"Der Film eignet sich für den Einsatz ab Klasse 10, insbesondere in den Fächern Geschichte, Politik, Ethik, Religion und Deutsch. Er bietet einen differenzierten Zugang zur DDR-Vergangenheit, politischen Systemkritik, dem Verhältnis von Individuum und Staat sowie dem Spannungsfeld von Aufklärung und Ideologie.
Zentrale Themen:
– Alltag, Überwachung und Systemdruck in der DDR
– Loyalitätskonflikte zwischen Staat, Partei und individueller Moral
– Kriminalität im Sozialismus: Leugnung und Kontrolle
– Rolle der Stasi und Parteidisziplin
– Aufarbeitung von Schuld, Wahrheit und Verantwortung
Didaktische Impulse:
– Filmszenenanalyse mit Fokus auf Kammerspielform, Lichtgestaltung, Dialogführung
– Arbeitsblätter zu Demokratiebegriffen in BRD vs. DDR (Glossar, M1)
– Reflexion über Gewalttaten im Film (M2), politische Zensur und Vertuschung
– Gedichtanalyse von „Keiner kommt durch, Genossen“ (M3): Sprache und Ideologie
– Fallstudien zu Roths persönlichem und politischem Dilemma (M4, M5)
– Diskussion: Wahrheit oder Loyalität – Was ist verantwortliches Handeln?
– Zeitzeugengespräche oder Rechercheprojekt zu realer DDR-Mordkommission
– Vergleich mit anderen DDR-Filmen (z. B. „Das Leben der Anderen“)
Religionspädagogische Perspektiven:
– Wahrhaftigkeit als biblische und ethische Kategorie
– Gewissen, Gehorsam und Zivilcourage
– Schuld, Sühne und Vergebung – auch in politischen Kontexten
– Das Ringen um Wahrheit in einem repressiven System
Der Film ermöglicht einen dichten, multiperspektivischen Zugang zur späten DDR. Seine Kammerspielform und starke darstellerische Leistung schaffen intensive Lernsituationen, besonders geeignet für kontroverse Diskussionen und interdisziplinäres Lernen."