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Liebeszeller Mission

Liebeszeller Mission

Wert und Würde

Veröffentlichung:1.11.2017

Die Ausgabe Mission weltweit widmet sich dem Thema „Wert und Würde“ mit 34 Seiten und fragt danach, wodurch Menschen ihren Wert erhalten und wie Menschenwürde in unterschiedlichen kulturellen Kontexten verstanden wird. Die Berichte aus Zentralasien, Südostasien, Papua Neuguinea, Malawi, Burundi, Deutschland und Japan zeigen eindrucksvoll, wie Menschen aufgrund von Hautfarbe, Bildung, Behinderung, Alter, sozialem Status, Herkunft oder wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit bewertet oder abgewertet werden. Gleichzeitig verdeutlichen die Autorinnen und Autoren, dass christlicher Glaube einen anderen Maßstab setzt: Der Wert eines Menschen gründet nicht in Leistung, Ansehen oder Besitz, sondern in seiner von Gott geschenkten Würde. Persönliche Erfahrungen, biografische Zeugnisse und gesellschaftliche Beobachtungen verbinden sich mit theologischen Reflexionen über Identität, Selbstwert und Menschenwürde. Die Ausgabe regt dazu an, eigene Wertmaßstäbe kritisch zu hinterfragen und den Blick für die Würde jedes Menschen zu schärfen.

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Das Medium eignet sich in besonderer Weise für den Religionsunterricht der Sekundarstufe I und II in Unterrichtseinheiten zu Menschenwürde, Identität, Selbstwertgefühl, Schöpfung, Ebenbildlichkeit Gottes, Inklusion, sozialer Gerechtigkeit, Vorurteilen, Diskriminierung und christlicher Ethik. Die vielfältigen Länderberichte ermöglichen einen multiperspektivischen Zugang und fördern interkulturelles Lernen. Die Lernenden können arbeitsteilig verschiedene Beiträge analysieren und untersuchen, welche Faktoren Menschen in unterschiedlichen Kulturen wertvoll oder wertlos erscheinen lassen. Besonders gewinnbringend ist die Auseinandersetzung mit den Berichten über Menschen mit Behinderungen in Zentralasien, über Schönheitsideale und gesellschaftliche Werturteile in Südostasien oder über Ausgrenzung und Entwertungserfahrungen in Deutschland. Die Texte bieten zahlreiche Anknüpfungspunkte für biblische Themen wie die Gottesebenbildlichkeit des Menschen, die Zuwendung Jesu zu gesellschaftlich Ausgegrenzten oder die paulinische Vorstellung von der Würde aller Menschen vor Gott. Methodisch eignen sich Gruppenarbeiten, Rolleninterviews, Standbilder, Perspektivwechsel, Fallanalysen, Diskussionen und kreative Schreibaufgaben. Ebenso können die Lernenden eigene Erfahrungen mit Anerkennung, Ausgrenzung und Wertschätzung reflektieren. Die authentischen Lebensgeschichten fördern Empathie, Urteilsfähigkeit und die Fähigkeit, gesellschaftliche Wertmaßstäbe kritisch zu hinterfragen. Durch die Verbindung persönlicher Erfahrungen mit theologischen Perspektiven eröffnet das Material vielfältige Möglichkeiten für einen lebensnahen und herausfordernden Religionsunterricht.

Klartext: „Das Fass muss nicht überlaufen“ (Detlef Krause)

Der einführende Impuls beschäftigt sich mit der Wirkung negativer Nachrichten und gesellschaftlicher Belastungen auf den Menschen. Der Autor plädiert für Dankbarkeit, Hoffnung und Vertrauen auf Gott. Im Unterricht dient der Text als Einstieg in die Frage, wodurch Menschen geprägt werden und wie sie ihre Würde und Hoffnung bewahren können. Die Lernenden analysieren eigene Erfahrungen mit Leistungsdruck, Medien und gesellschaftlichen Erwartungen.


Grundsatzartikel: „Wert und Würde“ (Martin Auch)

Der Leitartikel führt in das Thema ein und fragt, wodurch Menschen ihren Wert erhalten. Anhand der verschiedenen Länderberichte wird deutlich, dass Menschen häufig nach Leistung, Bildung, Herkunft, Aussehen oder sozialem Status beurteilt werden. Im Unterricht entwickeln die Lernenden zunächst eigene Vorstellungen von Menschenwürde und vergleichen diese mit christlichen Perspektiven. Der Beitrag eignet sich hervorragend als Orientierung für die gesamte Unterrichtseinheit.


Zentralasien: „Helfende Liebe ist unschlagbar“

Der Bericht schildert die Arbeit mit Kindern mit Behinderungen in einer Gesellschaft, in der Menschen mit Einschränkungen häufig ausgegrenzt werden. Die Autorinnen und Autoren berichten von einer Förderschule und der Begleitung betroffener Familien. Im Unterricht setzen sich die Lernenden mit Inklusion, Menschenwürde und gesellschaftlicher Ausgrenzung auseinander. Sie analysieren, welche Rolle Anerkennung und Unterstützung für die Entwicklung von Menschen spielen. Die Geschichte eignet sich für Perspektivwechsel und Fallanalysen.


