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Fenster zum Sonntag

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Montagsgebete für die Freiheit - der Mauerfall — Fenster zum Sonntag-Talk

Veröffentlichung:28.12.2011

Am 9. Oktober 1989 zogen 70 000 Menschen mit einer Kerze «bewaffnet» durch Leipzig. Es war die größte Demonstration der DDR. Die gewaltfreie Revolution wuchs aus den Montagsgebeten, die Pfarrer Christian Führer initiierte. Gebete, die Mauern erschütterten.

Das zentrale Interview mit Pfarrer Christian Führer beginnt ab 2:43. Der Start wurde in schweizerischem Dialekt aufgenommen und kann entfallen.

Das Video zeigt eindrücklich die Rolle der Leipziger Nikolaikirche und insbesondere der Montagsgebete für die Friedliche Revolution in der DDR im Jahr 1989. Ausgehend von der Situation in Berlin und Leipzig wird deutlich, dass der entscheidende Impuls für den gesellschaftlichen Umbruch nicht allein von politischen Ereignissen, sondern wesentlich aus einem kirchlichen Raum herausging. Im Zentrum steht die Nikolaikirche als offener Ort für alle Menschen – für Christinnen und Christen ebenso wie für Nichtglaubende, für Angepasste ebenso wie für Protestierende. Pfarrer Christian Führer schildert, wie die Friedensgebete seit den frühen 1980er Jahren aus der Friedensdekade entstanden, wie sich die Kirche zunehmend für Randgruppen und kritische Stimmen öffnete und wie sich dort eine Kultur der Gewaltlosigkeit entwickelte. Besonders eindrücklich wird der 9. Oktober 1989 beschrieben, als Tausende Menschen nach den Friedensgebeten mit Kerzen in der Hand auf die Straße gingen und so ein starkes Zeichen gegen Gewalt und Unterdrückung setzten. Das Medium macht deutlich, dass christlicher Glaube, Gebet, Offenheit und Zivilcourage entscheidende Kräfte für politischen Wandel und gesellschaftliche Befreiung sein können.

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Didaktisch eignet sich das Medium in besonderer Weise für Unterrichtseinheiten zu den Themen „Kirche und Gesellschaft“, „Gewaltlosigkeit“, „Zivilcourage“, „Friedensethik“ und „christliche Verantwortung in der Welt“. Es eröffnet die Möglichkeit, Kirche nicht nur als religiösen Binnenraum, sondern als gesellschaftlich wirksamen Ort der Hoffnung, Freiheit und Veränderung kennenzulernen. Methodisch empfiehlt sich zunächst eine historische Verortung, damit die Schülerinnen und Schüler die Lebensbedingungen in der DDR sowie die politische Brisanz der Ereignisse verstehen können. Anschließend kann das Video unter Leitfragen erschlossen werden, etwa: Warum wurde die Nikolaikirche zu einem Ort der Freiheit? Welche Rolle spielten Gebet, Offenheit und Gewaltlosigkeit? Was bedeutet die Aussage „Keine Gewalt“ im christlichen Sinn? Besonders fruchtbar ist es, die Verbindung von Glaube und politischem Handeln herauszuarbeiten. Hier kann die Bergpredigt als theologischer Bezugstext herangezogen und mit den Aussagen Christian Führers verglichen werden. Ebenso lässt sich die Symbolkraft der Kerzen und der offenen Kirche deuten. Für die methodische Umsetzung bieten sich Gruppenarbeit, Quellenarbeit, Standbilder oder Rollenkarten an, etwa aus der Perspektive von Demonstrierenden, kirchlichen Mitarbeitenden oder staatlichen Kräften. In höheren Jahrgangsstufen kann zusätzlich die Frage vertieft werden, welche Verantwortung Kirche heute in gesellschaftlichen Konflikten trägt. Das Medium fördert damit historisches Lernen, ethische Urteilsbildung und die Reflexion darüber, wie christlicher Glaube öffentlich wirksam werden kann, ohne Macht auszuüben, sondern indem er Menschen stärkt, schützt und zu friedlichem Handeln ermutigt.

Hessen

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Sekundarstufe II | Q4 Kirche – Gemeinde Jesu Christi

Q4.4 Kirche im Wandel der Zeit.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.2 Dem Zeitgeist widerstehen: Kirche und Diktatur.

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