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Nachhaltigkeit Teil 3: Handelt unsere Gesellschaft nachhaltig?

Veröffentlichung:10.1.2023

Im dritten Teil der Videoreihe zur Nachhaltigkeit wird die zentrale Frage behandelt, ob unsere Gesellschaft tatsächlich nachhaltig handelt. Ausgehend von der weit akzeptierten Definition von Nachhaltigkeit – also dem Prinzip, so zu handeln, dass die Bedürfnisse zukünftiger Generationen nicht eingeschränkt werden – fällt die Bewertung ernüchternd aus: Unsere Gesellschaft agiert aktuell nicht nachhaltig.

Das Video untersucht kritisch die Frage, ob unsere heutige Gesellschaft nachhaltig handelt. Ausgangspunkt ist die Definition von Nachhaltigkeit als verantwortungsvolles Handeln, das die Möglichkeiten zukünftiger Generationen zur Erfüllung ihrer Bedürfnisse nicht einschränkt. Anhand der drei Dimensionen der Nachhaltigkeit wird gezeigt, dass sowohl im Bereich der Ökologie als auch in den Bereichen Ökonomie und Soziales erhebliche Herausforderungen bestehen. Im Mittelpunkt steht anschließend ein Beispiel aus der Textilindustrie. Das Video analysiert Werbeaussagen eines Modeunternehmens und zeigt, dass Begriffe wie „nachhaltig“, „Bio Baumwolle“ oder „Recycling Kunststoff“ allein noch keine nachhaltige Produktion belegen. Vielmehr müssen die gesamte Lieferkette, die Produktionsbedingungen, der Transport, der Ressourcenverbrauch und die Arbeitsbedingungen berücksichtigt werden. Das Video macht deutlich, dass viele Nachhaltigkeitsversprechen kritisch hinterfragt werden müssen und vermittelt den Lernenden Kriterien zur Beurteilung von Greenwashing.

Besonders deutlich wird das im ökologischen Bereich. Der verstärkte Einsatz fossiler Energieträger wie Erdöl, Kohle und Erdgas zur Stromerzeugung, Mobilität und industriellen Produktion führt zu erheblichen CO2-Emissionen und trägt maßgeblich zur Erderwärmung bei. Auch im Bereich der Ökonomie bestehen berechtigte Zweifel an der Nachhaltigkeit staatlicher Finanzsysteme und der Rentenversicherung, deren Stabilität für kommende Generationen infrage steht. Sozial betrachtet wird zudem ein Rückgang des gesellschaftlichen Zusammenhalts beobachtet – ein alarmierendes Zeichen für die langfristige Stabilität unserer Gesellschaft.

Das Video beleuchtet darüber hinaus kritisch die Praxis sogenannter nachhaltiger Unternehmen. Anhand eines Beispiels eines deutschen Modeunternehmens wird gezeigt, wie Marketing und Realität auseinanderklaffen: Kleidung wird bereits dann als nachhaltig beworben, wenn ein kleiner Teil – beispielsweise nur ein Prozent – aus als „schonend“ deklarierten Rohstoffen besteht. Was genau als „schonend“ gilt, bleibt dabei unklar. Die Analyse deckt auf, dass weder Produktionsverfahren noch Lieferketten oder soziale Aspekte – wie faire Löhne – tatsächlich Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Vielmehr wird der Begriff „Nachhaltigkeit“ hier als Marketinginstrument genutzt und führt zur bewussten Irreführung von Verbraucherinnen und Verbrauchern.

