Für den Religionsunterricht eignet sich das Medium in besonderer Weise für die Auseinandersetzung mit Mensch und Technik, Freiheit, Verantwortung, Menschenwürde, Selbstbestimmung, Nachhaltigkeit und dem christlichen Menschenbild. Die verschiedenen Beispiele besitzen eine hohe Anschaulichkeit und ermöglichen einen unmittelbaren Zugang zur Frage, wie weit technische Systeme in menschliches Verhalten eingreifen sollten. Als Einstieg können die Lernenden die Frage bearbeiten: „Welche Entscheidung würdet ihr lieber selbst treffen und welche würdet ihr einer technischen Anwendung überlassen?“ Dabei können unverfängliche Alltagssituationen wie Energieverbrauch, Mülltrennung, Verkehrsplanung oder die Erinnerung an bestimmte Aufgaben verwendet werden. Persönliche Gesundheitsdaten oder sensible Erfahrungen der Lernenden sollten nicht eingefordert werden.
Bei der Texterschließung bietet sich zunächst eine systematische Untersuchung der verschiedenen Beispiele an. Die Lernenden können jeweils herausarbeiten, welches Problem gelöst werden soll, welche Technik eingesetzt wird, welcher Nutzen entstehen kann und welche möglichen Probleme damit verbunden sind. Dadurch wird sichtbar, dass smarte Technik nicht einheitlich beurteilt werden kann. Ein System zur Erkennung von Stürzen verfolgt beispielsweise einen anderen Zweck als ein Spiegel, der das Aussehen eines Menschen mit anderen Personen vergleicht. Die Lernenden üben damit, technische Anwendungen nicht pauschal zu bewerten, sondern anhand ihrer Ziele, Verfahren und Folgen zu unterscheiden.
Methodisch eignet sich eine arbeitsteilige Gruppenarbeit. Eine Gruppe beschäftigt sich mit BinCam, eine weitere mit dem smarten Spiegel, eine dritte mit dem Teekocher und weitere Gruppen mit den Anwendungen für ältere Menschen, der Müllentsorgung und der Erkennung von Straßenschäden. Jede Gruppe untersucht ihre Anwendung anhand derselben Kriterien: Welches Problem besteht? Welche technische Lösung wird angeboten? Welche Daten werden benötigt? Wer profitiert? Welche möglichen Nachteile entstehen? Wird menschliche Freiheit erweitert oder eingeschränkt? Anschließend werden die Ergebnisse präsentiert und miteinander verglichen.
Der Begriff Solutionismus sollte anschließend gemeinsam erschlossen werden. Die Lernenden können aus den Beispielen ableiten, welche Vorstellung dahintersteht. Solutionistisches Denken geht davon aus, dass ein Problem durch die richtige technische Lösung bearbeitet werden kann. Diese Denkweise kann Vorteile besitzen, wenn klar umrissene praktische Probleme vorliegen. Die Optimierung von Fahrwegen bei der Müllentsorgung kann beispielsweise Ressourcen sparen. Schwieriger wird diese Vorstellung, wenn komplexe Fragen menschlichen Lebens auf messbare Werte reduziert werden. Ob ein Mensch verantwortungsvoll lebt, lässt sich beispielsweise nicht ausschließlich anhand seines Müllaufkommens, seines Stromverbrauchs oder anderer messbarer Daten bestimmen.
Religionspädagogisch ergibt sich daraus eine grundlegende anthropologische Fragestellung: „Was macht den Menschen zum Menschen, wenn Maschinen immer mehr Entscheidungen vorbereiten oder übernehmen?“ Die christliche Vorstellung der Gottesebenbildlichkeit aus Gen 1,26 bis 27 bietet hierfür einen geeigneten Bezugspunkt. Der Mensch besitzt eine besondere Würde und wird als verantwortliches Wesen verstanden. Technik kann ihm dienen und seine Handlungsmöglichkeiten erweitern. Sie sollte den Menschen jedoch nicht ausschließlich als messbares und steuerbares Objekt betrachten. Die Lernenden können deshalb untersuchen, wann Technik dem Menschen dient und wann der Mensch beginnt, sich den Vorgaben technischer Systeme anzupassen.
