Interview mit Bischof Oliver Dashe Doeme aus Maiduguri, Nigeria
Bischof Oliver Doeme berichtet in einem bewegenden Interview über die dramatische Lage in seiner Diözese Maiduguri im Nordosten Nigerias – der Region, in der die islamistische Terrorgruppe Boko Haram 2009 entstand. Seit 15 Jahren leitet er das Bistum und war während der gesamten Zeit mit dem Terror konfrontiert. Kirchen wurden zerstört, Gläubige vertrieben, über 1000 Katholiken getötet. Besonders schlimm war das Jahr 2014, als Boko Haram große Teile des Gebiets übernahm und viele Priester sowie Laienhelfer fliehen mussten.
Statt mit politischer oder militärischer Antwort begegnet Bischof Doeme der Gewalt mit einem „geistlichen Kampf“: dem Gebet, insbesondere dem Rosenkranz. Er berichtet von einer Vision, in der Christus ihm ein Schwert überreicht, das sich in einen Rosenkranz verwandelt – ein Zeichen dafür, dass das Gebet die wirksamste Waffe gegen den Terror sei.
Er erzählt von einer tief verwurzelten Glaubenspraxis in seiner Diözese: tägliche Eucharistie, Anbetung, Marienandachten, Rosenkranzprozessionen und die Weihe des Bistums an das Unbefleckte Herz Mariens. Der Bischof verweist auf historische Beispiele – etwa in Brasilien, auf den Philippinen und in Österreich – wo Rosenkranzgebete politische Umbrüche beeinflusst hätten.
Trotz des andauernden Terrors sei kein Priester seiner Diözese ums Leben gekommen – für Bischof Doeme ein Wunder und Zeichen des Schutzes durch Maria. Er nennt weitere Wunderberichte, etwa die wundersame Freilassung eines verschleppten Priesters durch Gebet und Novene.
Zum Schluss betont er: Der geistliche Weg des Gebets sei nicht nur Trost, sondern auch reale Kraftquelle und Widerstand – getragen vom Glauben und der tiefen Marienverehrung seines Volkes.
Das Video eignet sich gut zur religionspädagogischen Reflexion, etwa im Kontext von Glaubenszeugnissen, Martyrium, interreligiöser Konflikte oder moderner Spiritualität im Angesicht von Gewalt.