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Bonifatiuswerk

Bonifatiuswerk

Mach kein finsteres Gesicht - Fasten

Veröffentlichung:1.3.2017

Das Magazin bonikids Frühlingsausgabe 2017 beschäftigt sich mit der Bedeutung der Fastenzeit und zeigt, dass Fasten im christlichen Glauben weit mehr bedeutet als bloßer Verzicht. Ausgehend von den vierzig Tagen Jesu in der Wüste erklärt das Heft, warum Christinnen und Christen sich in der Fastenzeit bewusst auf Ostern vorbereiten. Dabei wird deutlich, dass Fasten dazu einlädt, den Blick auf Gott, die Mitmenschen und das wirklich Wichtige im Leben zu richten. Darüber hinaus stellt das Magazin Fastentraditionen verschiedener Religionen vor und verdeutlicht Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Die Vorlesegeschichte über Lucy und ihre Fastenkiste zeigt anschaulich, wie Fasten durch Hilfsbereitschaft, gemeinsames Handeln und Teilen zu einer positiven Erfahrung werden kann. Ergänzt wird das Medium durch die Vorstellung der heiligen Johanna von Orleans, Informationen über die liturgische Farbe Violett sowie Bastel, Rätsel und Rezeptideen, die das Thema altersgerecht vertiefen.

Das Heft „Fastenzeit“ mit 11 Seiten richtet sich an Kinder im Grundschulalter und thematisiert die 40-Tage-Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern. Es erklärt, was Fasten in der christlichen Tradition bedeutet — nicht nur Verzicht, sondern bewusstes Nachdenken über das, was wirklich wichtig ist, und Handeln, das über das eigene Ich hinausgeht. Beispiele sind Verzicht auf Süßigkeiten, Fernsehen oder Videospiele, aber auch Aktionen wie Hilfe für andere Menschen. Es gibt eine Vorlesegeschichte mit einem Mädchen namens Lucy, die zunächst skeptisch ist, dann aber eigene Wege findet, die Fastenzeit sinnvoll zu gestalten. Weitere Inhalte sind Informationen über Fasten weltweit, über andere Religionen und deren Fastenzeiten, Symbole und Gebräuche (z. B. Fastenbox, Aschenkreuz), Bastel-, Rezept- und Mitmachideen (z. B. einen Fasten-Trunk, Ideen für die Fastenbox), Rätsel und Mini-Infos, z. B. für Ministrant*innen.




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Das Magazin eignet sich besonders für den Religionsunterricht in der Grundschule während der Fastenzeit und der Vorbereitung auf Ostern. Die lebensnahen Beispiele ermöglichen den Lernenden einen einfachen Zugang zu einer oft als schwierig empfundenen religiösen Tradition. Ausgangspunkt des Unterrichts kann die Frage sein, worauf Menschen freiwillig verzichten und welche Erfahrungen sie damit verbinden. Von diesen Alltagserfahrungen ausgehend lässt sich die christliche Bedeutung des Fastens erschließen.

Die Erarbeitung des Magazins bietet zahlreiche Möglichkeiten, die Fastenzeit nicht als Zeit der Verbote, sondern als Zeit der bewussten Lebensgestaltung zu verstehen. Gemeinsam können die Lernenden überlegen, welche Gewohnheiten sie verändern möchten und wie sie anderen Menschen bewusst Zeit, Aufmerksamkeit oder Hilfe schenken können. Die Idee einer gemeinsamen Fastenkiste oder einer Klassenaktion unter dem Motto Weniger für mich, mehr für den anderen eignet sich besonders, um soziales Lernen mit religiöser Bildung zu verbinden.

Die Vorlesegeschichte über Lucy eröffnet Gesprächsanlässe über Konsum, Mediennutzung, Familie und Gemeinschaft. Die Lernenden erkennen, dass Verzicht neue Freiräume schaffen kann und dass gemeinsames Handeln Beziehungen stärkt. In Partner oder Gruppenarbeit können einzelne Situationen der Geschichte nachgespielt und auf das eigene Leben übertragen werden.

Die Übersicht über Fastentraditionen in verschiedenen Religionen ermöglicht einen interreligiösen Vergleich und fördert Toleranz sowie Wertschätzung gegenüber anderen Glaubensgemeinschaften. Die Lernenden erkennen Gemeinsamkeiten zwischen Christentum, Judentum, Islam und Buddhismus und setzen sich mit unterschiedlichen Formen religiöser Praxis auseinander. Ergänzend können eigene Fastenvorsätze formuliert, Fürbitten geschrieben oder ein Fastenkalender gestaltet werden.

Auch die Vorstellung der heiligen Johanna von Orleans bietet Anknüpfungspunkte für Gespräche über Mut, Vertrauen auf Gott und das Einstehen für persönliche Überzeugungen. Die Informationen zur liturgischen Farbe Violett können im Zusammenhang mit dem Kirchenjahr und einem Kirchenbesuch erarbeitet werden. Das Medium verbindet religiöses Lernen, Werteerziehung und handlungsorientierte Methoden und unterstützt die Entwicklung religiöser Sprachfähigkeit sowie die bewusste Gestaltung der Fastenzeit.