Products

Das Video eignet sich hervorragend für die Vertiefung der Themen Nachhaltigkeit, Konsumethik und globale Verantwortung im Religionsunterricht. Die Lernenden setzen sich mit der Frage auseinander, woran echte Nachhaltigkeit erkannt werden kann und wie Unternehmen Nachhaltigkeit in ihrer Werbung darstellen. Nach dem Ansehen können verschiedene Produktverpackungen oder Werbeanzeigen untersucht werden. Die Lernenden prüfen anhand der im Video vorgestellten Kriterien, ob die Aussagen tatsächlich den Anforderungen nachhaltiger Entwicklung entsprechen oder lediglich einen nachhaltigen Eindruck erzeugen sollen. Anschließend bietet sich eine Diskussion über den eigenen Konsum an. Die Lernenden können überlegen, welche Kriterien ihnen beim Kauf von Kleidung oder anderen Produkten wichtig sind und welche Verantwortung Verbraucherinnen und Verbraucher tragen. Im Religionsunterricht lässt sich das Thema mit der christlichen Schöpfungsverantwortung, der Option für die Armen und der weltweiten Gerechtigkeit verbinden. Biblische Texte zur Bewahrung der Schöpfung, zur Gerechtigkeit und zur Verantwortung für den Mitmenschen eröffnen eine ethische Perspektive auf globale Lieferketten und faire Arbeitsbedingungen. Eine weiterführende Projektarbeit könnte darin bestehen, Nachhaltigkeitssiegel zu vergleichen, den Lebensweg eines Kleidungsstückes zu recherchieren oder Kriterien für einen nachhaltigen Einkaufskatalog zu entwickeln. Das Video fördert kritisches Denken, ethische Urteilsfähigkeit und die Kompetenz, Werbeaussagen sachlich zu bewerten.

Fragestellungen zum Video mit Antworten


1. Handelt unsere Gesellschaft nach Aussage des Videos nachhaltig?

Nein. Das Video kommt zu dem Ergebnis, dass unsere Gesellschaft in allen drei Dimensionen der Nachhaltigkeit erhebliche Defizite aufweist.


2. Welche Probleme nennt das Video im Bereich der Ökologie?

Vor allem den Ausstoß von CO2 durch die Verbrennung von Erdöl, Kohle und Erdgas sowie die damit verbundene Erderwärmung.


3. Welche Probleme werden im Bereich der Ökonomie angesprochen?

Es bestehen Zweifel, ob Staatsfinanzen und Rentensystem langfristig stabil und generationengerecht gestaltet sind.


4. Welche Herausforderungen gibt es im sozialen Bereich?

Das Video beschreibt einen nachlassenden gesellschaftlichen Zusammenhalt und mögliche Folgen für die Stabilität der Gesellschaft.


5. Warum wird das Modeunternehmen kritisch betrachtet?

Weil es Kleidung als nachhaltig bewirbt, ohne nachzuweisen, dass die gesamte Herstellung und Lieferkette nachhaltig ist.


6. Warum reicht Bio Baumwolle allein nicht aus, um ein Produkt nachhaltig zu machen?

Weil auch Produktion, Transport, Energieverbrauch, Entsorgung und Arbeitsbedingungen nachhaltig gestaltet sein müssen.


7. Was versteht man unter Greenwashing?

Greenwashing bezeichnet Werbeaussagen, die Produkten oder Unternehmen ein nachhaltiges Image verleihen, obwohl die tatsächliche Nachhaltigkeit nicht ausreichend belegt ist.


8. Welche Fragen sollten Verbraucherinnen und Verbraucher beim Einkauf stellen?

Woher stammen die Rohstoffe, wie wurde produziert, wie erfolgte der Transport und unter welchen Arbeitsbedingungen wurde das Produkt hergestellt?


9. Welche Bedeutung hat die Definition von Nachhaltigkeit bei der Bewertung von Produkten?

Sie hilft zu prüfen, ob ein Produkt die Möglichkeiten zukünftiger Generationen beeinträchtigt, ihre Bedürfnisse zu erfüllen.


10. Welche Verantwortung tragen Verbraucherinnen und Verbraucher?

Sie können Kaufentscheidungen bewusst treffen, Informationen kritisch prüfen und nachhaltige Produkte bevorzugen.


11. Welche Verbindung besteht zwischen Nachhaltigkeit und christlicher Ethik?

Christlicher Glaube fordert einen verantwortungsvollen Umgang mit der Schöpfung, den Einsatz für Gerechtigkeit sowie faire Lebensbedingungen für alle Menschen.


12. Welche zentrale Botschaft vermittelt das Video?

Nachhaltigkeit darf nicht nur ein Werbebegriff sein. Wirklich nachhaltiges Handeln berücksichtigt Umwelt, Wirtschaft und soziale Gerechtigkeit gleichermaßen und schützt die Lebensmöglichkeiten zukünftiger Generationen.

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