Menschen sind sterblich, begrenzt, abhängig und nicht vollkommen. Nach Mieth gehört diese Begrenztheit zum Menschsein. Das vierte Motiv ist die Verletzlichkeit. Besonders schutzbedürftige Menschen sollen in ethischen Entscheidungen vorrangig berücksichtigt werden. Die vier Motive sind somit Gottebenbildlichkeit, Diversität, Endlichkeit und Verletzlichkeit.


Aufgabe 3: Erläutern Sie Mieths Aussage, dass die Gottebenbildlichkeit das Argument der Menschenwürde „inspiriert, aber nicht ersetzt“.

Musterantwort:

Mit dieser Aussage unterscheidet Mieth zwischen religiöser Überzeugung und ethischer Begründung. Ein christlicher Mensch kann die besondere Würde jedes Menschen damit begründen, dass der Mensch Gottes Ebenbild ist. In einer gesellschaftlichen Diskussion reicht diese religiöse Aussage nach Mieth jedoch nicht aus. Es muss zusätzlich mit ethischen und philosophischen Argumenten erklärt werden, warum einem Menschen Würde zukommt und weshalb diese Würde geschützt werden muss. Die religiöse Vorstellung kann also den Ausgangspunkt und die Motivation für die ethische Überlegung bilden. Sie ersetzt aber nicht die argumentative Begründung.


Aufgabe 4: Analysieren Sie Mieths Argumentation gegen das Klonen von Menschen.

Musterantwort:

Mieth entwickelt seine Argumentation auf zwei miteinander verbundenen Ebenen. Auf theologischer Ebene verweist er auf die Diversität der Schöpfung. Menschliche Vielfalt besitzt einen positiven Wert. Zur Begründung greift Mieth unter anderem auf die biblische Erzählung vom Turmbau zu Babel zurück. Er interpretiert die Vielsprachigkeit und Zerstreuung der Menschen als Gegenbewegung zu menschlicher Vereinheitlichung. Das Klonen erscheint vor diesem Hintergrund problematisch, weil es mit der gezielten Wiederholung genetischer Eigenschaften verbunden ist.


Mieth betont jedoch, dass dieses religiöse Motiv allein keine ausreichende ethische Begründung gegen das Klonen darstellt. Deshalb ergänzt er es durch das Argument der Nichtinstrumentalisierung. Ein geklonter Mensch würde nach dieser Argumentation aufgrund eines bestimmten Zwecks erzeugt. Seine genetische Ausstattung würde gezielt ausgewählt beziehungsweise kopiert, weil andere Menschen damit bestimmte Absichten verfolgen. Damit besteht die Gefahr, dass der Mensch nicht um seiner selbst willen anerkannt, sondern für einen außerhalb seiner selbst liegenden Zweck benutzt wird. Für Mieth ist deshalb das Argument der Instrumentalisierung entscheidender als der bloße religiöse Hinweis auf Diversität.


Aufgabe 5: Erläutern Sie, was Mieth unter der Endlichkeit des Menschen versteht, und stellen Sie dar, welche Bedeutung dieses Menschenbild für die Bewertung moderner Biotechnologie haben kann.

Musterantwort:

Unter Endlichkeit versteht Mieth verschiedene Formen menschlicher Begrenztheit. Dazu gehören Zeitlichkeit, Sterblichkeit, Abhängigkeit, Fehlerfähigkeit und Unvollkommenheit. Theologisch verbindet er diese Eigenschaften mit der Geschöpflichkeit. Der Mensch ist ein Geschöpf und nicht Gott. Deshalb gehört es zum Menschsein, nicht vollkommen und nicht unbegrenzt verfügbar zu sein.

Für die Bewertung moderner Biotechnologie bedeutet dies, dass technische Möglichkeiten nicht automatisch verwirklicht werden müssen. Wenn beispielsweise versucht wird, alle menschlichen Begrenzungen technisch zu beseitigen, stellt sich die Frage, ob damit ein unrealistisches Ideal menschlicher Perfektion verfolgt wird. Mieth fordert deshalb dazu auf, die Grenzen technischer Machbarkeit kritisch zu reflektieren. Fortschritt muss danach beurteilt werden, welche Folgen er für Menschen und ihr Verständnis vom Menschsein besitzt.


