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Missio Magazin

Missio Magazin

Philippinen und Uganda

Veröffentlichung:1.1.2025

Das vorliegende Heft ist eine Ausgabe des missio Magazins mit dem Schwerpunkt auf Schutz, Würde und neuen Lebensperspektiven für Kinder und Frauen, insbesondere auf den Philippinen und in Uganda. Im Zentrum steht unter anderem ein Schutzhaus für Mädchen auf den Philippinen, in dem junge Menschen, die Gewalt und Missbrauch erfahren haben, Sicherheit, Begleitung und neue Zukunftschancen erhalten. Ergänzend werden Beispiele aus Uganda vorgestellt, wo Frauen durch gemeinschaftliche Projekte Wege aus Armut finden. Das Magazin verbindet persönliche Lebensgeschichten mit globalen Fragen nach Menschenwürde, Gerechtigkeit und der Rolle von Kirche und Hilfswerken.

Die Ausgabe 6/2025 des missio magazins stellt Menschen in den Mittelpunkt, die sich gegen Gewalt, Armut und gesellschaftliche Ausgrenzung einsetzen. Die zentrale Reportage führt in ein Schutzhaus der Schwestern vom Guten Hirten nahe Manila. Dort finden Mädchen, die Vernachlässigung und sexualisierte Gewalt erfahren haben, Sicherheit, therapeutische Begleitung, Bildung und neue Zukunftsperspektiven. Am Beispiel der Jugendlichen Gwen und Dimple wird gezeigt, wie ein strukturierter Alltag, verlässliche Beziehungen und professionelle Hilfe einen Neuanfang ermöglichen können. Ein weiterer Schwerpunkt führt nach Masese in Uganda. Dort begleiten die Evangelizing Sisters of Mary Frauen, die unter Armut, Vertreibung, mangelnder Bildung und unsicheren Lebensverhältnissen leiden. Durch Startkapital, Gemeinschaft und Beratung entwickeln die Frauen eigene kleine Geschäftsideen und gewinnen wirtschaftliche Selbstständigkeit. Ergänzt werden die Reportagen durch Beiträge über Menschenrechte, Demokratie, Zivilcourage, interreligiösen Dialog, weltkirchliche Verantwortung und das Engagement von Ordensfrauen. Das Leitwort „Die Hoffnung lässt nicht zugrunde gehen“ verbindet die unterschiedlichen Lebensgeschichten mit der christlichen Botschaft von Menschenwürde, Solidarität und Befreiung.

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Das Medium eignet sich vor allem für den Religionsunterricht ab der achten Jahrgangsstufe sowie für die Sekundarstufe II. Einzelne Beiträge über Ordensfrauen, Hoffnung, Solidarität und wirtschaftliche Selbstständigkeit können auch mit jüngeren Lernenden verwendet werden. Die zentrale Reportage über das Schutzhaus behandelt jedoch sexualisierte Gewalt, Vernachlässigung, familiäre Konflikte, Traumatisierung und die Ausbeutung von Kindern. Deshalb muss die Lehrkraft die Lerngruppe und mögliche persönliche Belastungen berücksichtigen. Die Arbeit mit dem Beitrag benötigt eine klare Ankündigung, eine sensible Sprache und eine geschützte Gesprächsatmosphäre. Niemand darf dazu aufgefordert werden, persönliche Erfahrungen offenzulegen. Auf Rollenspiele, in denen Lernende die Perspektive eines Opfers oder eines Täters übernehmen, sollte verzichtet werden. Die Lehrkraft sollte außerdem auf schulische Beratungsangebote und geeignete Hilfestellen hinweisen.

Als Einstieg kann das Titelbild betrachtet werden. Die Lernenden beschreiben zunächst Farben, Formen, Personen und den englischen Satz „Here, everyone is safe“. Anschließend deuten sie die Bildgestaltung und überlegen, was Sicherheit für Kinder und Jugendliche bedeutet. Mögliche Impulse lauten: Wo fühlen sich Menschen sicher? Woran erkennt man einen sicheren Ort? Welche Personen und Strukturen können Schutz geben? Die Antworten können den Begriffen Vertrauen, Geborgenheit, Würde, Schutz, Gemeinschaft und Zukunft zugeordnet werden. Danach wird das Titelbild mit ausgewählten Aussagen aus der Reportage verglichen.

