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Kirche in Not Österreich

Kirche in Not Österreich

Myanmar - Wir dürsten nach Frieden

Veröffentlichung:30.11.2017

Das Video vermittelt einen eindrucksvollen Einblick in die Lebenssituation der christlichen Minderheit im Kachin Staat im Norden Myanmars. Im Mittelpunkt stehen die Auswirkungen des seit Jahrzehnten andauernden Bürgerkrieges zwischen der burmesischen Armee und ethnischen Gruppen. Zahlreiche Menschen mussten ihre Heimat verlassen, leben in Flüchtlingslagern und haben Angehörige, Häuser und ihre Lebensgrundlage verloren. Das Medium zeigt zugleich das vielfältige Engagement der katholischen Kirche, die den Vertriebenen unabhängig von ihrer Religion humanitäre Hilfe, seelsorgliche Begleitung, Bildung und Hoffnung schenkt. Priester, Ordensleute und freiwillige Helfende begleiten die Menschen auch in den gefährlichsten Situationen und setzen sich für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung ein. Besonders eindrucksvoll wird deutlich, dass der christliche Glaube vielen Betroffenen Kraft gibt, trotz Leid, Verfolgung und Unsicherheit Hoffnung auf eine friedliche Zukunft zu bewahren.

Der seit 1948 andauernde Bürgerkrieg in Myanmar gehört zu den längsten Konflikten nach dem Zweiten Weltkrieg. Besonders betroffen ist der Kachin-Staat im Norden des Landes an der Grenze zu China. Dort kämpfen die burmesische Armee und verschiedene ethnische Gruppen um Autonomie, politische Mitbestimmung und vor allem um die Kontrolle über wertvolle Rohstoffe wie Jade, Erdöl, Gas, Holz oder Kupfer. Immer wieder kommt es zu Gewalteskalationen, Vertreibungen und massiven Menschenrechtsverletzungen. Hunderttausende Menschen verloren ihr Zuhause, ihre Lebensgrundlage und oft auch Angehörige. Viele von ihnen leben heute in Flüchtlingslagern, in denen die Versorgung mit Nahrung, Wasser, medizinischer Hilfe und Bildung nur unregelmäßig gelingt. Kinder und Jugendliche leiden besonders: sie haben kaum Zugang zu Schulen, sind von Traumata geprägt und geraten leicht in die Abhängigkeit von Drogen oder in die Fänge von Menschenhändlern.


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Das Video eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe zu den Themen Frieden, Gerechtigkeit, Flucht, Vertreibung, Kirche in Asien, Christen als Minderheit, Menschenrechte sowie christliche Verantwortung in Krisengebieten. Die authentischen Berichte von Geflüchteten, Priestern und kirchlichen Mitarbeitenden eröffnen den Lernenden einen lebensnahen Zugang zu den Folgen bewaffneter Konflikte und zeigen, wie christlicher Glaube Menschen in existenziellen Situationen trägt.

Als Einstieg kann die Frage gestellt werden, was Menschen am meisten benötigen, wenn sie ihre Heimat verlieren. Die Lernenden sammeln zunächst Gedanken zu Flucht, Sicherheit und Hoffnung. Anschließend kann das Video genutzt werden, um die Lebenswirklichkeit von Geflüchteten kennenzulernen und die Bedeutung kirchlicher Hilfe zu erschließen.

Während der Filmvorführung können arbeitsteilige Beobachtungsaufträge vergeben werden. Eine Gruppe untersucht die Ursachen und Folgen des Bürgerkrieges. Eine weitere Gruppe sammelt Beispiele für die Hilfe der katholischen Kirche. Eine dritte Gruppe beschreibt die Lebensbedingungen in den Flüchtlingslagern. Eine vierte Gruppe arbeitet heraus, welche Bedeutung Glaube, Gebet und Hoffnung für die Menschen besitzen. Die Ergebnisse werden anschließend gemeinsam vorgestellt und miteinander verglichen.

