Der Einstieg erfolgt über ein Video, das die aggressive Verkaufsstrategie von Agraprofit zeigt: günstige Preise, offene Ausbeutung von Mensch und Umwelt, aggressive Werbung – scheinbar ganz im Sinne eines durchökonomisierten Marktes. Doch der Clou: Die Produkte, die verkauft werden, sind in Wahrheit fair und ökologisch hergestellt. Ziel der Aktion ist es, durch Übertreibung und Irritation kritisches Denken und Konsumbewusstsein bei Jugendlichen zu wecken.
Im Unterricht entwickeln Schüler:innen in Kleingruppen neue Werbestrategien für die Produkte von Agraprofit – diesmal aus einer ethisch-nachhaltigen Perspektive. Sie gestalten Plakate, formulieren Werbeslogans und reflektieren anschließend, wie sich faire Werbung von rein profitorientierten Strategien unterscheidet. Durch Präsentationen und eine anschließende Abstimmung wird deutlich, welche Botschaften überzeugen und wie Werbung unsere Kaufentscheidungen beeinflusst.
Im katholischen Religionsunterricht knüpft dieser Impuls an zentrale ethische Fragen an: Gerechtigkeit, Menschenwürde, Verantwortung und Schöpfungsbewahrung. Die Auseinandersetzung mit Produktionsbedingungen, Konsumverhalten und globaler Solidarität ermöglicht einen fundierten Zugang zur katholischen Soziallehre, insbesondere zur Option für die Armen, zum Gemeinwohl und zur Verantwortung für die Mitwelt. Der kreative Zugang über Werbung und Rollenspiel fördert zugleich Medienkompetenz und ethische Urteilsfähigkeit.
Die Unterrichtseinheit ist für 90 Minuten konzipiert und eignet sich besonders für Projektarbeit, fächerverbindende Themen (z. B. Wirtschaft, Ethik, Politik) oder als Einstieg in eine vertiefte Beschäftigung mit Fairtrade, ökologischem Konsum und globaler Verantwortung.