RU-digitalRU-digital-logo
1 Bild
Bistum Speyer

Bistum Speyer

Franz von Assisi

Veröffentlichung:1.1.2026

Das Medium „Franz von Assisi. Impulse für den Religionsunterricht in der Orientierungsstufe“ mit 32 Seiten mit 15 Materialien ist eine umfangreiche religionspädagogische Materialsammlung zum Leben, zur Spiritualität und zur bleibenden Bedeutung des Franziskus von Assisi. Ausgangspunkt ist seine Biografie: Franziskus wächst als Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns auf, erfährt eine grundlegende innere Umkehr und entscheidet sich für ein Leben in Armut und in der Nachfolge Jesu. Zentrale Themen seines Lebens sind Frieden, Nächstenliebe, Gemeinschaft, die Hinwendung zu armen und ausgegrenzten Menschen sowie ein achtsamer Umgang mit der Schöpfung. Auch Klara von Assisi und die Entstehung ihrer Gemeinschaft werden berücksichtigt. Das Medium bietet dazu vielfältige Unterrichtsmaterialien und methodische Zugänge. Enthalten sind Filme, ein Hörspiel, biografische Kurzinformationen, Lesetexte, ein Detektivspiel zur Lebensgeschichte, ein Kamishibai, Friedensgebete, Materialien für ein Lapbook, ein Faltleporello, ein Leseschaufenster, Lebensregeln, ein Lied zum Sonnengesang und ein Ausmalbild. Die unterschiedlichen Materialien ermöglichen sowohl eine grundlegende Begegnung mit Franziskus als historische und religiöse Persönlichkeit als auch eine vertiefte Auseinandersetzung mit Fragen nach einem guten Leben, Frieden, Gerechtigkeit, Konsum, Natur und gelebtem Glauben.

Products

Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht in der Orientierungsstufe und ermöglicht aufgrund seiner großen methodischen Vielfalt eine flexible Zusammenstellung einzelner Unterrichtsstunden ebenso wie die Gestaltung einer längeren Unterrichtsreihe. Didaktisch sollte Franziskus nicht ausschließlich als Heiliger der Vergangenheit oder als romantischer Tier und Naturfreund wahrgenommen werden. Seine Biografie bietet vielmehr die Möglichkeit, grundlegende Fragen menschlicher Lebensgestaltung mit den Erfahrungen der Lernenden zu verbinden. Was brauche ich für ein gutes Leben? Was macht mich glücklich? Wie wichtig sind Geld und Besitz? Was bedeutet es, mit anderen zu teilen? Wie kann Frieden entstehen? Welche Verantwortung habe ich für andere Menschen und die Schöpfung? Was kann einen Menschen dazu bewegen, sein Leben grundlegend zu verändern? Gerade die Entscheidung des Franziskus, ein privilegiertes Leben aufzugeben und sich an Jesus zu orientieren, besitzt ein erhebliches Potenzial für religiöse und ethische Lernprozesse. Das Medium selbst benennt Konsumverzicht, soziale Gerechtigkeit, Naturverbundenheit, Schöpfungsverantwortung, gelebten Glauben und den Dialog mit Menschen anderer Religionen als mögliche Zugänge für den Religionsunterricht.

Als Einstieg empfiehlt sich ein lebensweltlicher Zugang über die Frage, was Menschen für ein glückliches Leben benötigen. Lernende können Gegenstände, Begriffe oder Bilder sammeln, die für sie Reichtum, Erfolg und Glück symbolisieren. Daran anschließend kann die Kindheit und Jugend des Franziskus vorgestellt werden. Die Kurzinformationen des Mediums eignen sich dafür ebenso wie der ausführlichere Lesetext. Wichtig ist zunächst der Kontrast zwischen seinem sorglosen Leben als Sohn eines reichen Tuchhändlers und seiner späteren Entscheidung für ein Leben ohne Besitz. Die Lebensstationen von der Gefangenschaft über die Begegnung mit einem Aussätzigen und die Erfahrung in San Damiano bis zum Konflikt mit seinem Vater ermöglichen es, die Veränderung des Franziskus schrittweise nachzuvollziehen. Dabei können Lernende einzelne Lebensstationen ordnen, Überschriften formulieren, Bilder zuordnen oder Wendepunkte markieren. Besonders sinnvoll ist die Frage, welche Ereignisse Franziskus verändern und welche Bedeutung sein Glaube dabei besitzt.