Besonders ergiebig ist die Auseinandersetzung mit Freiheit. Der smarte Teekocher liefert beispielsweise eine Information, die einen verantwortungsvollen Umgang mit Energie ermöglichen kann. Die Entscheidung verbleibt grundsätzlich beim Menschen. Andere Anwendungen können stärkeren sozialen Druck erzeugen. Wenn das eigene Verhalten öffentlich bewertet und mit dem Verhalten anderer verglichen wird, kann aus freiwilliger Motivation eine Form sozialer Kontrolle entstehen. Die Lernenden können deshalb zwischen Information, Motivation, Beeinflussung und Kontrolle unterscheiden. Diese Begriffe ermöglichen eine differenzierte ethische Beurteilung technischer Anwendungen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Verantwortung. Smarte Technik kann Menschen helfen, verantwortungsvoll zu handeln. Ein technisches System kann beispielsweise auf einen günstigen Zeitpunkt für Energieverbrauch hinweisen. Daraus ergibt sich jedoch die Frage, ob Verantwortung noch dieselbe Bedeutung besitzt, wenn technische Systeme zunehmend vorgeben, welches Verhalten richtig ist. Christlich verstandene Verantwortung setzt die Fähigkeit voraus, das eigene Handeln zu reflektieren und begründete Entscheidungen zu treffen. Technik kann diese Fähigkeit unterstützen, sollte sie aber nicht vollständig ersetzen.
Methodisch kann dazu ein Gedankenexperiment durchgeführt werden. Die Lernenden stellen sich einen Alltag vor, in dem zahlreiche Gegenstände ständig Verhalten bewerten. Der Kühlschrank bewertet die Ernährung, der Spiegel das Aussehen, der Mülleimer das Konsumverhalten, das Smartphone die Bewegung und der Stromzähler den Energieverbrauch. Anschließend werden zwei Perspektiven entwickelt. Eine Gruppe beschreibt mögliche Vorteile, eine andere mögliche Probleme. Danach werden die Ergebnisse anhand der Kriterien Freiheit, Menschenwürde, Verantwortung, Privatsphäre und Gemeinwohl überprüft.
Das Medium eignet sich außerdem hervorragend für die Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Einige der beschriebenen Anwendungen sollen Energie sparen, Recycling fördern oder Verkehrswege effizienter gestalten. Diese Ziele können mit dem christlichen Auftrag zu einem verantwortlichen Umgang mit der Schöpfung verbunden werden. Die Lernenden können untersuchen, ob technische Innovationen einen Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung leisten können. Dabei sollte zugleich herausgearbeitet werden, dass Nachhaltigkeit nicht ausschließlich eine technische Aufgabe ist. Sie betrifft auch Konsumverhalten, Gerechtigkeit, politische Entscheidungen und persönliche Verantwortung.
Das Beispiel BinCam ermöglicht eine vertiefende Beschäftigung mit sozialer Kontrolle. Wenn Bilder des eigenen Mülls veröffentlicht und Ergebnisse mit denen anderer Menschen verglichen werden, wird verantwortliches Verhalten mit öffentlicher Anerkennung verbunden. Die Lernenden können diskutieren, ob Menschen durch Wettbewerb zu moralisch gutem Verhalten motiviert werden sollten. Dabei kann zwischen äußerer Motivation und innerer Überzeugung unterschieden werden. Aus religionspädagogischer Perspektive ist die Frage interessant, ob moralisches Handeln seinen Wert daraus erhält, dass eine Person Punkte und Anerkennung bekommt, oder daraus, dass sie eine Handlung aus Verantwortung gegenüber Mitmenschen und Schöpfung für richtig hält.
Das Beispiel des smarten Spiegels bietet einen Zugang zu Körperbild, Selbstoptimierung und Menschenwürde. Besonders wichtig ist hierbei eine sensible Unterrichtsgestaltung. Lernende sollten weder ihr Gewicht noch andere körperliche Merkmale thematisieren müssen. Stattdessen kann grundsätzlich untersucht werden, welche Vorstellung vom Menschen entsteht, wenn technische Systeme den Körper ständig messen und mit anderen vergleichen. Das christliche Menschenbild kann einen Gegenakzent setzen, indem die Würde des Menschen nicht von Aussehen, Leistungsfähigkeit oder messbaren Körperwerten abhängig gemacht wird.
Auch die Anwendungen für ältere Menschen ermöglichen eine differenzierte ethische Auseinandersetzung. Ein System, das einen Sturz erkennt und Hilfe verständigt, kann Sicherheit und Selbstständigkeit fördern. Gleichzeitig können Fragen nach Privatsphäre und Überwachung entstehen. Die Lernenden erkennen dadurch, dass dieselbe Technik gleichzeitig Freiheit erweitern und Privatsphäre einschränken kann. Ethische Urteilsbildung bedeutet deshalb, unterschiedliche Werte und Interessen gegeneinander abzuwägen.