Für die Erarbeitung der Reportage empfiehlt sich eine behutsame Auswahl kurzer Textabschnitte. Die Lernenden können untersuchen, welche Belastungen die Mädchen erfahren haben, welche Hilfen das Schutzhaus anbietet und welche Zukunftswünsche sichtbar werden. Die Ergebnisse lassen sich in drei Feldern ordnen: Erfahrungen vor der Aufnahme, Leben im Schutzhaus und Perspektiven für die Zukunft. Dabei sollte der Schwerpunkt nicht ausschließlich auf dem erlittenen Unrecht liegen. Ebenso wichtig sind die Fähigkeiten, Wünsche und Handlungsmöglichkeiten der Mädchen. Dadurch werden sie nicht auf eine Opferrolle reduziert.

Eine weitere Aufgabe kann die Gestaltung eines Modells für einen sicheren Ort sein. Die Lernenden sammeln räumliche, soziale, rechtliche und seelische Bedingungen, die Kinder und Jugendliche benötigen. Dazu gehören verlässliche Bezugspersonen, Bildung, medizinische Versorgung, Schutz vor Gewalt, Möglichkeiten zur Beteiligung, Privatsphäre und Zugang zu Beratung. Anschließend vergleichen sie ihre Überlegungen mit der Arbeit der Schwestern, Sozialarbeiterinnen und Therapeuten im Schutzhaus. So wird deutlich, dass Schutz nicht nur ein Gebäude, sondern ein umfassendes pädagogisches und gesellschaftliches Konzept ist.

Die Reportage kann mit der christlichen Vorstellung von der unverlierbaren Würde jedes Menschen verbunden werden. Geeignet sind die Schöpfungserzählung mit der Aussage von der Gottebenbildlichkeit, die Kindersegnung Jesu, die Seligpreisungen und die Erzählung vom barmherzigen Samariter. Die Lernenden prüfen, welche Haltung gegenüber verletzlichen Menschen in den Texten sichtbar wird. Sie können anschließend formulieren, welche Verpflichtungen daraus für Kirche, Staat und Gesellschaft entstehen. Auch die Kinderrechtskonvention bietet sich als Vergleichstext an. Die Lernenden ordnen den beschriebenen Situationen Rechte auf Schutz, Bildung, Gesundheit, Beteiligung und ein sicheres Aufwachsen zu.

Die Arbeit der Ordensfrauen ermöglicht einen Zugang zum Thema gelebter Glaube. Die Lernenden untersuchen, wie Spiritualität und soziales Engagement miteinander verbunden werden. Leitfragen können sein: Was motiviert die Schwestern? Welche Risiken und Belastungen nehmen sie auf sich? Wie zeigt sich christliche Nächstenliebe in professioneller Hilfe? Worin unterscheidet sich nachhaltige Unterstützung von bloßem Mitleid? Auf dieser Grundlage kann diskutiert werden, ob der Einsatz für Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit zum Kernauftrag der Kirche gehört.

Die Reportage über die Frauen von Masese eignet sich besonders für globales und ethisches Lernen. In arbeitsteiliger Gruppenarbeit können Ursachen der Armut, Folgen von Dürre und Vertreibung, mangelnde Bildungsangebote, unsichere Wohnverhältnisse und wirtschaftliche Abhängigkeit untersucht werden. Eine weitere Gruppe beschäftigt sich mit den Geschäftsideen der Frauen, etwa Gemüseanbau, Tierhaltung, Wiederverwertung von Materialien oder der Herstellung von Brennmaterial. Die Lernenden erkennen, dass die Frauen über Wissen, Kreativität und Durchhaltevermögen verfügen. Hilfe erscheint dadurch nicht als einseitige Versorgung, sondern als Unterstützung selbstbestimmten Handelns.

Ein Vergleich der beiden Hauptreportagen kann Gemeinsamkeiten und Unterschiede erschließen. In beiden Fällen schaffen Ordensfrauen geschützte Räume, stärken Selbstvertrauen und eröffnen neue Handlungsmöglichkeiten. Während auf den Philippinen der Schutz traumatisierter Mädchen im Vordergrund steht, geht es in Uganda besonders um wirtschaftliche Selbstständigkeit und den Weg aus extremer Armut. Eine Vergleichstabelle kann die Kategorien Ausgangslage, Form der Unterstützung, Rolle der Gemeinschaft, Bedeutung des Glaubens und Zukunftsperspektiven enthalten.