Aufgabe 6: Erklären Sie den Begriff der Verletzlichkeit im Text und wenden Sie Mieths Gedanken auf ein selbst gewähltes Beispiel aus Medizin oder Forschung an.

Musterantwort:

Verletzlichkeit bedeutet bei Mieth, dass bestimmte Menschen besonders gefährdet und deshalb besonders schutzbedürftig sind. Dazu können Menschen gehören, die ihre Interessen nicht oder nur eingeschränkt selbst vertreten können. Mieth verbindet dies mit der christlichen Option für die Armen. Wie das Christentum eine besondere Aufmerksamkeit für arme und benachteiligte Menschen fordert, soll die Bioethik besonders auf verletzliche Menschen achten.

Ein Beispiel sind medizinische Untersuchungen an kleinen Kindern. Kinder können die Bedeutung und mögliche Risiken komplexer medizinischer Versuche nicht in gleicher Weise beurteilen wie ein einwilligungsfähiger erwachsener Mensch. Deshalb benötigen sie besonderen Schutz. Nach Mieth müsste bei einer ethischen Bewertung nicht nur gefragt werden, welchen wissenschaftlichen Nutzen ein Versuch besitzt. Es müsste vorrangig berücksichtigt werden, ob die besonders verletzlichen Beteiligten ausreichend geschützt werden.


Aufgabe 7: Vergleichen Sie die Bedeutung von Gottebenbildlichkeit und Verletzlichkeit für Mieths Menschenbild.

Musterantwort:

Beide Vorstellungen begründen eine besondere Aufmerksamkeit für den Menschen, setzen jedoch unterschiedliche Schwerpunkte. Die Gottebenbildlichkeit betont die besondere Würde jedes Menschen. Sie betrifft grundsätzlich alle Menschen und ist nicht davon abhängig, welche Fähigkeiten, Leistungen oder Eigenschaften ein Mensch besitzt. Die Verletzlichkeit richtet den Blick dagegen besonders auf Menschen, deren Interessen gefährdet sind oder die sich nicht ausreichend selbst schützen können.

Gemeinsam ist beiden Motiven, dass sie einer Behandlung des Menschen als bloßes Objekt entgegenwirken. Während die Gottebenbildlichkeit stärker die grundlegende Würde des Menschen hervorhebt, führt die Verletzlichkeit zu einer besonderen Schutzpflicht gegenüber gefährdeten Personen. Beide Motive ergänzen sich deshalb in Mieths Argumentation.


Aufgabe 8: Beurteilen Sie die Aussage: „Alles, was in der Biomedizin technisch möglich ist, sollte auch gemacht werden.“ Beziehen Sie Mieths Argumentation in Ihr Urteil ein.

Musterantwort:

Die Aussage ist kritisch zu prüfen, weil technische Machbarkeit allein noch nicht bestimmt, ob eine Handlung ethisch vertretbar ist. Eine medizinische Technik kann beispielsweise einen großen Nutzen besitzen und Krankheiten behandeln. Gleichzeitig können durch ihre Anwendung Menschen gefährdet, instrumentalisiert oder benachteiligt werden.

Mieth liefert mehrere Kriterien für diese Prüfung. Die Vorstellung der Gottebenbildlichkeit lenkt die Aufmerksamkeit auf die Würde jedes Menschen. Das Motiv der Diversität warnt vor einer Vorstellung, nach der Menschen nach bestimmten erwünschten Eigenschaften gestaltet werden sollen. Das Motiv der Endlichkeit stellt die Vorstellung infrage, der Mensch müsse technisch immer weiter perfektioniert werden. Die Verletzlichkeit fordert schließlich einen besonderen Schutz für Menschen, die ihre Interessen nicht selbst vertreten können.