Methodisch bietet sich abschließend die Entwicklung eines Prüfrasters für smarte Technik an. Die Lernenden formulieren Fragen wie: Welches Problem soll gelöst werden? Wem nutzt die Technik? Welche Daten werden erhoben? Bleibt eine echte Wahlmöglichkeit erhalten? Entsteht sozialer Druck? Werden Menschen miteinander verglichen? Wird die Privatsphäre geschützt? Trägt die Anwendung zum Gemeinwohl bei? Unterstützt sie verantwortliches Handeln? Achtet sie die Würde des Menschen? Dieses Prüfraster kann anschließend auf weitere digitale Anwendungen übertragen werden.
Als Abschluss eignet sich die Leitfrage „Soll Technik uns sagen, wie wir richtig leben sollen?“ Die Lernenden können dazu ein begründetes ethisches Urteil formulieren. Dabei sollte deutlich werden, dass Technik wertvolle Beiträge zur Lösung konkreter Probleme leisten kann. Gleichzeitig lassen sich Fragen nach einem guten, verantwortlichen und gerechten Leben nicht vollständig auf technische Berechnungen reduzieren. Das Medium fördert damit Wahrnehmungskompetenz, Deutungskompetenz, ethische Urteilskompetenz, Medienkompetenz und Handlungskompetenz und ermöglicht eine grundlegende Auseinandersetzung mit der Rolle des Menschen in einer zunehmend technisch gestalteten Lebenswelt.
Klausurfragen für die Jahrgangsstufe 10
Aufgabe 1, Anforderungsbereich I, Operator „Zusammenfassen“
Fasse die wesentlichen Aussagen des Mediums zusammen und nenne die unterschiedlichen Bereiche, in denen smarte Technik eingesetzt wird.
Musterantwort:
Das Medium beschreibt verschiedene technische Anwendungen, mit denen alltägliche Probleme gelöst oder menschliches Verhalten beeinflusst werden sollen. Ein smarter Mülleimer fotografiert beispielsweise weggeworfene Gegenstände und ermöglicht eine Bewertung des Recyclingverhaltens. Ein smarter Spiegel kann körperliche Werte erfassen und Menschen zu Veränderungen ihres Verhaltens motivieren. Ein intelligenter Teekocher informiert darüber, wann das Stromnetz weniger belastet ist.
Daneben beschreibt der Text Anwendungen, die älteren Menschen helfen, Müllentsorgung effizienter organisieren oder Straßenschäden erkennen sollen. Gemeinsam ist den Beispielen, dass technische Systeme Daten erfassen und auswerten, um Verhalten zu beeinflussen oder Abläufe zu verbessern.
Das Medium zeigt dadurch sowohl mögliche Vorteile smarter Technik als auch die grundlegende Frage, ob technische Lösungen für jedes menschliche oder gesellschaftliche Problem angemessen sind.
Aufgabe 2, Anforderungsbereich II, Operator „Erläutern“
Erläutere anhand des Mediums, was unter Solutionismus verstanden werden kann.
Musterantwort:
Solutionismus bezeichnet die Vorstellung, dass menschliche oder gesellschaftliche Probleme vor allem durch technische Lösungen bearbeitet werden können. Ein Problem wird dabei zunächst messbar gemacht. Anschließend werden Daten erhoben und technische Systeme sollen daraus eine geeignete Lösung ableiten.
Das Beispiel BinCam verdeutlicht diese Denkweise. Müllvermeidung wird nicht ausschließlich als Frage persönlicher Verantwortung oder gesellschaftlicher Regeln betrachtet. Stattdessen soll ein technisches System das Müllverhalten erfassen, öffentlich sichtbar machen und durch einen Wettbewerb verändern.
Solutionismus kann bei klar umrissenen praktischen Problemen hilfreich sein. Die Optimierung von Fahrwegen bei der Müllentsorgung lässt sich beispielsweise technisch unterstützen. Problematisch kann die Vorstellung werden, wenn komplexe Fragen menschlichen Lebens so behandelt werden, als ließen sie sich vollständig messen und technisch lösen.
Aufgabe 3, Anforderungsbereich II, Operator „Analysieren“
Analysiere am Beispiel von BinCam das Spannungsverhältnis zwischen Motivation zu verantwortlichem Verhalten und sozialer Kontrolle.
Musterantwort:
BinCam soll Menschen dazu motivieren, weniger Lebensmittel wegzuwerfen und besser zu recyceln. Dieses Ziel kann als gesellschaftlich sinnvoll betrachtet werden, weil dadurch Ressourcen geschont werden können.