Zur Förderung der Medienkompetenz sollten die Lernenden auch die journalistische Gestaltung untersuchen. Sie analysieren die Wirkung der Fotografien, Überschriften, persönlichen Aussagen und erklärenden Informationskästen. Dabei fragen sie, wie Nähe zu den dargestellten Menschen entsteht, welche Perspektiven besonders hervorgehoben werden und welche Informationen fehlen. Die Lernenden können einen ausgewählten Beitrag in eine sachliche Nachricht, einen kurzen Audiobeitrag oder ein Interview umgestalten. So erfahren sie, wie die Wahl einer Darstellungsform die Wahrnehmung eines Themas beeinflusst.

Der Beitrag über Zivilcourage und Demokratie eröffnet eine Verbindung zur Lebenswelt der Lernenden. Ausgehend von der Frage „Wie geht Zivilcourage?“ können Situationen gesammelt werden, in denen Menschen widersprechen, Hilfe holen oder sich für andere einsetzen sollten. Fallbeispiele zu Ausgrenzung, menschenfeindlichen Äußerungen, Manipulation in sozialen Medien oder dem Wegsehen bei Unrecht ermöglichen eine begründete Auseinandersetzung mit Handlungsmöglichkeiten. Wichtig ist, dass Zivilcourage nicht mit unüberlegter Selbstgefährdung gleichgesetzt wird. Hilfe organisieren, Vorfälle dokumentieren und verantwortliche Erwachsene informieren können ebenso mutige Handlungen sein.

Zum Abschluss können die Lernenden das biblische Leitwort „Die Hoffnung lässt nicht zugrunde gehen“ auf die vorgestellten Lebensgeschichten beziehen. Sie unterscheiden dabei zwischen Hoffnung als bloßem Wunsch und Hoffnung als Kraft zum Handeln. Möglich sind persönliche Hoffnungssätze, ein gemeinsames Gebet, eine Ausstellung über sichere Orte, ein Informationsplakat zu Kinderrechten oder eine Präsentation über Frauen, die gesellschaftliche Veränderungen gestalten. Eine abschließende Reflexion sollte verdeutlichen, dass christliche Hoffnung Leid nicht verharmlost, sondern zur Wahrnehmung von Unrecht, zur Solidarität und zum verantwortlichen Handeln ermutigt.


Für den Religionsunterricht bietet dieses Medium zahlreiche didaktische Zugänge, um Lernenden zentrale ethische und religiöse Fragestellungen zu erschließen. Ein sinnvoller Einstieg kann über die Bildbetrachtung erfolgen, etwa anhand des Titelbildes mit der Botschaft von Sicherheit und Schutz oder der Fotografien aus den Schutzprojekten. Lernenden können ihre Eindrücke formulieren und erste Deutungen entwickeln. Im weiteren Verlauf kann die Thematik von Menschenwürde, Schutz von Kindern und Verantwortung der Gesellschaft vertieft werden. Dabei lassen sich biblische Bezüge herstellen, etwa zur besonderen Zuwendung Jesu zu Kindern oder zur Würde jedes Menschen. Methodisch bieten sich Perspektivwechsel an, indem Lernenden sich in die Situation betroffener Mädchen oder engagierter Helfender hineinversetzen und ihre Gedanken in Form von Briefen, Tagebucheinträgen oder kurzen Szenen ausdrücken. Auch Gruppenarbeit zu Themen wie Gewalt, Schutzräume und Hoffnung kann das Verständnis vertiefen. Eine Diskussion über die Rolle von Kirche und Hilfsorganisationen sowie über eigene Handlungsmöglichkeiten fördert die Urteilsfähigkeit und das Verantwortungsbewusstsein. Ziel ist es, Empathie zu entwickeln, globale Zusammenhänge zu erkennen und den Wert von Schutz und Würde im eigenen Leben zu reflektieren.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9G.2 Darf man alles, was man kann? Fortschritt und menschliche Zukunft.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9.2 Nach Gerechtigkeit streben: Gleiche Lebensbedingungen für alle.

Beispielhafte Lernsequenzen

  • Weltweite Gerechtigkeit (Entwicklungsländer, Verschuldung)

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