Südostasien: „Werturteile“

Der Beitrag beschreibt gesellschaftliche Schönheitsideale und die starke Bedeutung von Hautfarbe, Bildung und sozialem Status. Dunkle Haut wird häufig als Makel betrachtet. Die Autorin reflektiert diese Erfahrungen aus christlicher Perspektive. Im Unterricht untersuchen die Lernenden Schönheitsideale, Vorurteile und gesellschaftliche Bewertungssysteme. Sie vergleichen die dargestellten Erfahrungen mit heutigen Schönheitsvorstellungen in sozialen Medien und diskutieren die Frage, wodurch Menschen wirklich wertvoll werden.


Papua Neuguinea: „Was macht mich wertvoll?“

Irmgard Schülein berichtet von ihrem Wechsel in eine neue Aufgabe, die gesellschaftlich wenig Anerkennung erfährt. Dabei stellt sie sich die Frage nach dem eigenen Wert. Im Unterricht reflektieren die Lernenden Zusammenhänge zwischen Leistung, Beruf, Anerkennung und Selbstwertgefühl. Sie diskutieren, ob der Wert eines Menschen von seiner Leistung abhängt oder ob Menschen unabhängig davon Würde besitzen. Der Beitrag eignet sich für biografisches Lernen.


Malawi: „Ich bin nicht mehr dumm!“

Die Geschichte von Bitilesi zeigt, wie Lesen und Schreiben das Leben einer älteren Frau verändern. Durch Bildung gewinnt sie Selbstvertrauen und neue Würde. Gleichzeitig entdeckt sie ihren Wert als Kind Gottes. Im Unterricht analysieren die Lernenden die Bedeutung von Bildung für Selbstwert und gesellschaftliche Teilhabe. Die Geschichte eignet sich für Gespräche über Chancengerechtigkeit, Bildung und Menschenwürde.


Burundi: „Wertvoll“

Anhand verschiedener Beispiele zeigen die Autoren, wie Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihres Alters oder ihrer gesellschaftlichen Stellung bewertet werden. Gleichzeitig berichten sie von Projekten, in denen Menschen neue Wertschätzung erfahren. Im Unterricht untersuchen die Lernenden Mechanismen sozialer Ausgrenzung und überlegen, wie Gemeinschaften zu Orten der Anerkennung werden können. Besonders geeignet ist die Arbeit mit den Begriffen Selbstwert, Neuwert und Nachahmenswert.


Deutschland: „Erkenne den Entwerter in dir!“

Der Beitrag beschreibt Mobbing, Arbeitslosigkeit, Migration und andere Situationen, in denen Menschen entwertet werden. Aaron Köpke fordert dazu auf, eigene Vorurteile und Bewertungsmuster kritisch zu hinterfragen. Im Unterricht analysieren die Lernenden Beispiele von Ausgrenzung und entwickeln Strategien für mehr Wertschätzung im schulischen Alltag. Der Text eignet sich hervorragend für Projekte zur sozialen Verantwortung und zur Prävention von Mobbing.


Japan: „Sein vor Tun und Haben“

In einem Interview beschreibt der Kindergartenleiter Yusuke Imoto die Bedeutung des einzelnen Menschen in einer leistungsorientierten Gesellschaft. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob der Wert eines Menschen von seinem Nutzen oder von seinem Sein abhängt. Im Unterricht vergleichen die Lernenden unterschiedliche Menschenbilder und diskutieren den Zusammenhang von Leistung, Erfolg und Würde. Der Beitrag eignet sich besonders für ethische Reflexionen über Leistungsdruck und Selbstwertgefühl.


Deutschland: „Neue Familie mit anderen Werten“

Der Beitrag über interkulturelle Teams zeigt, wie Menschen aus unterschiedlichen kulturellen Hintergründen miteinander leben und arbeiten. Im Unterricht reflektieren die Lernenden kulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Sie analysieren, welche Werte für gelingende Gemeinschaft notwendig sind und wie Vielfalt bereichernd wirken kann.


Sonderbeitrag: „Lebenswert und Menschenwürde“ (Schwester Johanna Hägele)

Der theologische Grundsatzbeitrag setzt sich mit der Frage auseinander, ob Menschenwürde verdient werden muss oder jedem Menschen von Gott geschenkt ist. Die Autorin entwickelt eine christliche Perspektive auf Menschenwürde und widerspricht leistungsorientierten Vorstellungen menschlichen Wertes. Im Unterricht eignet sich der Text besonders für die Oberstufe. Die Lernenden vergleichen philosophische und christliche Menschenbilder und entwickeln eigene Positionen zur Begründung der Menschenwürde.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9.2 Nach Gerechtigkeit streben: Gleiche Lebensbedingungen für alle.

Beispielhafte Lernsequenzen

  • Weltweite Gerechtigkeit (Entwicklungsländer, Verschuldung)

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