RU-digitalRU-digital-logo
m3 Erklärung und mehr

m3 Erklärung und mehr

Die evangelische Kirche in Deutschland

Veröffentlichung:22.1.2025

Das Video „Die evangelische Kirche in Deutschland einfach und kurz erklärt“ vermittelt in etwa vier Minuten einen kompakten Überblick über die evangelische Kirche in Deutschland. Es zeigt, wie diese kirchliche Gemeinschaft strukturiert ist, welche Grundlagen ihres Glaubens kennzeichnend sind – etwa die Betonung von Gnade und Schrift als Quelle des Glaubens – und welche gesellschaftlichen Aufgaben sie wahrnimmt. Das Medium erklärt zentrale Merkmale der evangelischen Tradition, ihre Rolle im religiösen Leben der Bundesrepublik und gibt Orientierung über Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Vergleich zu anderen christlichen Kirchen, ohne dabei in historische Details zu versinken.

Das Video stellt die Evangelische Kirche in Deutschland, kurz EKD, als Gemeinschaft selbstständiger evangelischer Landeskirchen vor. Es beschreibt ihre Entstehung nach dem Zweiten Weltkrieg, ihren föderalen Aufbau und die lutherischen, reformierten und unierten Traditionen ihrer Gliedkirchen. Weitere Themen sind die Synode, der Rat, die öffentliche Verantwortung der Kirche, der christliche Glaube, die Bibel, die Diakonie und die ökumenische Zusammenarbeit. Das Medium bietet damit einen verständlichen Überblick über Geschichte, Glaubensgrundlagen, Organisation und gesellschaftliche Aufgaben der EKD. Einige Angaben müssen aktualisiert oder ergänzt werden. Die EKD umfasst weiterhin 20 Gliedkirchen. Zum 31. Dezember 2025 gehörten ihnen nach vorläufigen Angaben rund 17,4 Millionen Menschen an, nicht mehr etwa 19 Millionen. Mitgliederstatistik der EKD Zudem besitzt die EKD mit Synode, Rat und Kirchenkonferenz drei Leitungsorgane. Gremien der EKD

Products

Für den katholischen Religionsunterricht eignet sich dieses Video besonders gut im Kontext von Unterrichtseinheiten zur Ökumene, zum Christentum in Deutschland oder zum konfessionellen Vergleich. Didaktisch kann das Medium als Einstiegsimpuls oder Revisionsanker dienen: Es aktiviert vorhandenes Vorwissen, klärt grundlegende Begriffe und bietet eine gemeinsame sachliche Basis für weiterführende Diskussionen. Methodisch lässt es sich vielfältig einsetzen: Nach dem gemeinsamen Anschauen können Schülerinnen und Schüler in Gruppenarbeit zentrale Merkmale der evangelischen Kirche sammeln und mit katholischen Strukturen vergleichen. Leitfragen könnten sein: Wie unterscheiden sich evangelische und katholische Gottesdienstformen?, Was bedeutet „Reformation“ für das Selbstverständnis der Kirche? oder Welche Bedeutung hat die evangelische Kirche in der pluralen Gesellschaft Deutschlands?. Differenzierte Arbeitsaufträge unterstützen heterogene Lerngruppen: Schwächere Lernende profitieren von Glossaren und übersichtlichen Tabellen, leistungsstärkere Lernende können theologische Grundsätze vertiefen und die historischen Wurzeln der Reformation reflektieren. In einer anschließenden Diskussions- oder Präsentationsphase können die Gruppen ihre Ergebnisse vorstellen und im Plenum kritisch reflektieren. Das Video ermöglicht es zudem, ökumenische Lernprozesse anzuregen, indem Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Glaubensverständnis, Liturgie und kirchlichem Selbstverständnis herausgearbeitet werden. Eine dialogische und wertschätzende Lernatmosphäre ist dabei zentral, damit die Schülerinnen und Schüler nicht nur sachlich informiert werden, sondern auch die Bedeutung konfessioneller Identität und ökumenischer Verbundenheit im christlichen Glauben verstehen und reflektieren.