Daraus lässt sich ein begründetes Urteil entwickeln, nach dem technische Machbarkeit allein kein ausreichendes Kriterium für die Anwendung einer biomedizinischen Technik ist. Zusätzlich müssen der Nutzen, mögliche Schäden, die Menschenwürde, die Selbstbestimmung und der Schutz verletzlicher Personen berücksichtigt werden. Medizinischer Fortschritt benötigt deshalb eine ethische Prüfung seiner Ziele, Mittel und Folgen.


Aufgabe 9: Erörtern Sie, ob religiöse Argumente in einer gesellschaftlichen Diskussion über Gentechnik eine Bedeutung haben können. Nehmen Sie dabei Bezug auf Mieth.

Musterantwort:

Für die Bedeutung religiöser Argumente spricht, dass Religion grundlegende Vorstellungen über den Menschen, seine Würde und seine Verantwortung enthält. Vorstellungen wie Gottebenbildlichkeit, Geschöpflichkeit und der Schutz verletzlicher Menschen können auf Probleme aufmerksam machen, die in einer ausschließlich technischen Betrachtung möglicherweise zu wenig berücksichtigt werden. Religiöse Traditionen können außerdem Erfahrungen und Wertvorstellungen bewahren, die für ethische Diskussionen wichtig sind.

In einer pluralen Gesellschaft teilen jedoch nicht alle Menschen dieselben religiösen Überzeugungen. Deshalb kann beispielsweise die Aussage, dass der Mensch Gottes Ebenbild ist, nicht ohne weitere Begründung als allgemein verbindliches Argument vorausgesetzt werden. Mieth berücksichtigt genau dieses Problem. Für ihn sollen religiöse Motive ethische Überlegungen inspirieren, sie aber nicht ersetzen.

Religiöse Argumente können daher einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Diskussion leisten, wenn sie in einen offenen ethischen Diskurs eingebracht werden. Dabei sollte nachvollziehbar gemacht werden, welche allgemein verständlichen ethischen Anliegen mit ihnen verbunden sind. Die Gottebenbildlichkeit kann beispielsweise auf die Menschenwürde verweisen und die Option für verletzliche Menschen auf den besonderen Schutz gefährdeter Personen. Religion und philosophische Ethik können sich auf diese Weise ergänzen.


Aufgabe 10: Entwickeln Sie ausgehend von Mieth drei Kriterien, anhand derer eine neue gentechnische Methode ethisch geprüft werden könnte. Begründen Sie Ihre Auswahl.

Musterantwort:

Ein erstes Kriterium ist die Achtung der Menschenwürde. Es muss geprüft werden, ob Menschen durch die gentechnische Methode als eigenständige Personen respektiert oder lediglich für bestimmte Zwecke benutzt werden. Dieses Kriterium lässt sich mit Mieths Überlegungen zur Gottebenbildlichkeit und zur Nichtinstrumentalisierung verbinden.

Ein zweites Kriterium ist der Schutz verletzlicher Personen. Es muss untersucht werden, welche Folgen eine Methode für Menschen hat, die sich nicht selbst ausreichend schützen oder ihre Interessen nicht selbst vertreten können. Mieth fordert für solche Personen besondere Aufmerksamkeit.

Ein drittes Kriterium ist der Umgang mit menschlicher Endlichkeit und Vielfalt. Es sollte geprüft werden, ob eine Technik Krankheiten behandeln und Leiden vermindern soll oder ob sie einem problematischen Ideal menschlicher Perfektion und Vereinheitlichung folgt. Dieses Kriterium greift Mieths Gedanken zur Geschöpflichkeit, Endlichkeit und Diversität auf.

Eine ethische Entscheidung sollte daher nicht allein davon abhängig gemacht werden, ob eine gentechnische Methode technisch funktioniert. Entscheidend ist auch, welchem Ziel sie dient, wie sie Menschen behandelt und welche Folgen sie insbesondere für schutzbedürftige Personen besitzt.

Hessen

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Sekundarstufe II | Q3 Ethik – die Frage nach Gut und Böse

Q3.4 Herausforderungen für Kirche und Ethik durch neue Erkenntnisse in Biologie und Medizin.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.3 Das Leben verantworten: Grundfragen medizinischer Ethik.

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  • Schöne, neue Welt! – Science-Fiction oder bereits Realität?

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