Die Motivation entsteht jedoch nicht nur durch Informationen. Das Verhalten wird fotografiert, ausgewertet, veröffentlicht und mit dem Verhalten anderer Personen verglichen. Zusätzlich werden symbolische Belohnungen vergeben.
Dadurch entsteht soziale Kontrolle. Menschen verändern ihr Verhalten möglicherweise nicht ausschließlich aus eigener Überzeugung, sondern weil andere Personen ihre Ergebnisse sehen und bewerten können.
Das Spannungsverhältnis besteht somit darin, dass dieselbe Technik verantwortliches Verhalten fördern und gleichzeitig die Privatsphäre sowie die Freiheit der Nutzenden einschränken kann. Entscheidend ist deshalb, ob Menschen freiwillig teilnehmen, welche Daten veröffentlicht werden und ob verantwortliches Handeln aus eigener Einsicht oder vor allem durch äußeren Druck entsteht.
Aufgabe 4, Anforderungsbereich II, Operator „Vergleichen“
Vergleiche das im Medium erkennbare Bild eines messbaren und optimierbaren Menschen mit dem christlichen Menschenbild der Gottesebenbildlichkeit aus Gen 1,26 bis 27.
Musterantwort:
Einige Beispiele des Mediums betrachten menschliches Verhalten als messbar und optimierbar. Technische Systeme erfassen beispielsweise Körperwerte, Müllverhalten oder Energieverbrauch. Aus den gemessenen Daten werden Empfehlungen für ein vermeintlich besseres Verhalten abgeleitet.
Die christliche Vorstellung der Gottesebenbildlichkeit betrachtet den Menschen dagegen als Person mit unverlierbarer Würde. Sein Wert hängt nicht davon ab, wie effizient, gesund, umweltbewusst oder leistungsfähig er ist.
Ein wesentlicher Unterschied liegt deshalb darin, dass technische Systeme bestimmte messbare Eigenschaften betrachten, während das christliche Menschenbild den Menschen umfassender versteht. Menschen besitzen Freiheit, Beziehungen, Gewissen und Verantwortungsfähigkeit.
Technische Daten können deshalb sinnvolle Informationen liefern. Sie dürfen jedoch nicht zum alleinigen Maßstab für den Wert oder die Qualität eines Menschen werden.
Aufgabe 5, Anforderungsbereich II, Operator „In Beziehung setzen“
Setze die im Medium beschriebenen technischen Möglichkeiten zur Einsparung von Energie und Ressourcen mit dem christlichen Gedanken der Bewahrung der Schöpfung in Beziehung.
Musterantwort:
Mehrere Anwendungen des Mediums verfolgen ökologische Ziele. Der intelligente Teekocher soll helfen, Strom zu Zeiten geringerer Netzbelastung zu nutzen. Smarte Mülltonnen können dazu beitragen, unnötige Fahrten von Müllfahrzeugen zu vermeiden. BinCam soll Menschen zu besserem Recycling und geringerer Lebensmittelverschwendung motivieren.
Diese Ziele lassen sich mit der christlichen Vorstellung der Verantwortung für die Schöpfung verbinden. Menschen tragen Verantwortung dafür, natürliche Ressourcen nicht gedankenlos zu verschwenden und die Lebensgrundlagen anderer Menschen zu schützen.
Technik kann dabei ein hilfreiches Werkzeug sein. Sie kann Informationen liefern und Ressourcenverbrauch reduzieren. Die Verantwortung für die Schöpfung darf jedoch nicht vollständig an technische Systeme abgegeben werden. Menschen müssen weiterhin selbst beurteilen, welche Lebensweise verantwortungsvoll und nachhaltig ist.
Technische Innovation und Schöpfungsverantwortung können sich daher ergänzen, wenn Technik menschliche Verantwortung unterstützt und nicht ersetzt.
Aufgabe 6, Anforderungsbereich III, Operator „Beurteilen“
Beurteile aus christlich ethischer Perspektive die Aussage: „Wenn eine technische Anwendung Menschen zu einem besseren Verhalten bewegt, ist ihr Einsatz moralisch gerechtfertigt.“
Musterantwort:
Die Aussage ist zu allgemein. Ein moralisch wünschenswertes Ziel allein macht nicht jedes Mittel automatisch gerechtfertigt. Eine Anwendung kann beispielsweise Menschen zum Energiesparen oder Recycling bewegen und damit ein sinnvolles Ziel verfolgen. Trotzdem muss untersucht werden, wie dieses Ziel erreicht wird.