Das Video eignet sich als Einführung in die Evangelische Kirche in Deutschland und kann im Religionsunterricht zu den Themen Kirche, Konfession, Protestantismus, kirchliche Gemeinschaft, demokratische Beteiligung, Diakonie, Ökumene und gesellschaftliche Verantwortung verwendet werden. Es sollte nicht nur als Darstellung einer Organisation behandelt werden. Vielmehr eröffnet es die Frage, was Kirche theologisch bedeutet, wie sie praktisch gestaltet wird und wie Menschen ihre Zugehörigkeit unterschiedlich erleben.

Vor dem Anschauen können die Lernenden sammeln, was sie mit dem Wort Kirche verbinden. Dabei können Gebäude, Gottesdienste, Kirchengemeinden, Pfarrpersonen, Feste, soziale Einrichtungen, Glaube, Gemeinschaft, Kritik und persönliche Erfahrungen genannt werden. Die Begriffe werden anschließend den Bereichen Gebäude, Institution, Gemeinschaft, Glaube und gesellschaftliches Handeln zugeordnet. So erkennen die Lernenden, dass Kirche mehrere Bedeutungen besitzt.

Persönliche Mitgliedschaft oder religiöse Zugehörigkeit darf dabei nicht abgefragt oder bewertet werden. In einer Lerngruppe können evangelische, katholische, orthodoxe, freikirchliche, jüdische, muslimische, anders religiöse und konfessionslose Lernende vertreten sein. Der Unterricht sollte deshalb eine sachliche Außenperspektive ermöglichen und zugleich freiwillige Innenperspektiven zulassen.

Beim ersten Anschauen erhalten die Lernenden den Auftrag, alle genannten Aufgaben der EKD zu notieren. Beim zweiten Anschauen ordnen sie die Aussagen den Bereichen Geschichte, Aufbau, Glaube, Gesellschaft, Diakonie und Ökumene zu. Die Ergebnisse können anschließend in einer Tabelle zusammengeführt und mit ergänzenden Informationen überprüft werden.

Die Geschichte der EKD sollte genauer eingeordnet werden. Im August 1945 wurde in Treysa ein vorläufiger Rat gebildet. Im Jahr 1948 erhielt die EKD durch die in Eisenach beschlossene Grundordnung ihre rechtliche Gestalt. Sie wurde als Bund selbstständiger Kirchen unterschiedlicher evangelischer Bekenntnisse organisiert. Geschichte der EKD

Die Formulierung des Videos, die EKD sei 1948 gegründet worden, ist daher verständlich, aber verkürzt. Die organisatorische Bildung begann bereits 1945, während 1948 die Grundordnung verabschiedet wurde. Lernende können diese Entwicklung auf einem Zeitstrahl darstellen und zwischen Beginn, vorläufiger Ordnung und rechtlicher Gestalt unterscheiden.

Die Entstehung der EKD nach dem Nationalsozialismus darf nicht ausschließlich als unproblematischer Wiederaufbau erzählt werden. Evangelische Christen und kirchliche Einrichtungen verhielten sich während der nationalsozialistischen Herrschaft unterschiedlich. Es gab Anpassung, Zustimmung, Schweigen, Schuld, einzelne Formen des Widerstands und Auseinandersetzungen innerhalb der Kirche. Begriffe wie Deutsche Christen und Bekennende Kirche sollten altersgemäß erläutert werden.

Die Stuttgarter Schulderklärung von 1945 kann als Quelle untersucht werden. Darin bekannten Mitglieder des Rates eine Mitschuld der evangelischen Christenheit in Deutschland. Zugleich muss kritisch festgestellt werden, dass die jüdischen Opfer in dieser Erklärung nicht ausdrücklich genannt wurden. Erst spätere kirchliche Erklärungen sprachen die Mitschuld gegenüber jüdischen Menschen deutlicher an. Diese Quellenarbeit fördert ein differenziertes Verständnis kirchlicher Verantwortung.

Die Lernenden können kurze Textauszüge aus kirchlichen Erklärungen untersuchen und nach Schuld, Verantwortung, Versagen und Neubeginn fragen. Dabei sollte vermieden werden, pauschal von der Kirche als einheitlich handelnder Person zu sprechen. Kirchliches Handeln entsteht durch Menschen, Gruppen, Ämter und Institutionen, die unterschiedliche Entscheidungen treffen.

