Der Artikel analysiert Offenbarung als theologischer Reflexionsbegriff und Deutungskategorie, die die Selbstmitteilung Gottes an die Menschheit beschreibt. Offenbarung ist kein abstraktes Konzept, sondern bezieht sich auf die lebendige Kommunikation zwischen Gott und Menschen, die sich primär in geschichtlichen Ereignissen manifestiert. Die Geschichte bildet den angemessenen Ort der Offenbarung, da sie sowohl Menschliches als auch Unerwartetes enthält und damit Gottes freie Gnadentat widerspiegelt. Jesus Christus wird als Höhepunkt und Vollendung der Offenbarung verstanden, in dem sich Gott in konkreter menschlicher Gestalt mitteilt, wobei katholische und evangelische Theologie unterschiedliche Akzente setzen. Offenbarung ist kein einseitiges Geschehen von oben herab, sondern ein dialogisches Miteinander, das menschliche Annahme, Glaube und Weitertradition konstitutiv einschließt. Die anthropologische Wende der Theologie zeigt, dass der Mensch durch seine Existenz selbst auf Gottes Offenbarung ausgerichtet ist. Die Heilige Schrift und die apostolische Kirche sind wesentliche Bestandteile des Offenbarungsgeschehens als erste Bezeugung. Trotz ihrer Bedeutung als Schlüsselbegriff der Dogmatik und Fundamentaltheologie wird Offenbarung in religionspädagogischen Diskursen kaum thematisiert, obwohl ihre Inhalte implizit ständig präsent sind. Der Artikel plädiert für eine stärkere religionspädagogische Reflexion dieses zentralen theologischen Konzepts.