Im weiteren Unterricht bietet sich eine Vertiefung zu den Themen Menschenrechte, Religionsfreiheit und Friedensethik an. Die Lernenden können die Aussagen der Zeitzeugen mit biblischen Friedensbotschaften vergleichen und überlegen, welche Verantwortung Christinnen und Christen heute für Frieden und Versöhnung tragen. Ebenso kann das Thema Flucht weltweit betrachtet und mit aktuellen Beispielen verbunden werden.

Methodisch eignet sich das Medium für Gruppenarbeit, Partnerarbeit oder eine Quellenanalyse. Die persönlichen Berichte können den Themen Flucht, Hoffnung, Menschenwürde, Frieden, Versöhnung oder christliches Zeugnis zugeordnet werden. Kreative Aufgaben wie das Schreiben eines Briefes aus der Sicht eines Kindes im Flüchtlingslager oder eines Tagebucheintrags eines Priesters fördern Perspektivübernahme und Empathie. Ebenso können Rollenspiele oder Diskussionen über Möglichkeiten friedlicher Konfliktlösungen durchgeführt werden.

Das Video leistet einen wichtigen Beitrag zur Friedenserziehung und Wertebildung. Die Lernenden erkennen, dass die Kirche nicht nur religiöse Aufgaben übernimmt, sondern Menschen unabhängig von ihrer Herkunft oder Religion begleitet und unterstützt. Gleichzeitig verdeutlicht das Medium, dass echter Friede nicht allein durch politische Vereinbarungen entsteht, sondern in den Herzen der Menschen wachsen muss. Damit eröffnet das Video zahlreiche Möglichkeiten, über Versöhnung, Solidarität, Verantwortung und die christliche Hoffnung auf Frieden nachzudenken.


Fragestellungen zum Video mit Antworten


Warum mussten viele Menschen ihre Heimat verlassen?

Die Menschen flohen vor dem jahrzehntelangen Bürgerkrieg zwischen der burmesischen Armee und bewaffneten ethnischen Gruppen. Viele Dörfer wurden zerstört und zahlreiche Familien verloren ihre Häuser und ihre Lebensgrundlage.


Welche Rolle übernimmt die katholische Kirche in den Flüchtlingslagern?

Die Kirche versorgt die Menschen mit Lebensmitteln, Kleidung und weiteren Hilfsgütern, begleitet sie seelsorglich und ermöglicht Bildung sowie Hoffnung für Kinder und Familien. Sie hilft allen Menschen unabhängig von ihrer Religion oder Herkunft.


Vor welchen Herausforderungen stehen die Menschen in den Flüchtlingslagern?

Sie leiden unter Armut, mangelnder Versorgung, fehlenden Bildungsmöglichkeiten, Arbeitslosigkeit, Traumatisierungen sowie der anhaltenden Unsicherheit durch den Krieg. Besonders Kinder und Jugendliche sind gefährdet.


Welche Bedeutung hat der christliche Glaube für die Betroffenen?

Der Glaube schenkt den Menschen Hoffnung, Kraft und inneren Frieden. Gebet und Gottesdienste helfen ihnen, mit Leid, Angst und Verlust umzugehen und nicht aufzugeben.


Welche Ursachen des Konfliktes werden im Video genannt?

Das Video verweist auf politische Spannungen, den Wunsch nach größerer Selbstbestimmung ethnischer Gruppen sowie auf den Kampf um natürliche Ressourcen wie Holz, Erdöl, Gas und Bodenschätze.


Warum ist Bildung für die Kinder so wichtig?

Bildung eröffnet Zukunftsperspektiven und schützt Kinder vor Hoffnungslosigkeit, Ausbeutung, Drogen und Menschenhandel. Die Kirche engagiert sich deshalb besonders für Schulen und Bildungsangebote.


Welche Friedensbotschaft vermittelt das Video?

Das Video macht deutlich, dass dauerhafter Friede nicht durch Gewalt erreicht werden kann. Frieden entsteht durch Dialog, gegenseitigen Respekt, Gerechtigkeit und die Bereitschaft zur Versöhnung.

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