Das Magazin eignet sich vor allem für den Religionsunterricht in der Sekundarstufe und kann in Unterrichtsreihen zu globaler Gerechtigkeit, Flucht, Frieden, Menschenwürde, Schöpfungsverantwortung, Kirche in der Welt oder christlicher Entwicklungszusammenarbeit eingesetzt werden. Da das Medium zahlreiche Themen enthält, empfiehlt sich keine vollständige Behandlung aller Beiträge. Sinnvoller ist eine gezielte Auswahl einzelner Reportagen, Bilder oder Lebensgeschichten, die zur Lerngruppe und zum Unterrichtsschwerpunkt passen. Die Arbeit mit dem Magazin ermöglicht es den Lernenden, globale Krisen nicht nur als abstrakte politische Ereignisse, sondern aus der Perspektive betroffener Menschen wahrzunehmen. Dabei sollte darauf geachtet werden, die dargestellten Personen nicht ausschließlich als hilfsbedürftige Opfer zu betrachten. Ihre Eigeninitiative, ihre religiösen Überzeugungen, ihre Widerstandskraft und ihre Beiträge zur Gestaltung der Gesellschaft sollten ausdrücklich einbezogen werden.
Als Einstieg kann eine großformatige Fotografie aus der Reportage über den Südsudan verwendet werden. Die Lernenden beschreiben zunächst genau, was sie sehen, ohne das Bild sofort zu bewerten. Anschließend formulieren sie Vermutungen zur Situation, zu den Gedanken der dargestellten Personen und zu möglichen Ursachen. Nach der Lektüre ausgewählter Textstellen vergleichen sie ihre Vermutungen mit den Informationen des Berichts. Eine behutsame Bilderschließung verhindert vorschnelle Urteile und fördert die Fähigkeit, zwischen Beobachtung, Deutung und Bewertung zu unterscheiden. Persönliche Aussagen von Gabriel Lang, Hamad Atiab Hamad oder Silviana Joseph können als Ausgangspunkt für einen Perspektivwechsel dienen. Die Lernenden verfassen beispielsweise einen inneren Monolog, einen Tagebucheintrag oder Fragen für ein fiktives Interview. Dabei muss deutlich gemacht werden, dass fremde Erfahrungen nicht vollständig nachempfunden werden können und dass erfundene Texte auf den Informationen des Mediums beruhen müssen.
Für eine arbeitsteilige Erschließung können Kleingruppen unterschiedliche Aspekte der Flüchtlingskrise untersuchen. Eine Gruppe beschäftigt sich mit den Ursachen der Flucht, eine weitere mit den Lebensbedingungen in den Aufnahmezentren, eine dritte mit der besonderen Gefährdung von Frauen und Menschen mit Behinderung und eine vierte mit der Arbeit kirchlicher Hilfsorganisationen. Die Ergebnisse können auf Plakaten, in digitalen Präsentationen oder in Form einer gemeinsamen Wandzeitung zusammengeführt werden. Anschließend diskutieren die Lernenden, welche Formen von Hilfe kurzfristig notwendig sind und welche politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen langfristig gebraucht werden. Biblische Bezüge bieten sich durch Texte über Fremde, Nächstenliebe, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit an. Geeignet sind etwa die Erzählung vom barmherzigen Samariter, die Rede vom Weltgericht im Matthäusevangelium oder alttestamentliche Gebote zum Schutz von Fremden. Die Lernenden prüfen, welche Orientierung diese Texte für heutiges Handeln geben und wo einfache Übertragungen an Grenzen stoßen.
Die Beiträge über Papua Neuguinea eignen sich besonders für eine Unterrichtsreihe zur Bewahrung der Schöpfung. Ausgangspunkt kann die Aussage sein, dass Land nicht nur wirtschaftlicher Besitz, sondern Teil von Identität, Gemeinschaft und Erinnerung ist. Die Lernenden vergleichen dieses Verständnis mit ihrer eigenen Beziehung zu Heimat, Landschaft und Eigentum. Danach untersuchen sie die Folgen von Klimawandel, Müll, Bergbau und Landraub. Die Aussagen von Roberta Heni und Schwester Daisy Lisania verdeutlichen, dass Frauen wichtige Stimmen in gesellschaftlichen und kirchlichen Veränderungsprozessen sind. In einer strukturierten Diskussion können die Lernenden erörtern, wer Verantwortung für den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen trägt. Dabei sollten die Rollen der lokalen Bevölkerung, der Regierung, internationaler Unternehmen, der Kirchen und wohlhabender Staaten unterschieden werden. Als theologischer Bezug eignen sich die Schöpfungserzählungen, das Motiv des Menschen als verantwortliches Geschöpf sowie Aussagen aus der Enzyklika Laudato si.
