Für den Religionsunterricht eignet sich das Medium besonders zur geografischen und historischen Erschließung der Dekapolis und zur Vertiefung der Lebenswelt Jesu. Als Einstieg können die Lernenden zunächst die Landschaft betrachten, den Jordan und den See Gennesaret lokalisieren und die eingezeichneten Städte sammeln. Anschließend kann der Begriff Dekapolis eingeführt und erläutert werden. Dabei lässt sich herausarbeiten, dass damit ein Verbund beziehungsweise eine Gruppe von Städten im östlichen Mittelmeerraum bezeichnet wird, die stark durch griechische und später römische Kultur geprägt waren. Die Karte ermöglicht es, diese Städte nicht nur als Namen aus antiken Quellen wahrzunehmen, sondern räumlich in Beziehung zu Galiläa, dem See Gennesaret und dem Jordantal zu setzen. Besonders ergiebig ist eine Verbindung mit den Evangelien. Die Lernenden können beispielsweise Markus 5 zur Heilung eines besessenen Menschen im Gebiet jenseits des Sees sowie Markus 7 zur Rückkehr Jesu durch das Gebiet der Dekapolis untersuchen. Auch die Erwähnung der Dekapolis in Matthäus 4 kann einbezogen werden. Die Lernenden können die genannten Räume auf der Karte lokalisieren und danach fragen, welche Bedeutung das Überschreiten vertrauter geografischer, religiöser und kultureller Räume für die Darstellung des Wirkens Jesu besitzt. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass die genaue Lokalisierung einzelner neutestamentlicher Ereignisse teilweise umstritten ist. Die Karte bietet daher zugleich die Möglichkeit, zwischen biblischer Erzählung, historischer Geografie und wissenschaftlicher Rekonstruktion zu unterscheiden. Methodisch bietet sich eine arbeitsteilige Erschließung einzelner Städte an. Gruppen können Hippos, Gadara, Pella, Gerasa, Philadelphia oder Skythopolis untersuchen und Informationen zu Lage, Geschichte, Bevölkerung, Kultur und Bedeutung zusammentragen. Anschließend können die Ergebnisse auf einer gemeinsamen Karte präsentiert werden. Ein Vergleich zwischen einer Stadt der Dekapolis und einem Ort in Galiläa kann zusätzlich verdeutlichen, wie vielfältig die Lebenswelt zur Zeit Jesu war. Für ältere Lernende kann die Frage nach kulturellen Begegnungen in den Mittelpunkt gestellt werden. Griechische Sprache und Kultur, römische Herrschaft, lokale Traditionen und jüdisches Leben begegneten sich in diesem Raum auf unterschiedliche Weise. Dadurch lässt sich die verbreitete Vorstellung einer kulturell einheitlichen Umwelt Jesu differenzieren. Auch die Topografie kann methodisch genutzt werden. Die Lernenden können anhand der Reliefdarstellung untersuchen, welche natürlichen Hindernisse Reisende überwinden mussten und welche Bedeutung der Jordan, der See Gennesaret sowie die Höhenunterschiede für Verkehrswege und Kontakte zwischen den Regionen hatten. Als Ergebnissicherung eignen sich eine beschriftete eigene Karte, die Zuordnung von Bibelstellen zu geografischen Räumen, kurze Städteporträts oder die Gestaltung eines historischen Reiseführers durch die Dekapolis. Das Medium fördert damit geografische Orientierung, historisches Lernen und Bibelkenntnis und eröffnet zugleich eine differenzierte Auseinandersetzung mit kultureller Vielfalt, Grenzüberschreitungen und Begegnungen in der Welt des Neuen Testaments.