Das auf den Seiten 10 bis 12 vorgestellte Kamishibai eignet sich besonders für einen narrativen und bildorientierten Zugang. Die Bildkarten stellen verschiedene Stationen des Lebens des Franziskus dar und ermöglichen es, seine Geschichte schrittweise zu erzählen. Die Bilder sollten nicht nur illustrieren, sondern als eigenständige Lernimpulse eingesetzt werden. Vor dem Vorlesen der jeweiligen Texte können die Lernenden beschreiben, was sie sehen, Vermutungen über Gedanken und Gefühle der dargestellten Personen äußern und den weiteren Verlauf der Geschichte antizipieren. Auf diese Weise werden Wahrnehmung, Perspektivübernahme und religiöses Lernen miteinander verbunden. Nach Abschluss der Erzählung können die Bilder erneut geordnet und mit kurzen Überschriften versehen werden. Einzelne Lernende können anschließend mithilfe der Bilder die Lebensgeschichte selbst nacherzählen.

Eine stärker kognitive und zugleich spielerische Erarbeitung ermöglicht die auf den Seiten 8 und 9 angebotene Spurensuche zur Biografie. Die Lebensgeschichte enthält bewusst falsche Begriffe, die gefunden und korrigiert werden müssen. Diese Form eignet sich besonders zur Sicherung bereits erworbenen Wissens. Sie kann in Einzelarbeit oder Partnerarbeit durchgeführt werden. Methodisch reizvoll ist es, die Aufgabe als tatsächliche Spurensuche zu inszenieren. Die Lernenden übernehmen die Rolle von Forschenden und überprüfen Aussagen über Franziskus. Anschließend können sie selbst richtige und falsche Aussagen formulieren, die von anderen Lernenden geprüft werden. Dadurch wird die biografische Erarbeitung mit genauer Textwahrnehmung verbunden.

Ein wichtiger Schwerpunkt sollte auf dem Verhältnis von Franziskus zu Besitz und Armut liegen. Dabei ist eine differenzierte Behandlung notwendig. Die freiwillig gewählte Armut des Franziskus darf nicht mit unfreiwilliger Armut gleichgesetzt oder als grundsätzlich erstrebenswert dargestellt werden. Vielmehr können die Lernenden herausarbeiten, gegen welche Lebenshaltung Franziskus protestiert und welche Freiheit er sich von seiner Entscheidung verspricht. Daraus lassen sich gegenwartsbezogene Fragen nach Konsum, Marken, Statussymbolen, Teilen und nachhaltigem Leben entwickeln. Denkbar ist eine Gedankenübung, bei der die Lernenden auswählen, auf welche Dinge sie eine Woche verzichten könnten und auf welche nicht. Im anschließenden Gespräch kann thematisiert werden, weshalb Menschen Dinge besitzen möchten und ab welchem Punkt Besitz möglicherweise selbst zum bestimmenden Lebensinhalt wird.

Besonders ergiebig ist die Beschäftigung mit den Lebensregeln des Franziskus auf den Seiten 27 und 28. Dort werden Regeln vorgestellt, die sich unter anderem auf Besitz, Arbeit, den Umgang mit armen und kranken Menschen, Natur, Frieden, Gemeinschaft und Vergebung beziehen. Die Lernenden sollen Regeln auswählen, denen sie zustimmen oder widersprechen, und ihre Entscheidung begründen. Diese Methode eignet sich hervorragend für eine Positionierungsphase. Aussagen können im Raum verteilt werden. Die Lernenden stellen sich zu derjenigen Regel, die sie besonders wichtig, schwierig oder provozierend finden, und erläutern ihre Entscheidung. Anschließend kann die Frage gestellt werden, welche Lebensregel Franziskus heute formulieren könnte. Als Transfer verfassen die Lernenden eigene Regeln für ein gutes und verantwortliches Leben.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet das Thema Frieden. Das Medium enthält sowohl ein ausführliches Friedensgebet als auch eine sprachlich vereinfachte Alternative. Das ausführliche Gebet thematisiert unter anderem Hass und Liebe, Streit und Versöhnung, Verzweiflung und Hoffnung, Trauer und Freude sowie die Bereitschaft, andere zu verstehen und zu trösten. Für den Unterricht bietet sich an, einzelne Aussagen auszuwählen und auf Situationen aus dem Alltag der Lernenden zu beziehen. Was bedeutet es beispielsweise, Frieden zu bringen, wenn Menschen miteinander streiten? Wie kann Versöhnung gelingen? Wo erleben Lernende Ausgrenzung oder Unfrieden? Die Aussagen können auf Karten geschrieben und in der Mitte des Unterrichtsraumes ausgelegt werden. Lernende wählen einen Gedanken aus, begründen ihre Wahl und entwickeln ein konkretes Beispiel. Das Gebet kann anschließend als religiöse Ausdrucksform betrachtet werden. Dadurch wird deutlich, dass christliches Beten nicht ausschließlich das Bitten um persönliches Wohlergehen meint, sondern auch Verantwortung für andere Menschen und die Welt ausdrücken kann.

