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Institut für Demokratieforschung Göttingen

Institut für Demokratieforschung Göttingen

Arbeitsblätter zur Demokratieerziehung in der Grundschule – Klassenspreche(innen)wahlen

Veröffentlichung:16.12.2025

Die Veröffentlichung „Arbeitsblätter zur Demokratieerziehung in der Grundschule – Klassensprecher(innen)wahlen“ bietet praxisnahe Unterrichtsmaterialien zur frühen Demokratiebildung. Ausgehend von der Klassensprecherwahl als vertrautem schulischem Ritual werden Grundschüler:innen altersgerecht an zentrale demokratische Prinzipien wie Wahl, Mitbestimmung, Repräsentation, Mehrheitsentscheidungen und Fairness herangeführt. Ziel ist es, Demokratie nicht nur zu erklären, sondern als erfahrbare Praxis im Schulalltag zu verankern.

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Das Material versteht die Klassensprecherwahl nicht als bloße organisatorische Formalität, sondern als Lernanlass für politische Bildung und demokratische Sozialisation. In der Einleitung wird deutlich gemacht, dass Demokratie gelernt werden muss – durch Wissen, Reflexion und eigenes Handeln. Die Arbeitsblätter knüpfen an die Lebenswelt von Grundschüler:innen an und fördern einen bewussten Umgang mit individuellen Interessen und kollektiven Entscheidungen.

Didaktisch ist das Heft in drei thematische Schwerpunkte gegliedert:

1. „Was ist eine Wahl?“
Die Schüler:innen setzen sich zunächst mit alltäglichen Auswahlentscheidungen auseinander (z. B. Freizeit, Essen, Ausflüge), um den Unterschied zwischen individueller Wahl und kollektiver Entscheidung zu verstehen. Aufbauend darauf wird reflektiert, wann Entscheidungen als gerecht empfunden werden und welche Regeln Wahlen fair machen. Die Grundsätze allgemeiner, freier, gleicher, geheimer und unmittelbarer Wahlen werden kindgerecht eingeführt und diskutiert.

2. „Vertretung – was ist das?“
Anhand von Rollenkarten und Rollenspielen lernen die Schüler:innen das Prinzip der Repräsentation kennen. Sie erfahren, dass unterschiedliche Gruppen unterschiedliche Interessen haben und dass Vertretung sowohl Chancen als auch Grenzen besitzt. Besonders hervorgehoben wird der Perspektivenwechsel: Wie fühlt es sich an, für andere zu sprechen – und wie, wenn andere für mich sprechen?

3. „Welche Aufgaben hat ein Klassensprecher / eine Klassensprecherin?“
In diesem Teil werden verbreitete Missverständnisse (z. B. KS als „Petze“ oder „Ordnungsaufsicht“) thematisiert und reflektiert. Die Klasse erarbeitet gemeinsam realistische Aufgabenprofile, klärt Erwartungen und diskutiert, wie Verantwortung geteilt werden kann. Ziel ist ein realistisches, demokratisches Rollenverständnis.

Methodisch setzt das Heft stark auf handlungsorientierte, dialogische Lernformen: Einzelarbeit, Partnerarbeit, Gruppenarbeit, Stuhlkreis, Rollenspiel und szenisches Spiel. Die Materialien folgen dem Prinzip des „Lernens durch Erfahrung“ und orientieren sich am Konzept des Perspektivenwechsels. Demokratie wird so nicht belehrt, sondern erlebt, reflektiert und gemeinsam ausgehandelt.

Besonders geeignet ist das Material für die Klassen 3 und 4, lässt sich aber flexibel an unterschiedliche Lerngruppen anpassen. Es unterstützt Lehrkräfte dabei, demokratische Kompetenzen wie Meinungsbildung, Beteiligung, Empathie und Verantwortungsübernahme systematisch aufzubauen und mit dem schulischen Alltag zu verbinden.

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