Dabei stellt der Text die zentrale Frage nach Gerechtigkeit und Teilhabe im öffentlichen Raum: Wem gehört die Stadt? Wer darf sich wo aufhalten – und wer wird unsichtbar gemacht, weil er nicht ins Bild passt? Statt sozialer Lösungen wird häufig architektonisch ausgeschlossen – Konflikte wie Wohnungslosigkeit, Armut oder Einsamkeit werden verdrängt, nicht gelöst. Die „stillen Polizisten“ – so nennt der Fotograf Julius C. Schreiner diese Maßnahmen – übernehmen die Aufgabe, Unbequemes unsichtbar zu machen. Es ist ein unsichtbares Urteil über den Wert von Menschen – abhängig davon, ob sie kaufen, konsumieren oder stören.
Für den Religionsunterricht bietet dieser Beitrag eine intensive Auseinandersetzung mit Fragen von Menschenwürde, Gerechtigkeit, Solidarität und öffentlichem Zusammenleben. Das Prinzip „Jeder Mensch ist ein Ebenbild Gottes“ (Gen 1,27) steht im Kontrast zur Praxis, bestimmte Menschen aus der Stadtlandschaft zu verbannen. Schülerinnen und Schüler können hier gesellschaftliche Ausgrenzung sichtbar machen und christlich bewerten. Der Artikel ist ein idealer Anlass, um über unsere Verantwortung gegenüber den Schwächsten nachzudenken – auch im Sinne der biblischen Option für die Armen.
Zugleich sensibilisiert der Beitrag für strukturelle Ungleichheiten, die nicht auf den ersten Blick erkennbar sind: bauliche Barrieren als Symbol für soziale. In Verbindung mit biblischen Geschichten – etwa Jesu Umgang mit Ausgegrenzten, Heilungen am Sabbat oder dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter – können Schüler:innen Perspektiven für ein inklusiveres Miteinander entwickeln.