Für die Auseinandersetzung mit Schöpfung und Natur bietet sich insbesondere der Sonnengesang an. Das Medium enthält dazu audiovisuelle Zugänge sowie ein Lied. Die Lernenden können Naturerscheinungen sammeln, für die sie dankbar sind, und anschließend untersuchen, weshalb Franziskus Sonne, Wasser, Erde und andere Teile der Schöpfung in seine religiöse Sprache einbezieht. Als kreative Weiterführung können eigene Strophen eines heutigen Sonnengesangs entstehen. Dabei lassen sich zugleich aktuelle Fragen nach Umweltschutz, Klimaverantwortung und einem achtsamen Umgang mit Ressourcen aufgreifen. Entscheidend ist, die Naturverbundenheit des Franziskus mit seiner Gottesbeziehung zu verbinden. Die Schöpfung besitzt für ihn Bedeutung, weil sie auf Gott verweist und Menschen zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Welt auffordert.

Auch die Beziehung zwischen Franziskus und Klara bietet einen wichtigen Zugang. Das Medium beschreibt Klara als eine Frau, die sich von der Lebensweise des Franziskus inspirieren lässt und mit seiner Unterstützung eine eigene Gemeinschaft gründet. Dadurch entstehen für eine Frau des Mittelalters neue religiöse Handlungsmöglichkeiten. Auf Seite 24 wird diese Beziehung durch einen eigenen Text und weiterführende Fragen erschlossen. Die Lernenden werden dabei ausdrücklich aufgefordert, Verbindungen zwischen Franziskus, Klara und Jesus herzustellen. Didaktisch kann daraus die Frage entstehen, was ein Vorbild auszeichnet und wie Menschen sich gegenseitig darin unterstützen können, einen eigenen Lebensweg zu finden.

Für eine selbstständige und produktorientierte Erarbeitung eignen sich insbesondere Lapbook, Faltleporello und Leseschaufenster. Das Lapbook ermöglicht es den Lernenden, zentrale Aspekte des Themas individuell auszuwählen, zu strukturieren und kreativ zu präsentieren. Das Medium stellt dafür mehrere Gestaltungsvorlagen und sogar einen Bewertungsbogen zur Verfügung. Das Faltleporello bietet sich dagegen stärker zur chronologischen Sicherung der Lebensgeschichte an. Beim Leseschaufenster werden Textverständnis und kreative Gestaltung miteinander verbunden. Lernende sollen wichtige Sätze auswählen, einen zentralen Inhalt als Bild oder Collage gestalten und eigene Entdeckungen festhalten. Diese Methoden eignen sich auch zur Differenzierung, da Lernende je nach Lernvoraussetzung unterschiedlich komplexe Texte, Aufgaben und Darstellungsformen bearbeiten können.

Als Abschluss einer Unterrichtsreihe bietet sich eine persönliche Bilanz an. Die Lernenden können beispielsweise die Frage beantworten: Was könnte Franziskus Menschen heute sagen? Alternativ wählen sie eine Lebensregel, ein Bild, einen Gedanken aus dem Friedensgebet oder ein Element des Sonnengesangs aus, das für sie die Botschaft des Franziskus besonders gut ausdrückt. Die Ergebnisse können in Form eines Lapbooks, eines Leseschaufensters, einer gestalteten Seite, eines kurzen Textes oder einer Präsentation zusammengeführt werden. Auf diese Weise bleibt die Beschäftigung nicht bei biografischem Wissen stehen. Franziskus wird vielmehr zum Ausgangspunkt für die Frage, wie christlicher Glaube in konkretem Handeln sichtbar werden kann und welche seiner Impulse für Frieden, Gerechtigkeit, Einfachheit, Gemeinschaft und Bewahrung der Schöpfung auch heute zur Auseinandersetzung herausfordern.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 6

6G.4 In der Nachfolge des Herrn. Eucharistie, Diakonie, Kirchenjahr.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 6

6.3 Von einer besseren Welt erzählen: Das Reich Gottes.

Beispielhafte Lernsequenzen

  • In welcher Welt lebe ich? Von welcher Welt träume ich?

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.