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Katholisches Filmwerk

Katholisches Filmwerk

Begleitmaterial zum Film Das Geständnis

Veröffentlichung:25.6.2025

Begleitmaterial zum DDR-Kammerspiel 'Das Geständnis' (2015) von Bernd Michael Lade. Im Fokus steht ein Vernehmer der Morduntersuchungskommission, der im letzten Jahr der DDR mit struktureller Vertuschung, politischem Druck und moralischen Dilemmata konfrontiert ist. Der Film thematisiert eindringlich das Spannungsfeld zwischen Wahrheit und Loyalität im untergehenden Sozialismus.

Der Kurzspielfilm „Das Geständnis“ erzählt die Geschichte eines Jugendlichen, der nach einem folgenschweren Vorfall mit Schuld, Angst und den Konsequenzen seines Handelns konfrontiert wird. Der innere Konflikt zwischen dem Wunsch, die Wahrheit zu verschweigen, und dem Bedürfnis nach Ehrlichkeit und Verantwortung bestimmt den Verlauf der Handlung. Dabei zeigt der Film eindrucksvoll, wie belastend Schuld empfunden werden kann und welche befreiende Wirkung ein offenes Geständnis sowie die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung haben. Zugleich eröffnet der Film einen sensiblen Zugang zu Fragen nach Gewissen, Wahrheit, Vergebung und Neuanfang und regt dazu an, über persönliche Entscheidungen und deren Auswirkungen auf andere Menschen nachzudenken.

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Der Film eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe, da er grundlegende ethische und religiöse Fragestellungen mit der Lebenswelt Jugendlicher verbindet. Vor der Filmsichtung empfiehlt sich ein Gespräch über Situationen, in denen Menschen Fehler machen, Schuld auf sich laden oder vor schwierigen Entscheidungen stehen. Dabei können die Begriffe Schuld, Verantwortung, Gewissen und Vergebung geklärt werden. Nach dem Film bietet sich eine ausführliche Analyse der Beweggründe der Hauptfigur sowie der Folgen ihres Handelns an. Die Lernenden können untersuchen, weshalb das Geständnis so schwerfällt, welche Rolle Angst und Scham spielen und wie sich die Situation durch Ehrlichkeit verändert. Im Religionsunterricht lassen sich Bezüge zu biblischen Erzählungen über Schuld, Umkehr, Vergebung und Versöhnung herstellen, etwa zu Petrus, Zachäus oder dem Gleichnis vom verlorenen Sohn. Ebenso können das Sakrament der Versöhnung, die Bedeutung des Gewissens sowie die christliche Hoffnung auf einen Neuanfang thematisiert werden. Methodisch eignen sich Gesprächsrunden, Partner und Gruppenarbeit, Rollenspiele, Standbilder sowie Perspektivwechsel, bei denen die Lernenden die Situation aus der Sicht verschiedener Figuren betrachten. Kreative Schreibaufgaben wie innere Monologe, Tagebucheinträge oder Briefe fördern die persönliche Auseinandersetzung mit den Themen des Films. Der Film unterstützt die Lernenden dabei, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen, die Bedeutung von Ehrlichkeit und Vergebung zu erkennen und Wege zu einem gelingenden Zusammenleben zu entwickeln.

"Der Film eignet sich für den Einsatz ab Klasse 10, insbesondere in den Fächern Geschichte, Politik, Ethik, Religion und Deutsch. Er bietet einen differenzierten Zugang zur DDR-Vergangenheit, politischen Systemkritik, dem Verhältnis von Individuum und Staat sowie dem Spannungsfeld von Aufklärung und Ideologie.

Zentrale Themen:
– Alltag, Überwachung und Systemdruck in der DDR
– Loyalitätskonflikte zwischen Staat, Partei und individueller Moral
– Kriminalität im Sozialismus: Leugnung und Kontrolle
– Rolle der Stasi und Parteidisziplin
– Aufarbeitung von Schuld, Wahrheit und Verantwortung

Didaktische Impulse:
– Filmszenenanalyse mit Fokus auf Kammerspielform, Lichtgestaltung, Dialogführung
– Arbeitsblätter zu Demokratiebegriffen in BRD vs. DDR (Glossar, M1)
– Reflexion über Gewalttaten im Film (M2), politische Zensur und Vertuschung
– Gedichtanalyse von „Keiner kommt durch, Genossen“ (M3): Sprache und Ideologie
– Fallstudien zu Roths persönlichem und politischem Dilemma (M4, M5)
– Diskussion: Wahrheit oder Loyalität – Was ist verantwortliches Handeln?
– Zeitzeugengespräche oder Rechercheprojekt zu realer DDR-Mordkommission
– Vergleich mit anderen DDR-Filmen (z. B. „Das Leben der Anderen“)

Religionspädagogische Perspektiven:
– Wahrhaftigkeit als biblische und ethische Kategorie
– Gewissen, Gehorsam und Zivilcourage
– Schuld, Sühne und Vergebung – auch in politischen Kontexten
– Das Ringen um Wahrheit in einem repressiven System

Der Film ermöglicht einen dichten, multiperspektivischen Zugang zur späten DDR. Seine Kammerspielform und starke darstellerische Leistung schaffen intensive Lernsituationen, besonders geeignet für kontroverse Diskussionen und interdisziplinäres Lernen."

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9G.2 Darf man alles, was man kann? Fortschritt und menschliche Zukunft.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.2 Dem Zeitgeist widerstehen: Kirche und Diktatur.

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