Der Artikel behandelt eine umfassende Begriffsanalyse von Erziehung im pädagogischen Diskurs. Nach Durkheim wird Erziehung als methodische Sozialisation definiert, die das Gefälle zwischen Generationen überbrücken soll. Brezinka charakterisiert Erziehung als zielgerichtete soziale Handlung zur Verbesserung psychischer Dispositionen anderer Menschen. Der Text unterscheidet zwischen direkten Erziehungsmethoden (Vormachen, Übungsanleitung, Wissensvermittlung) und indirekten Methoden (Vorbild, Beziehungsgestaltung). Erziehung wird vom Begriff der Bildung differenziert: Während Erziehung hierarchisch strukturiert ist und primär Kinder betrifft, ist Bildung ein lebenslanger selbsttätiger Prozess. Im frühkindlichen Bereich verschmelzen beide Konzepte, während sie in der Schule stärker ausdifferenzieren. Der Artikel hebt hervor, dass Erziehung mit hoher Verantwortung verbunden ist und einer kritischen Reflexion von Zielen bedarf, um Indoktrination zu vermeiden. Zentral ist ein balanciertes Verständnis, das individuelle Gegebenheiten des Kindes sowie gesellschaftliche Anforderungen berücksichtigt und einen ganzheitlichen, mehrdimensionalen Ansatz verfolgt. Letztlich wird der Edukand als autonomes Subjekt wahrzunehmen gefordert, dessen Selbstbestimmung planvoll mit pädagogischer Fremdbestimmung zu verbinden ist.