Aus christlich ethischer Perspektive sind Menschenwürde, Freiheit und Verantwortung wichtige Kriterien. Wenn Menschen durch eine Anwendung informiert und bei einer eigenen Entscheidung unterstützt werden, kann Technik verantwortliches Handeln fördern.
Problematischer wäre es, wenn Menschen ohne ausreichende Zustimmung überwacht, öffentlich bewertet oder unter starken sozialen Druck gesetzt würden. Ein gutes Ziel könnte dann mit einer Einschränkung von Freiheit oder Privatsphäre verbunden sein.
Eine technische Anwendung ist deshalb nicht allein aufgrund ihres Ziels ethisch gerechtfertigt. Auch die eingesetzten Mittel und die Folgen für die betroffenen Menschen müssen berücksichtigt werden.
Aufgabe 7, Anforderungsbereich III, Operator „Erörtern“
Erörtere die Frage: „Soll Technik Menschen dabei helfen, richtig zu handeln, oder müssen Menschen solche Entscheidungen vollständig selbst treffen?“ Berücksichtige Freiheit, Verantwortung, Menschenwürde und Bewahrung der Schöpfung.
Musterantwort:
Für technische Unterstützung spricht, dass Menschen nicht jederzeit alle notwendigen Informationen besitzen. Ein technisches System kann beispielsweise anzeigen, wann Energie besonders günstig genutzt werden kann oder wie Ressourcen eingespart werden können. Dadurch kann verantwortliches Verhalten erleichtert werden.
Technische Anwendungen können außerdem gesellschaftliche Probleme effizienter bearbeiten. Intelligente Mülltonnen können unnötige Fahrten reduzieren und Systeme zur Sturzerkennung können älteren Menschen zusätzliche Sicherheit ermöglichen.
Gegen eine zu starke technische Steuerung spricht, dass menschliche Verantwortung mehr umfasst als das Befolgen technischer Empfehlungen. Menschen müssen moralische Entscheidungen verstehen, begründen und selbst verantworten können. Wenn technische Systeme ständig festlegen, welches Verhalten richtig ist, könnte die eigene Urteilsfähigkeit an Bedeutung verlieren.
Aus christlicher Perspektive besitzt der Mensch Freiheit und Verantwortung. Technik kann diese Verantwortung unterstützen, sollte sie aber nicht vollständig ersetzen. Auch die Bewahrung der Schöpfung verlangt bewusstes menschliches Handeln und kann nicht allein technischen Systemen übertragen werden.
Sinnvoll erscheint deshalb eine Gestaltung, bei der Technik Informationen und Unterstützung bietet, während Menschen nachvollziehbare Wahlmöglichkeiten und Verantwortung für ihre Entscheidungen behalten.
Aufgabe 8, Anforderungsbereich III, Operator „Entwickeln“
Entwickle sechs ethisch begründete Kriterien, anhand derer eine smarte technische Anwendung beurteilt werden kann.
Musterantwort:
Ein erstes Kriterium ist die Menschenwürde. Eine Anwendung sollte Menschen nicht ausschließlich als messbare und steuerbare Objekte behandeln.
Ein zweites Kriterium ist die Freiheit. Menschen sollten möglichst selbst entscheiden können, ob und wie sie eine Anwendung verwenden.
Ein drittes Kriterium ist die Privatsphäre. Es sollte geprüft werden, welche persönlichen Daten erhoben werden und ob diese Datensammlung tatsächlich notwendig ist.
Ein viertes Kriterium ist die Verantwortung. Eine Anwendung sollte verantwortliches Handeln unterstützen, ohne menschliche Urteilsfähigkeit vollständig zu ersetzen.
Ein fünftes Kriterium ist das Gemeinwohl. Es sollte untersucht werden, ob die Technik ausschließlich einzelnen wirtschaftlichen Interessen dient oder auch einen nachvollziehbaren gesellschaftlichen Nutzen besitzt.
Ein sechstes Kriterium ist die Nachhaltigkeit. Technische Anwendungen sollten daraufhin geprüft werden, ob sie tatsächlich Ressourcen schonen und einen Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung leisten.
Eine ethisch verantwortliche technische Anwendung sollte somit nicht ausschließlich danach beurteilt werden, ob sie funktioniert. Entscheidend ist ebenso, welche Auswirkungen sie auf Menschenwürde, Freiheit, Privatsphäre, Verantwortung, Gemeinwohl und Umwelt besitzt.