Der föderale Aufbau der EKD kann mit einem Schaubild erschlossen werden. Ausgangspunkt ist die Kirchengemeinde. Mehrere Gemeinden gehören zu regionalen kirchlichen Einheiten und schließlich zu einer Landeskirche. Die 20 weitgehend selbstständigen lutherischen, reformierten und unierten Landeskirchen bilden gemeinsam die EKD. Gliedkirchen der EKD

Eine Karte der Landeskirchen verdeutlicht, dass ihre Grenzen häufig nicht mit den Grenzen der Bundesländer übereinstimmen. Dies ist historisch entstanden. Die Lernenden können ihre Region suchen und herausfinden, zu welcher Landeskirche eine örtliche evangelische Gemeinde gehört. Diese Recherche sollte sich auf öffentlich zugängliche Informationen beziehen und keine persönliche Kirchenzugehörigkeit voraussetzen.

Die Begriffe lutherisch, reformiert und uniert benötigen eine kurze Erklärung. Lutherische Kirchen stehen in der Tradition Martin Luthers. Reformierte Kirchen wurden besonders von Ulrich Zwingli und Johannes Calvin geprägt. Unierte Kirchen verbinden lutherische und reformierte Traditionen. Die Unterschiede betreffen unter anderem Bekenntnisse, Gottesdienstformen und historische Entwicklungen. Alle drei Traditionen arbeiten innerhalb der EKD zusammen.

Die EKD ist keine zentral geleitete Einheitskirche. Die einzelnen Landeskirchen bleiben in vielen Bereichen selbstständig. Sie besitzen eigene Kirchenleitungen, Synoden, Ordnungen und regionale Traditionen. Die EKD übernimmt gemeinsame Aufgaben, vertritt evangelische Anliegen öffentlich und ermöglicht abgestimmtes Handeln. Die Lernenden können untersuchen, welche Vorteile und Schwierigkeiten eine solche Verbindung von Selbstständigkeit und Zusammenarbeit besitzt.

Die drei Leitungsorgane sollten vollständig dargestellt werden. Dazu gehören die Synode, der Rat und die Kirchenkonferenz. Die Synode wird häufig als Kirchenparlament bezeichnet. Dieser Vergleich hilft beim ersten Verständnis, darf aber nicht mit einem staatlichen Parlament gleichgesetzt werden. Die EKD ist eine Religionsgemeinschaft und kein Staat.

Die Synode besteht gegenwärtig aus 128 Mitgliedern. Davon werden 100 durch die Synoden der Gliedkirchen gewählt und 28 durch den Rat berufen. Sie berät kirchliche und gesellschaftliche Fragen, beschließt Kirchengesetze und den Haushalt und veröffentlicht Beschlüsse sowie Kundgebungen. Ihre Tagungen finden in der Regel einmal im Jahr statt und sind öffentlich. Synode der EKD

Der Rat besteht aus 15 Mitgliedern. Vierzehn Mitglieder werden gemeinsam von Synode und Kirchenkonferenz gewählt. Die Präses der Synode gehört dem Rat kraft ihres Amtes als fünfzehntes Mitglied an. Der Rat leitet die EKD in den Angelegenheiten, die nicht anderen Organen übertragen sind, und vertritt sie nach außen. Die Aussage des Videos, der Rat werde allein von der Synode gewählt, ist daher unvollständig. Rat der EKD

Die Kirchenkonferenz vertritt besonders die Gliedkirchen. In ihr beraten Delegierte der 20 Landeskirchen über gemeinsame Fragen. Sie beteiligt sich an kirchlicher Gesetzgebung und gemeinsam mit der Synode an der Wahl des Rates. Zur Veranschaulichung kann sie vorsichtig mit einer Vertretung föderaler Einheiten verglichen werden. Der Vergleich erklärt ihre Funktion, bildet die kirchliche Wirklichkeit aber nicht vollständig ab.