Auch die koloniale Vergangenheit Papua Neuguineas sollte kritisch thematisiert werden. Die Lernenden können untersuchen, welche positiven Beiträge kirchliche Einrichtungen in Bildung und Gesundheitsversorgung leisten und zugleich fragen, wie Mission, Kolonialismus, Landnahme und kulturelle Bevormundung miteinander verbunden waren. Dadurch wird ein differenziertes Kirchenbild gefördert, das weder ausschließlich Erfolge hervorhebt noch die gegenwärtige Arbeit pauschal abwertet. Eine Quellenkritik bietet sich an, weil das Magazin von einem katholischen Hilfswerk herausgegeben wird. Die Lernenden untersuchen, welche Ziele das Medium verfolgt, wessen Stimmen ausführlich vorkommen, welche Perspektiven fehlen und wie Fotografien sowie emotionale Lebensgeschichten die Wahrnehmung beeinflussen. Ein Vergleich mit einer Nachrichtenseite, einem Bericht einer internationalen Organisation oder einer Stimme aus der jeweiligen Region kann die Medienkompetenz vertiefen.
Methodisch bietet sich außerdem ein Gruppenpuzzle an. Verschiedene Gruppen bearbeiten Beiträge zu Flucht, Bildung, Gesundheit, Klima, Frauenrechten und kirchlichem Engagement. In neuen Gruppen erklären sich die Lernenden gegenseitig ihre Ergebnisse und suchen nach verbindenden Fragen. Als Sicherung kann ein Schaubild entstehen, das die Beziehungen zwischen Menschenwürde, Gerechtigkeit, Frieden, Bildung und Schöpfungsverantwortung sichtbar macht. Für einen handlungsorientierten Abschluss entwickeln die Lernenden eine Informationskampagne, einen Gottesdienstimpuls, ein Gebet, eine Ausstellung oder konkrete Vorschläge für verantwortliches Handeln in der Schule. Spendenaktionen sollten nur nach einer kritischen Auseinandersetzung durchgeführt werden. Entscheidend ist, dass die Lernenden nicht lediglich zu Mitleid angeregt werden, sondern Zusammenhänge verstehen, eigene Privilegien reflektieren und Möglichkeiten solidarischen Handelns begründet beurteilen.
Das Heft eignet sich besonders für die Förderung von Perspektivwechsel und Empathiefähigkeit, indem Lernende Einblicke in Lebenswelten außerhalb ihres eigenen Erfahrungshorizontes erhalten. Methodisch kann das Magazin in arbeitsteiliger Gruppenarbeit eingesetzt werden, bei der unterschiedliche Artikel analysiert und anschließend im Plenum vorgestellt werden. Ebenso bietet sich eine Bildanalyse an, da viele Fotografien emotionale Zugänge eröffnen und zur Deutung anregen. Eine weitere Möglichkeit besteht im Vergleich der dargestellten Lebenssituationen mit der eigenen Lebenswelt, wodurch ethische Fragestellungen wie Gerechtigkeit, Solidarität und Verantwortung vertieft werden können. Auch projektorientiertes Arbeiten ist denkbar, etwa durch die Entwicklung eigener Ideen für soziales Engagement oder die Auseinandersetzung mit kirchlichen Hilfswerken. Differenzierung kann durch unterschiedliche Textzugänge erfolgen, indem leichtere und komplexere Artikel gezielt ausgewählt werden. Zudem kann das Medium zur Förderung religiöser Sprachfähigkeit genutzt werden, indem zentrale Begriffe wie Nächstenliebe, Hoffnung oder Glaube herausgearbeitet und in Beziehung zu konkreten Lebenssituationen gesetzt werden.