Der Einstieg gelingt über Abstimmungen zu Fragen zur Gleichberechtigung wie z. B. Sind Männer und Frauen in Deutschland gleichberechtigt: per Gesetz, im Privaten. Die Ergebnisse werden in ein hier antizipiertes Tafelbild getrennt nach Mädchen und Jungen eingetragen. Die Ergebnisse der Abstimmung werden diskutiert. Ziel ist dabei das reflektierte Aufdecken des Unterschiedes zwischen Gesetz und Wirklichkeit von Gleichberechtigung.
In einem weiteren Schritt wird die Lage der deutschen Frauen vor den gesetzlichen Änderungen zur Gleichberechtigung erfasst.
Dazu liegt ein Material mit den entsprechenden Paragrafen vor. Vorgaben erleichtern die Bearbeitung: Vor 1958 war es einer Frau nicht möglich … Vor 1977 war es einer Frau nicht möglich … In einem weiteren Schritt werden Gründe für die Situation der Frauen diskutiert. Dabei wird das Entstehen der patriarchalischen Gesellschaftsstrukturen entwickelt.
Der zweite Baustein untersucht geschlechtsspezifische Diskriminierung in Deutschland. Dazu werden Eigenschaften von Frauen und Männern gesammelt. Geschlechtsspezifische Berufsgruppen werden ebenfalls im Unterrichtsgespräch auf der Tafel notiert. Ein Material stellt weiterführende Unterschiede zwischen den Geschlechtern heraus, welche die Frau benachteiligen. Dabei wird vor allem die dreifache Belastung durch Haushalt, Kindererziehung und Beruf thematisiert.
Der nächste Schritt zeigt Vorteile der Frauen im Berufsleben auf. Gerade ihre soziale Kompetenz wird in den Teamarbeiten und Gruppenprojekten moderner Unternehmen deutlich. Die sich ändernde Berufswelt wird über vier Fragestellungen untersucht und bewertet.
Der nachfolgende Schritt behandelt den Kampf der Frauen um ihre Rechte. Auch dazu wird ein Text ausgewertet. Ein weiterer Schritt untersucht das Männerbild in der heutigen Gesellschaft. Auch hier werden Stereotypen dekonstruiert und die Wettstreitkultur zwischen Männern und Frauen wird untersucht. Der anschließende Schritt behandelt neue Rollenbilder und das Konzept der gleichen Wertigkeit bei bestehenden Unterschieden. Es werden Konzepte zur Förderung von Frauen im Beruf entwickelt. Eine Lernstandsuntersuchung mit dreizehn Fragen schließt diesen Baustein ab.
Der dritte Baustein untersucht Lebensentscheidungen von Frauen, um der zerstörenden Doppelbelastung durch Arbeit und Haushalt zu entgehen und sich für den Haushalt entscheiden. Ein Informationstext zeigt solche Entscheidungen bzw. deren Ablehnung auf. Es entsteht ein Tafelbild mit Pro und Kontra Argumenten zum Lebensmodell der Hausfrau. Ein antizipierter tabellarischer Aufbau liegt bei. Nach der Erarbeitung eines Informationstextes positionieren sich die Mädchen, wer sich eher für das Leben als Hausfrau entscheiden würde. Dazu wird eine imaginäre Linie im Klassenraum genutzt. Diese Entscheidung führt zur Bildung von zwei Gruppen. Beide Gruppen entwickeln ein Informationsplakat, um andere Menschen von ihrem Bild zu überzeugen. Die Jungen verteilen sich nach eigener Wahl auf die zwei Gruppen. Auch ein Brief an eine Hausfrau bzw. an deren Mann ist möglich. Anfangsbeispiele entlasten die Arbeit.
Als Vertiefung ist ein Vergleich mit der Situation indischer Frauen möglich. Materialien und antizipierte Ergebnisse dazu liegen vor.