In Kleingruppen können die Lernenden jeweils eines der drei Leitungsorgane untersuchen. Sie klären Zusammensetzung, Aufgaben und Beziehungen zu den anderen Organen. Anschließend stellen sie ihre Ergebnisse vor und ergänzen ein gemeinsames Schaubild. Auf diese Weise wird die abstrakte Organisationsstruktur anschaulich.

Die Bezeichnung demokratische Willensbildung sollte kritisch geprüft werden. In Synoden beraten und entscheiden gewählte sowie berufene Mitglieder gemeinsam. Ehrenamtliche und beruflich Mitarbeitende wirken zusammen. Dennoch unterscheidet sich kirchliche Leitung von staatlicher Demokratie. Nicht alle Kirchenmitglieder wählen die Synode der EKD unmittelbar. Die Lernenden können Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausarbeiten.

Bei den Glaubensgrundlagen sollte deutlich werden, dass die EKD keine beliebige Interessengemeinschaft ist. Im Mittelpunkt stehen das Evangelium von Jesus Christus, die Bibel, die Taufe, der Gottesdienst und die Gemeinschaft der Glaubenden. Die Reformation betonte besonders Gottes Gnade, den Glauben, Christus und die Heilige Schrift.

Die Aussage, die Bibel sei Grundlage des Glaubens und der Verkündigung, eröffnet eine wichtige Frage nach Auslegung. Evangelische Kirchen verstehen die Bibel nicht als Sammlung von Sätzen, die ohne Prüfung unmittelbar auf jede Gegenwartssituation übertragen werden. Biblische Texte werden in ihrem historischen Zusammenhang gelesen, theologisch gedeutet und auf gegenwärtige Fragen bezogen. Dabei können unterschiedliche Auslegungen entstehen.

Die im Video genannte persönliche Freiheit des Glaubens sollte mit Verantwortung verbunden werden. Evangelische Freiheit bedeutet nicht, dass jede Entscheidung nur eine private Angelegenheit ist. Sie gründet in der Beziehung zu Gott und soll sich in Verantwortung für andere Menschen zeigen. Martin Luthers Gedanken zur Freiheit eines Christenmenschen können hierzu in vereinfachter Form herangezogen werden.

Ein geeigneter Arbeitsauftrag lautet: Was ist an evangelischer Freiheit frei und wofür macht sie verantwortlich? Die Lernenden sammeln Aussagen zu Gewissen, Glaube, Nächstenliebe, Gemeinschaft und gesellschaftlichem Handeln. Dadurch wird vermieden, Freiheit nur als Unabhängigkeit von Regeln zu verstehen.

Das Video bezeichnet soziale Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung als wichtige Anliegen. Diese Themen können anhand konkreter kirchlicher Stellungnahmen untersucht werden. Lernende sollen dabei zwischen christlicher Begründung, politischer Forderung und persönlicher Bewertung unterscheiden. Sie dürfen kirchlichen Positionen zustimmen oder widersprechen, müssen ihr Urteil aber sachlich begründen.

Eine Debatte kann sich mit der Frage beschäftigen, ob und wie sich Kirchen zu politischen Fragen äußern sollen. Eine Gruppe sammelt Gründe für öffentliche Stellungnahmen, eine andere mögliche Einwände. Anschließend wird geprüft, welche Kriterien für verantwortliche kirchliche Äußerungen gelten könnten. Dazu gehören Menschenwürde, Nächstenliebe, Frieden, Gerechtigkeit, Schutz der Schwachen und Achtung demokratischer Prozesse.

Die Diakonie sollte als sozialer Dienst der evangelischen Kirchen beschrieben werden. Sie begleitet, berät, pflegt und unterstützt Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen. Zu ihren Arbeitsfeldern gehören unter anderem Krankenhilfe, Altenhilfe, Kinder und Jugendhilfe, Behindertenhilfe, Beratung, Wohnungslosenhilfe, Fluchthilfe und Hospizarbeit.

Die Formulierung, die Diakonie betreibe alle genannten Einrichtungen unmittelbar selbst, ist zu vereinfachend. Diakonische Arbeit wird von zahlreichen rechtlich selbstständigen Trägern, Verbänden und Einrichtungen geleistet. Diakonie Deutschland vertritt diese Arbeit auf Bundesebene. Im Unterricht kann zwischen Kirchengemeinde, diakonischer Einrichtung, regionalem Träger und Bundesverband unterschieden werden.

