Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe, ebenso für Ethik, Gemeinschaftskunde oder fächerübergreifende Friedensbildung. Der Einstieg kann über aktuelle Nachrichten oder die Frage erfolgen, welche Bedeutung Gleichberechtigung für Frieden besitzt. Anschließend untersuchen Lernende Statistiken zur politischen Beteiligung von Frauen und vergleichen den Global Gender Gap Index mit dem Global Peace Index. Die Ergebnisse werden gemeinsam ausgewertet und auf mögliche Zusammenhänge zwischen Gleichberechtigung und Friedensfähigkeit übertragen. Ein Rollenspiel verdeutlicht, wie Sprache Vorstellungen über Geschlechter beeinflusst und wie stereotype Rollenbilder entstehen. Weitere Arbeitsaufträge regen dazu an, geschlechtsspezifische Gewalt und Benachteiligungen in Deutschland zu analysieren und konkrete politische Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Eine abschließende Reflexion über eigene Erwartungen an Frauen und Männer eröffnet einen persönlichen Zugang zum Thema und fördert Perspektivwechsel, Empathie sowie Urteilsfähigkeit. Das Medium bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte zur christlichen Friedensethik, zur gleichen Würde aller Menschen sowie zur Verantwortung für Gerechtigkeit und Menschenrechte.
Im ersten Schritt wird die Tabelle (M1) betrachtet und auffällige Zusammenhänge notiert. Anschließend werden „Wenn..., dann...“-Erklärungen formuliert, um darzulegen, warum und wie eine größere Geschlechtergerechtigkeit in Krisenregionen zu einem stabileren Frieden führen könnte. Dabei werden die Bereiche Arbeitsmarkt, Bildung, Gesundheit und politische Teilhabe berücksichtigt.
Im zweiten Schritt erfolgt die Beschreibung der Bilder aus (M2). Es wird geprüft, ob die dargestellten Rollenbilder den Erwartungen an Frauen- und Männerrollen im Krieg entsprechen. Das Urteil wird begründet.
Im dritten Schritt wird die Rolle der Sprache untersucht. Dazu arbeiten die Teilnehmenden in Gruppen. Eine Hälfte der Klasse erhält M3a, die andere M3b. Anschließend werden Namen für die Personen vergeben und kurze Dialoge entwickelt, die mit Namensschildern vorgetragen werden. Danach wird diskutiert, inwiefern die Formulierungen die Wahrnehmung der Geschlechterrollen beeinflusst haben und ob es Unterschiede zwischen den Gruppen gab.
Im vierten Schritt erfolgt eine Auseinandersetzung mit Frieden und Geschlechtergerechtigkeit in Deutschland. Die Beispiele aus M4 werden den Kategorien „geschlechtsspezifische Gewalt“ oder „Geschlechterungerechtigkeiten“ zugeordnet. In Kleingruppen wird ein Beispiel ausgewählt, zu dem drei begründete und konkrete Forderungen an die Politik formuliert werden. Die Ergebnisse werden anschließend auf einem Plakat oder in einem Padlet zusammengetragen.
Im fünften Schritt wird der Einfluss von Erwartungen an Geschlechterrollen reflektiert. Dazu werden zunächst Erwartungen notiert, die im eigenen Umfeld wahrgenommen werden oder an die eigene Person gestellt sind. Anschließend werden gemeinsam Vor- und Nachteile dieser Erwartungen gesammelt und deren Auswirkungen kritisch hinterfragt.
Diese Schritte ermöglichen eine umfassende Auseinandersetzung mit den Zusammenhängen zwischen Geschlechtergerechtigkeit und Frieden.