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Reliboard | Bistum Essen

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Der Sieg über den Tod: Tod und Auferstehung Jesu und ihre Bedeutung für uns

Eine Arbeitshilfe für den Religionsunterricht in der Qualifikationsphase

Veröffentlichung:20.4.2026

Die Arbeitshilfe des Bistums Essen stellt eine vollständig ausgearbeitete Unterrichtsreihe für die Qualifikationsphase (Q1/Q2) des katholischen Religionsunterrichts zur Verfügung. Sie umfasst neun dokumentierte Unterrichtseinheiten in vier Sequenzen: Sequenz 1 behandelt den Kreuzestod Jesu (synoptischer Vergleich der Passionsgeschichten, historisch-juristische Schuldanalyse, Sühneopfertheologie); Sequenz 2 die Auferstehung Jesu und ihre theologischen Deutungen (Marxsen, Lüdemann, Lohfink); Sequenz 3 die Eschatologie (Jüngstes Gericht, Himmel / Hölle); Sequenz 4 die interreligiöse Perspektive (jüdisches und muslimisches Verständnis von Auferstehung und Jesus). Die Arbeitshilfe enthält eine fachdidaktische Begründung der Reihenstruktur, eine theologische Sachanalyse der Deutungsmodelle des Todes Jesu, tabellarische Stundenübersichten sowie umfangreiches Arbeitsmaterial (Bibeltexte, Primärquellen, Tafelbilder, Sketchnote-Beispiele, Placemats, Instagram-Post-Aufgabe, Beobachtungsbögen für Podiumsdiskussion).


Products

Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe (Q1/Q2, NRW), explizit am Kernlehrplan für die Sekundarstufe II Gymnasium/Gesamtschule Katholische Religion NRW (2014) sowie an den Zentralabitur-Vorgaben orientiert.

Curriculare Einbettung: Die Reihe deckt einen der zentralen Inhaltsfelder des Abiturs in NRW ab und berührt folgende Kompetenzbereiche: Sachkompetenz (Deutungen des Todes Jesu darstellen und beurteilen, Auferstehungsglauben erläutern), Urteilskompetenz (Verantwortung für den Tod Jesu beurteilen, Relevanz von Glaubensaussagen heute erörtern), Methodenkompetenz (kriterienorientierte Textanalyse, synoptischer Vergleich, Podiumsdiskussion) sowie Handlungskompetenz (angemessen über Sinn und Transzendenz sprechen). Theologisch werden folgende Inhalte erschlossen: Christologie (historischer Jesus, leidender und auferstehender Christus), Soteriologie (Sühneopfertheologie in vier Zugängen: Opfertier, neuer Bund, Gottesknecht, Sündenbock), Eschatologie sowie interreligiöse Hermeneutik. Die fachdidaktische Rahmung erfolgt explizit über die Prinzipien der Korrelation (nach Würzburger Synode) und der Elementarisierung.

Methodische Stärken: Die Reihe besticht durch eine konsequent korrelationsdidaktische Struktur: Der Einstieg über das Lied „Angst" der Toten Hosen (UE 1) erschließt das existenzielle Grundthema lebensweltlich, bevor die biblisch-theologische Auseinandersetzung beginnt. Methodisch besonders hervorzuheben sind die arbeitsteilige Gruppenarbeit mit Placemat-Sicherung (UE 5: Sühneopfertheologie), die Podiumsdiskussion mit Rollenkarten (UE 8: Auferstehungsdeutungen nach Marxsen / Lohfink / Lüdemann) sowie die kreativ-digitale Transferaufgabe (Instagram-Post zu „Jesu Tod – ein Geschenk?"). Die Sketchnote-Methode zur Visualisierung der Passionsgeschichte (UE 3) fördert kreative Verarbeitung komplexer Bibeltexte. Die historisch-juristische Quellenarbeit (UE 4: außerbiblische Belege zur Kreuzigung, Schuldfrage) ist methodisch anspruchsvoll und öffnet zugleich den wichtigen antijudaismuskritischen Diskurs. Die Bildimpulse (Arma Christi, Yad Vashem / Auschwitz) setzen theologische und ethische Reflexionen in Gang, die über das rein Bibelkundliche deutlich hinausgehen.

Differenzierung: Die Arbeitshilfe ist für eine leistungsstarke gymnasiale Oberstufenlerngruppe konzipiert und differenziert primär durch Aufgabenformate (EA → PA → GA) und unterschiedlich anspruchsvolle Textgrundlagen (Einsteigerbibel-nahe Texte für UE 1–2 vs. theologische Fachquellen von Jon Sobrino, Willi Marxsen, Gerd Lüdemann, Gerhard Lohfink in UE 5–8). Eine explizite Binnendifferenzierung für leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler ist nicht vorgesehen; für inklusive Settings müssten Texte adaptiert werden.

Mögliche Unterrichtsszenarien (Auswahl):

  • Einstieg in die Reihe: Lied „Angst" der Toten Hosen als affektiver Zugang zu Sterblichkeit und Gottesvertrauen; Überleitung zur Frage: „Hatte Jesus Angst?"
  • Passionsarbeit: Synoptischer Gruppenvergleich (Mk / Lk / Joh) mit Sketchnote-Visualisierung; Arma-Christi-Bildanalyse als Vertiefung
  • Schuld- und Verantwortungsfrage: Außerbiblische Quellen zur Kreuzigung im römischen Reich; Antijudaismus-Diskurs als gesellschaftspolitischer Transfer
  • Sühneopfertheologie: Placemat-Gruppenarbeit zu vier alttestamentlichen Deutungsmodellen; Abschluss: kreative Reflexion über Instagram-Post
  • Auferstehungsdeutungen: Rollenkarten-Podiumsdiskussion (Marxsen / Lohfink / Lüdemann); Vier-Ecken-Positionierung als körperaktive Stellungnahme


Hinweise und Grenzen: Die Arbeitshilfe ist für NRW konzipiert und am dortigen Kernlehrplan ausgerichtet; eine Übertragung auf andere Bundesländer erfordert lehrplanbezogene Anpassungen. Sequenz 3 (Eschatologie) und Sequenz 4 (interreligiöse Perspektive) sind in der vorliegenden PDF lediglich als Überschriften ohne ausgearbeitetes Material aufgeführt; hier müssen Lehrkräfte eigenständig Material ergänzen. Der Fokus der Sachanalyse auf die Sühneopfertheologie (Sobrino) ist bewusst didaktisch reduziert; im Abiturkontext könnten weiterführende dogmatische Deutungsmodelle ergänzt werden. Die Materialien sind professionell gestaltet und sofort unterrichtspraktisch einsetzbar.

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