Ein Besuch in einer diakonischen Einrichtung, ein Gespräch mit einer dort tätigen Person oder eine Recherche zu einem Arbeitsfeld kann die Verbindung von Glaube und Handeln verdeutlichen. Vor einem Besuch sollten Fragen vorbereitet und Regeln zum Schutz der betreuten Menschen geklärt werden. Persönliche Schicksale dürfen nicht zur bloßen Veranschaulichung verwendet werden.

Der Begriff Nächstenliebe sollte nicht auf freundliche Gefühle reduziert werden. In der Diakonie zeigt sie sich als professionelle, verlässliche und an den Rechten der unterstützten Menschen orientierte Hilfe. Dazu gehören fachliche Standards, gerechte Arbeitsbedingungen, Selbstbestimmung und der Schutz vor Gewalt. Die Lernenden können untersuchen, wie religiöse Motivation und professionelle Sozialarbeit zusammenwirken.

Auch Kritik an Kirche und Diakonie gehört zu einer sachgerechten Behandlung. Themen wie Machtmissbrauch, sexualisierte Gewalt, unzureichende Aufarbeitung, sinkende Mitgliederzahlen, finanzielle Veränderungen und der Verlust gesellschaftlichen Vertrauens dürfen nicht ausgeblendet werden. Dabei sind die Rechte Betroffener, unabhängige Aufarbeitung und wirksame Schutzkonzepte besonders zu beachten.

Die aktuelle Mitgliederzahl bietet Anlass für Medienbildung und Statistikarbeit. Das Video spricht von etwa 19 Millionen Mitgliedern. Nach den vorläufigen Zahlen für Ende 2025 waren es rund 17,4 Millionen Menschen in mehr als 12 000 Gemeinden. Aktuelle Kirchenmitgliederzahlen Die Lernenden können überlegen, warum Zahlen mit Datum und Quelle angegeben werden müssen.

Der Rückgang der Mitgliedschaft kann aus unterschiedlichen Perspektiven untersucht werden. Mögliche Gründe sind demografische Veränderungen, Kirchenaustritte, religiöse Individualisierung, Vertrauensverlust und eine wachsende Zahl konfessionsloser Menschen. Dabei sollten einzelne Menschen nicht nach ihrer Mitgliedschaft gefragt oder bewertet werden. Mitgliedschaft, Glaube und Teilnahme am kirchlichen Leben sind nicht identisch.

Das Thema Kirchensteuer kann ergänzend aufgenommen werden, obwohl es im Video fehlt. Die Lernenden können klären, wer sie zahlt, wie sie eingezogen wird und wofür kirchliche Mittel verwendet werden. Dabei ist zwischen Kirchensteuer, staatlichen Leistungen, Spenden und öffentlichen Finanzierungen sozialer Einrichtungen zu unterscheiden. Eine sachliche Quellenarbeit verhindert vereinfachende Behauptungen.

Die ökumenische Arbeit bietet einen weiteren Schwerpunkt. Ökumene bezeichnet die Zusammenarbeit und die Suche nach Gemeinschaft zwischen christlichen Kirchen. Die EKD arbeitet unter anderem mit der römisch katholischen Kirche, orthodoxen Kirchen, Freikirchen und internationalen Kirchenbünden zusammen. Wichtige Themen sind gemeinsames Glaubenszeugnis, Frieden, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung und Versöhnung. Ökumenisches Selbstverständnis

Die Aussage, Ökumene strebe die Einheit der Christen an, sollte genauer geklärt werden. Einheit bedeutet nicht notwendigerweise, dass alle Kirchen ihre Traditionen aufgeben und zu einer einzigen Organisation werden. Sie kann sich in gegenseitiger Anerkennung, gemeinsamem Gebet, theologischen Gesprächen und praktischem Handeln zeigen.