Verständnis von Fasten: Fasten wird hier nicht als Disziplin um der Disziplin willen vorgestellt, sondern als eine bewusste Zeit zur inneren Umkehr, zur Reflexion und zur Stärkung der Beziehungen — zu Gott, zu anderen, zu sich selbst.

Verbindung von Verzicht und Aktion: Das Medium stellt Verzicht nicht allein als Enthaltsamkeit vor, sondern koppelt ihn mit konkretem Handeln: Hilfe leisten, teilen, aufmerksam werden auf andere.

Religiöse und kulturelle Pluralität: Informationen darüber, wie auch andere Religionen fasten, bieten Anlass, Fasten nicht isoliert, sondern in Dialog mit dem, was Glaubensgemeinschaften gemeinsam haben, wahrzunehmen.

Symbolik und Rituale: Aschenkreuz, Fastenbox, Fastentrunk etc. machen abstrakte Formen greifbar; das Ritual des Verzichts wird mit Sinn versehen.

Persönlicher Zugang: Die Geschichte von Lucy lädt zur Identifikation ein; die Kinder sehen, wie jemand skeptisch beginnt und zunehmend eigene Entscheidungen trifft – das fördert das Bewusstsein, dass Glaube und Fasten keine bloßen Vorgaben sind, sondern Entscheidungen.

Methodische Hinweise:

Einstiegsimpuls:

Ein Bild vom Aschenkreuz oder ein kurzer Clip/Video, das den Aschermittwoch/Gottesdienst zeigt, könnte Interesse wecken. Fragen wie: „Was bleibt übrig, wenn ich auf etwas verzichte?“ oder „Womit kann ich stattdessen mein Herz öffnen?“

Vorlese- und Gesprächseinheiten:

Die Lucy-Geschichte vorlesen und mit den Kindern darüber sprechen: Was sind ihre Widerstände? Warum fällt Verzicht schwer? Was hat sich verändert? Welche Verzichtsideen gefallen mir?

Stationenarbeit / Gruppenarbeit:

 • Station „Fasten und Verzicht“: Verschiedene Verzichtsformen sammeln (Süßes, Medien, Konsum etc.), Pro und Contra, und überlegen, was Kinder konkret schaffen können.

 • Station „Fastenkiste gestalten“: Eigene Verzichtsideen aufschreiben, gestalten und sammeln – vielleicht in einer physischen oder digitalen Fastenkiste.

 • Station „Fasten weltweit / in anderen Religionen“: Vergleich von Fastenzeiten (Islam, Judentum, östliche Kirchen etc.), gemeinsame Elemente und Unterschiede herausarbeiten.

 • Station „Symbole und Rituale“: Aschenkreuz, Farbe Violett, Gottesdienste, Gebete – was bedeuten sie und wie erlebt man sie?

Kreative und praktische Aufgaben:

Bastelprojekte wie Dekoration der Fastenbox, Zeichnungen zu Verzicht und Hilfe; ein Rezept zubereiten (z. B. der Fasten-Trunk) und gemeinsam genießen; kleine Akte des Teilens und Helfens in der Klasse oder Gemeinde organisieren.

Reflexions- und Transferaufgaben:

Kinder können Tagebuch führen: „Was fällt mir heute schwer? Was tue ich stattdessen?“ Gespräche über innere Haltung: Warum verzichte ich – für mich, für andere, für Gott? Welche Wirkung hat mein Verzicht? Welche Freude kann daraus entstehen?

Einsatz digital / ru-digital:

 • Interaktive Aufgaben: digitales Puzzle, Quiz zu Symbolik, Fastenzeiten in anderen Religionen.

 • Virtuelle Fastenkiste: online Ideen sammeln, teilen, evtl. ein Klassen-Padlet.

 • Einsatz von Videos oder kurzen Clips, in denen Kinder erzählen, wie sie fasten; oder von Gottesdiensten/ liturgischen Momenten (Aschermittwoch, Karfreitag).

 • Digitales Tagebuch, Blogs oder Foren, in denen Schüler*innen Erfahrungen austauschen über ihren Verzicht und ihr Tun.

Differenzierung & Altersgerechtigkeit:

Für jüngere Kinder einfache kleinere Verzichtsformen und mehr Anleitung; viele Bilder; für ältere Kinder Reflexion über persönliche Motive, über ethische Fragen, über den Zusammenhang von Verzicht, Umwelt, Konsum und Solidarität.

Zeitlicher Rahmen einer möglichen Unterrichtseinheit (~90 Min):

Einstieg mit Impuls (Bild, Video, Gespräch) – ca. 15 Min

Vorlesegeschichte + Diskussion – ca. 20 Min

Stationenarbeit / Gruppenarbeit – ca. 25-30 Min

Praktisch / kreativ – Basteln / Gestalten / Gemeinschaftsaktion – ca. 15-20 Min

Reflexion und Gebet / Abschluss – ca. 10 Min

Integration in den Jahreskreis: Das Heft passt genau in die Fastenzeit im Kirchenjahr, ideal für RU-Einheiten in dieser Zeit. Es kann über mehrere Wochen als Begleitmedium genutzt werden, um die Fastenzeit bewusster zu gestalten.

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