Didaktisch eignet sich das Medium besonders, um Schülerinnen und Schülern die Fragilität und den Prozesscharakter der frühen Kirche bewusst zu machen. Es macht deutlich, dass der biblische Kanon nicht einfach gegeben, sondern in Auseinandersetzungen und Abgrenzungen gewachsen ist. Methodisch empfiehlt sich ein Einsatz im Zusammenhang mit Unterrichtseinheiten zur Entstehung des Neuen Testaments, zu Fragen der Kanonbildung oder zum Verhältnis von Altem und Neuem Testament. Denkbar ist eine arbeitsteilige Gruppenarbeit, in der unterschiedliche Positionen (z. B. Marcion, Irenäus, kirchliche Tradition) erarbeitet und miteinander ins Gespräch gebracht werden. Auch eine kontrastive Textarbeit mit biblischen Stellen aus dem Alten Testament und den von Marcion bevorzugten Evangelientexten kann das Spannungsfeld verdeutlichen. Abschließend könnten die Lernenden reflektieren, was es für den christlichen Glauben bedeutet, dass Altes und Neues Testament in einem Kanon verbunden sind.