Ein Konfessionsvergleich kann Gemeinsamkeiten und Unterschiede sichtbar machen. Die Lernenden untersuchen beispielsweise das Verständnis von Kirche, Amt, Abendmahl, Bibel und Leitung in evangelischer und katholischer Tradition. Ziel ist nicht die Bewertung einer Konfession als besser oder schlechter, sondern die Entwicklung konfessioneller und ökumenischer Dialogfähigkeit.

Zur Ergebnissicherung können die Lernenden ein Profil der EKD erstellen. Es enthält Entstehung, Gliedkirchen, Bekenntnistraditionen, Leitungsorgane, Glaubensgrundlagen, gesellschaftliche Aufgaben, Diakonie, Ökumene, Mitgliederzahl und gegenwärtige Herausforderungen. Alternativ können sie einen erklärenden Audiobeitrag, ein Schaubild, ein Informationsblatt oder eine kritisch ergänzte Fassung des Videoskripts gestalten.

Als abschließende Urteilsfrage eignet sich die Frage, ob die EKD vor allem Glaubensgemeinschaft, föderale Organisation oder gesellschaftliche Akteurin ist. Die Lernenden sollen erkennen, dass alle drei Beschreibungen wichtige Aspekte erfassen. Ihre Urteile müssen mit Informationen aus dem Video und aus geprüften Quellen begründet werden.


Fragestellungen zum Video mit Antworten


Frage 1: Was ist die EKD?

Antwort: Die EKD ist die Gemeinschaft der 20 weitgehend selbstständigen evangelischen Landeskirchen in Deutschland. Sie ermöglicht gemeinsame kirchliche Aufgaben und vertritt evangelische Anliegen in Öffentlichkeit, Politik und Ökumene.


Frage 2: Wofür steht die Abkürzung EKD?

Antwort: Sie steht für Evangelische Kirche in Deutschland.


Frage 3: Wann wurde die EKD gegründet?

Antwort: Ihre organisatorische Bildung begann 1945 in Treysa. Im Jahr 1948 erhielt sie durch die in Eisenach beschlossene Grundordnung ihre rechtliche Gestalt.


Frage 4: Warum entstand die EKD?

Antwort: Nach dem Zweiten Weltkrieg wollten die evangelischen Landeskirchen ihre Zusammenarbeit neu ordnen und gemeinsame Aufgaben übernehmen. Die Gründung stand zugleich im Zusammenhang mit der notwendigen Auseinandersetzung mit kirchlicher Schuld während des Nationalsozialismus.


Frage 5: Wie verhielten sich evangelische Kirchen während des Nationalsozialismus?

Antwort: Das Verhalten war unterschiedlich. Es gab Zustimmung, Anpassung, Schweigen, Schuld und einzelne Formen des Widerstands. Die Geschichte darf daher weder als vollständiger Widerstand noch als einheitliches Verhalten dargestellt werden.


Frage 6: Was war die Stuttgarter Schulderklärung?

Antwort: Im Jahr 1945 bekannten Mitglieder des Rates eine Mitschuld der evangelischen Christenheit in Deutschland. Die Erklärung war ein wichtiger Schritt, blieb aber unvollständig, weil sie die jüdischen Opfer nicht ausdrücklich nannte.


Frage 7: Wie viele Landeskirchen gehören zur EKD?

Antwort: Zur EKD gehören 20 lutherische, reformierte und unierte Landeskirchen.


Frage 8: Wie viele Mitglieder hat die EKD?

Antwort: Zum 31. Dezember 2025 gehörten nach vorläufigen Angaben rund 17,4 Millionen Menschen zu ihren Gliedkirchen. Mitgliederzahlen sollten immer mit Datum und Quelle genannt werden.


Frage 9: Warum stimmt die Zahl von etwa 19 Millionen im Video nicht mehr?

Antwort: Die Mitgliederzahl ist durch Sterbefälle, Kirchenaustritte und weitere gesellschaftliche Veränderungen gesunken. Das Video verwendet daher eine ältere Angabe.


Frage 10: Was bedeutet föderaler Aufbau?

Antwort: Die Landeskirchen bleiben in vielen Fragen selbstständig und arbeiten zugleich in der EKD zusammen. Eigenständigkeit und gemeinsame Verantwortung werden miteinander verbunden.


