Für den Religionsunterricht eignet sich das Medium besonders als lebensweltlicher und erfahrungsorientierter Zugang zu den Themen Menschenwürde, Nächstenliebe, Wertschätzung und verantwortliches Zusammenleben. Die Arbeit mit den Gesichtern auf Seite 3 ermöglicht einen niedrigschwelligen Einstieg, da die Lernenden zunächst genau beobachten, Vermutungen formulieren und die Wirkung mimischer Signale beschreiben können. Von dieser Wahrnehmungsebene kann die Lehrkraft zur persönlichen Erfahrung überleiten und fragen, woran Lernende erkennen, dass jemand freundlich zu ihnen ist und wie sie selbst Freundlichkeit ausdrücken können. Besonders wirkungsvoll ist die im Medium vorgeschlagene Gegenüberstellung von unfreundlicher und freundlicher Begrüßung. Die Lernenden erleben dabei unmittelbar, dass Blickkontakt, Gesichtsausdruck, Körperhaltung, Gestik und Sprache Auswirkungen auf das Wohlbefinden eines anderen Menschen haben. Die anschließende Reflexion sollte ausreichend Raum erhalten, damit die Lernenden ihre Wahrnehmungen und Gefühle sprachlich ausdrücken und miteinander vergleichen können. Bei der Durchführung mit einzelnen Lernenden ist unbedingt auf Freiwilligkeit zu achten, wie dies auch das Medium ausdrücklich vorsieht. Religionspädagogisch lässt sich die Erfahrung anschließend vertiefen, indem nach der Bedeutung von Freundlichkeit für Gemeinschaft gefragt wird. Denkbare Impulse sind etwa die Fragen, warum Menschen freundlich behandelt werden möchten, was einen Menschen wertvoll macht oder ob die Würde eines Menschen davon abhängt, wie er aussieht, was er kann oder wie beliebt er ist. Dadurch kann die im Material angelegte Verbindung zwischen alltäglicher Freundlichkeit und der unveräußerlichen Würde jedes Menschen erschlossen werden. Im christlichen Religionsunterricht bietet sich darüber hinaus eine Verknüpfung mit der Nächstenliebe, der Goldenen Regel und der Vorstellung von der Gottebenbildlichkeit des Menschen an. Im Unterricht können die Lernenden konkrete Beispiele für freundliches und wertschätzendes Handeln sammeln, kleine Szenen gestalten oder gemeinsam Regeln für einen respektvollen Umgang formulieren. Eine Mindmap zum Begriff Menschenwürde oder ein Klassenplakat zum Satz „Wir sind freundlich zueinander“ ermöglicht die nachhaltige Sicherung der Ergebnisse und wird auch im Material als weiterführende Möglichkeit vorgeschlagen. Das Medium eignet sich damit sowohl als kurzer Unterrichtsimpuls als auch als Ausgangspunkt für eine umfassendere Unterrichtseinheit zu Menschenwürde, Nächstenliebe und gelingendem Zusammenleben.