Das Medium eignet sich besonders für einen handlungsorientierten und emotional ansprechenden Zugang zur Hidschra und zur Ankunft des Propheten in Medina. Ausgangspunkt kann zunächst die Frage sein, wie Menschen reagieren, wenn eine Person ankommt, auf die sie lange gewartet haben. Die Lernenden können eigene Vorstellungen von Begrüßung, Freude, Erwartung und Gastfreundschaft äußern. Daran anschließend kann das Bild zur Ankunft des Propheten betrachtet werden. Die Lernenden beschreiben die dargestellten Personen, deren Körperhaltung und mögliche Gefühle und überlegen, woran Freude und Erwartung erkennbar werden. Auf diese Weise wird zunächst ein emotionaler und lebensweltlicher Zugang geschaffen, bevor der historische Zusammenhang erschlossen wird.
Bei der anschließenden Textarbeit sollte der Weg von Mekka nach Medina in seinen wesentlichen Stationen herausgearbeitet werden. Die Lernenden können markieren, warum die muslimische Gemeinschaft Mekka verlassen musste, wer dem Propheten Schutz angeboten hatte, wer ihn auf seiner Reise begleitete und wie die Menschen in Medina auf seine Ankunft reagierten. Dabei bietet sich eine Visualisierung der Ereignisse in Form eines Zeitstrahls, eines Weges im Klassenraum oder einer gemeinsam erstellten Übersicht an. Eine solche Strukturierung unterstützt insbesondere Lernende, denen die zeitliche und inhaltliche Ordnung längerer Erzählungen Schwierigkeiten bereitet. Zugleich kann der Begriff Hidschra in den bereits bekannten Zusammenhang von Aufbruch, Abschied, Gefährdung, Schutz, Ankunft und Neubeginn eingeordnet werden.
Ein besonderer Schwerpunkt des Mediums liegt auf der Beziehung zwischen dem Propheten und Kindern. Die entsprechende Textpassage kann zum Ausgangspunkt eines Gesprächs darüber werden, wie Kinder wahrgenommen und behandelt werden möchten. Im Material wird hervorgehoben, dass Kinder unabhängig davon, ob sie Jungen oder Mädchen sind, als gleichwertig angesehen werden und Liebe und Fürsorge verdienen. Daraus lassen sich altersgemäße Fragen nach Wertschätzung, Gerechtigkeit, Fürsorge und dem respektvollen Umgang miteinander entwickeln. Die Lernenden können beispielsweise Situationen aus ihrem Alltag sammeln, in denen sie sich wertgeschätzt fühlen, und überlegen, wie sie selbst anderen Menschen Wertschätzung zeigen können. Dadurch wird der historische und religiöse Inhalt mit der Lebenswelt der Lernenden verbunden.
Das im Mittelpunkt stehende Lobgedicht bietet einen weiteren Zugang. Zunächst können die Lernenden das Gedicht hören und ihre ersten Eindrücke, Gefühle und Assoziationen äußern. Anschließend wird der Text genauer untersucht. Besonders ergiebig ist die bildhafte Rede vom aufgehenden Mond. Nach den didaktischen Hinweisen des Mediums steht der Mond für den Propheten und sein Licht wird mit der Aufhellung der Dunkelheit in Beziehung gesetzt. Auch die Hügel des Abschieds, die Erwählung des Gesandten und die im Gedicht angesprochene Einladung können gemeinsam erschlossen werden. Methodisch bietet sich eine Tabelle mit den Kategorien „Das Gedicht sagt“ und „Damit ist gemeint“ an. Dadurch werden Textverständnis, Symbolverständnis und die Fähigkeit gefördert, religiöse Sprache mit eigenen Worten wiederzugeben.
Motivierend ist zudem der Rätselcharakter des Materials. Die Lernenden entschlüsseln den Text mithilfe eines Codes und gelangen dadurch selbstständig zum vollständigen Lobgedicht. Das Material verfolgt damit ausdrücklich das Ziel, Neugier und Spielfreude zu wecken und durch die erfolgreiche Entschlüsselung ein Erfolgserlebnis zu ermöglichen. Die Aufgabe kann als Einzelarbeit, Partnerarbeit oder Gruppenarbeit durchgeführt werden. In heterogenen Lerngruppen ist eine Differenzierung möglich, indem einzelne Lernende Hilfekarten, bereits entschlüsselte Wörter oder zusätzliche Hinweise erhalten, während leistungsstärkere Lernende ohne weitere Unterstützung arbeiten oder zusätzliche Deutungsaufgaben übernehmen.
Die kreativen Elemente des Mediums ermöglichen eine weitere Vertiefung. Die Lernenden können das Bild von der Ankunft in Medina gestalten und dabei bewusst überlegen, wie sich Freude bildlich ausdrücken lässt. Ebenso können sie selbst ein Lobgedicht verfassen oder in einem kurzen Text die Atmosphäre bei der Ankunft in Medina aus der Perspektive eines Kindes beschreiben. Das Material sieht diese Aufgaben ausdrücklich auch als Möglichkeit der individuellen Förderung vor. Eine Perspektivübernahme kann zusätzlich durch einen inneren Monolog oder einen Tagebucheintrag eines Kindes aus Medina angeregt werden. Dabei sollte zwischen den Aussagen des Ausgangstextes und eigenen Vorstellungen der Lernenden unterschieden werden.
Das Material besitzt darüber hinaus Potenzial für die Sprachbildung. Die Lernenden können Begriffe aus dem Text erklären, Aussagen des Gedichts in eigene Worte übertragen, passende Fragen zu vorgegebenen Antworten formulieren und eigene Gedanken schriftlich ausdrücken. Die vorgesehenen Übungen mit Fragen und Kreuzworträtsel unterstützen dabei die Sicherung zentraler Begriffe wie Abu Bakr, Medina, Wada, Offenbarung und Gedicht. Für sprachlich schwächere Lernende können Satzanfänge und ein Wortschatzspeicher bereitgestellt werden. Sprachlich stärkere Lernende können Begründungen formulieren, Metaphern erklären oder eigene Texte verfassen.
Für den Abschluss der Unterrichtssequenz bietet sich eine gemeinsame Reflexion an. Die Lernenden können zusammentragen, was die Menschen und insbesondere die Kinder bei der Ankunft des Propheten empfunden haben und wodurch diese Gefühle im Text und im Gedicht zum Ausdruck kommen. Anschließend kann die Frage gestellt werden, was eine gute Aufnahme von Menschen auszeichnet. Begriffe wie Willkommen, Freude, Schutz, Gemeinschaft, Wertschätzung und Zugehörigkeit können dabei gesammelt und auf die Lebenswelt der Lernenden übertragen werden. So verbindet das Medium die Beschäftigung mit einem bedeutsamen Ereignis der islamischen Tradition mit sozialen und ethischen Fragen des Zusammenlebens.