Frage 11: Sind Landeskirchen und Bundesländer dasselbe?

Antwort: Nein. Die Grenzen der Landeskirchen sind historisch gewachsen und stimmen häufig nicht mit den heutigen Grenzen der Bundesländer überein.


Frage 12: Was bedeutet lutherisch?

Antwort: Lutherische Kirchen stehen in besonderer Weise in der theologischen Tradition Martin Luthers und der lutherischen Bekenntnisschriften.


Frage 13: Was bedeutet reformiert?

Antwort: Reformierte Kirchen wurden besonders durch Reformatoren wie Ulrich Zwingli und Johannes Calvin geprägt. Sie besitzen eigene Bekenntnisse und historische Traditionen.


Frage 14: Was bedeutet uniert?

Antwort: Unierte Kirchen verbinden lutherische und reformierte Traditionen innerhalb einer gemeinsamen Kirche.


Frage 15: Ist die EKD eine zentral geleitete Einheitskirche?

Antwort: Nein. Sie ist eine Gemeinschaft selbstständiger Gliedkirchen. Die EKD übernimmt gemeinsame Aufgaben, ohne alle Entscheidungen der Landeskirchen zu bestimmen.


Frage 16: Welche drei Leitungsorgane besitzt die EKD?

Antwort: Die drei Leitungsorgane sind Synode, Rat und Kirchenkonferenz.


Frage 17: Was ist die Synode?

Antwort: Die Synode ist ein Beratungsorgan der EKD und wird häufig als Kirchenparlament bezeichnet. Sie beschließt unter anderem Kirchengesetze und den Haushalt und nimmt zu kirchlichen sowie gesellschaftlichen Fragen Stellung.


Frage 18: Wie viele Mitglieder hat die Synode?

Antwort: Die aktuelle Synode umfasst 128 Mitglieder. Einhundert werden von den Synoden der Gliedkirchen gewählt und 28 durch den Rat berufen.


Frage 19: Ist die Synode mit dem Deutschen Bundestag gleichzusetzen?

Antwort: Nein. Beide beraten und beschließen, doch die Synode leitet eine Religionsgemeinschaft und kein staatliches Gemeinwesen. Auch die Wahlverfahren und Zuständigkeiten unterscheiden sich.


Frage 20: Was ist der Rat der EKD?

Antwort: Der Rat ist ein Leitungsorgan der EKD. Er koordiniert gemeinsame Aufgaben, berichtet der Synode über seine Arbeit und vertritt die EKD rechtlich sowie öffentlich.


Frage 21: Wie viele Mitglieder hat der Rat?

Antwort: Dem Rat gehören 15 Mitglieder an. Vierzehn werden gemeinsam von Synode und Kirchenkonferenz gewählt. Die Präses der Synode ist kraft ihres Amtes das fünfzehnte Mitglied.


Frage 22: Wird der Rat allein von der Synode gewählt?

Antwort: Nein. Die 14 gewählten Mitglieder werden gemeinsam von Synode und Kirchenkonferenz gewählt.


Frage 23: Was ist die Kirchenkonferenz?

Antwort: Die Kirchenkonferenz ist die Vertretung der Gliedkirchen innerhalb der Leitung der EKD. Sie berät gemeinsame Fragen, wirkt an Kirchengesetzen mit und beteiligt sich an der Wahl des Rates.


Frage 24: Warum fehlt die Kirchenkonferenz im Video?


Antwort: Das Video verkürzt die Organisationsstruktur und nennt hauptsächlich Synode und Rat. Für ein vollständiges Verständnis muss die Kirchenkonferenz als drittes Leitungsorgan ergänzt werden.


Frage 25: Was steht im Zentrum evangelischen Glaubens?

Antwort: Im Zentrum steht das Evangelium von Jesus Christus. Die Bibel bildet die Grundlage von Verkündigung und theologischer Orientierung.


Frage 26: Was bedeutet evangelische Freiheit?

Antwort: Sie beschreibt die Freiheit des Glaubens und des Gewissens, die aus Gottes Gnade entsteht. Diese Freiheit ist mit Verantwortung für andere Menschen verbunden.


Frage 27: Warum können evangelische Christen die Bibel unterschiedlich auslegen?

Antwort: Biblische Texte werden in ihrem historischen Zusammenhang untersucht und auf heutige Fragen bezogen. Dabei können Menschen zu unterschiedlichen begründeten Deutungen gelangen.


Frage 28: Warum äußert sich die EKD zu gesellschaftlichen Themen?

Antwort: Sie versteht den christlichen Glauben als Auftrag zur Verantwortung für Menschen und Gesellschaft. Deshalb nimmt sie unter anderem zu Frieden, Gerechtigkeit, Menschenwürde und Bewahrung der Schöpfung Stellung.


Frage 29: Muss man den politischen Aussagen der EKD zustimmen?

Antwort: Nein. Auch Kirchenmitglieder können kirchliche Stellungnahmen kritisieren. Im Religionsunterricht sollen Lernende die christlichen Begründungen untersuchen und ein eigenes sachlich begründetes Urteil entwickeln.


Frage 30: Was ist die Diakonie?

Antwort: Die Diakonie ist der soziale Dienst der evangelischen Kirchen. Sie unterstützt Menschen unter anderem durch Pflege, Beratung, Bildung, Betreuung und Begleitung.


Frage 31: Betreibt die EKD alle diakonischen Einrichtungen unmittelbar selbst?

Antwort: Nein. Viele Einrichtungen werden von selbstständigen diakonischen Trägern und Verbänden geführt. Diakonie Deutschland vertritt die evangelische Wohlfahrtspflege auf Bundesebene.


Frage 32: Was hat Diakonie mit Nächstenliebe zu tun?

Antwort: Diakonie versteht professionelle Hilfe als Ausdruck christlicher Nächstenliebe. Dazu gehören Achtung der Menschenwürde, fachliche Qualität, Selbstbestimmung und Schutz vor Gewalt.


Frage 33: Darf Kirche im Unterricht auch kritisiert werden?

Antwort: Ja. Eine sachgerechte Beschäftigung umfasst Leistungen, Glaubensüberzeugungen, Konflikte, Versagen und notwendige Reformen. Kritik sollte quellenbezogen, respektvoll und nachvollziehbar sein.


Frage 34: Was bedeutet Ökumene?

Antwort: Ökumene bezeichnet die Zusammenarbeit und die Suche nach Gemeinschaft zwischen christlichen Kirchen verschiedener Konfessionen.


Frage 35: Mit welchen Kirchen arbeitet die EKD zusammen?

Antwort: Sie arbeitet unter anderem mit der römisch katholischen Kirche, orthodoxen Kirchen, Freikirchen und evangelischen Kirchen in anderen Ländern zusammen.


Frage 36: Bedeutet ökumenische Einheit, dass alle Kirchen gleich werden?

Antwort: Nein. Ökumenische Gemeinschaft kann gemeinsame Gottesdienste, Gespräche, gegenseitige Anerkennung und praktisches Handeln umfassen, ohne alle Unterschiede aufzulösen.


Frage 37: Welche gegenwärtigen Herausforderungen beschäftigen die EKD?

Antwort: Dazu gehören sinkende Mitgliederzahlen, Vertrauensverlust, finanzielle Veränderungen, die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt, gesellschaftliche Polarisierung, religiöse Vielfalt und die Frage nach einer glaubwürdigen Gestalt von Kirche.


Frage 38: Was können Lernende aus dem Video mitnehmen?

Antwort: Das Video vermittelt Grundwissen über Geschichte, Aufbau, Glauben, Diakonie und Ökumene der EKD. Zugleich zeigt seine Überprüfung, wie wichtig aktuelle Zahlen, genaue Begriffe, vollständige Strukturen und eine kritische Auseinandersetzung mit kirchlicher Geschichte und Gegenwart sind.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 8

8G.4b Evangelisch-katholisches Gemeinschaftsprojekt: Evangelisch – Katholisch.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 8

8.3 Konfessionen wahrnehmen und verstehen: Reformation und Ökumene.

Beispielhafte Lernsequenzen

  • Katholisch – Evangelisch: Ist das nicht dasselbe?

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.