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Rettung am Schilfmeer

Veröffentlichung:1.1.2021

Die Unterrichtsstunde "Die Rettung am Schilfmeer" von Seite 55 bis Seite 93 mit 10 Materialien thematisiert die Historizität der biblischen Überlieferung. Dabei wird die historische Beweisbarkeit des Exodus untersucht. Diese Geschichte wurde zum Gründungsmythos. Auch ein Mythos kann die Nachfahren der Israeliten bis heute einen.

Die Unterrichtsreihe „Die Rettung am Schilfmeer oder: Von der Meerwundererzählung zur Mehr Wundererzählung“ behandelt die biblische Erzählung aus Exodus 13,17 bis 14,31 und richtet sich an die Sekundarstufe II. Ausgangspunkt ist die Frage, wie die Erzählung vom Durchzug durch das Schilfmeer heute verstanden werden kann. Dabei steht nicht die historische Beweisbarkeit des Geschehens im Mittelpunkt, sondern die Bedeutung der Exodusgeschichte als grundlegende Glaubens und Hoffnungserzählung des Judentums und des Christentums. Die Unterrichtsreihe verbindet biblische Exegese mit historischen, literarischen und theologischen Zugängen. Lernende setzen sich mit unterschiedlichen Deutungsmodellen auseinander, reflektieren den Mythosbegriff nach Jan Assmann, untersuchen historische Sinnbildung und diskutieren die Rolle von Fiktionalität und Wahrheit in biblischen Texten. Darüber hinaus wird die bleibende Bedeutung des Exodus für das Pessachfest, für jüdische Identität und für gegenwärtige Erfahrungen von Befreiung, Hoffnung und Rettung erschlossen. Die Reihe umfasst zahlreiche Materialien wie den Bibeltext, historische Quellen, wissenschaftliche Texte, Impulse zur Erinnerungskultur sowie Beispiele aus der jüdischen Tradition und dem jüdischen Humor.

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Didaktisch verfolgt die Unterrichtsreihe einen multiperspektivischen Ansatz und lädt Lernende dazu ein, unterschiedliche Sichtweisen miteinander ins Gespräch zu bringen. Sie lernen, zwischen historischer Wahrheit, theologischer Aussage und existenzieller Bedeutung zu unterscheiden. Die Unterrichtsreihe eignet sich besonders für eine problemorientierte Erarbeitung, da sie die häufig gestellte Frage nach der historischen Wirklichkeit der Wundererzählung bewusst aufgreift und in einen größeren hermeneutischen Zusammenhang stellt. Die Materialien ermöglichen arbeitsteilige Gruppenarbeiten, Textanalysen, Diskussionen, Präsentationen und reflektierende Schreibaufgaben. Ebenso bieten sich Vergleiche zwischen wissenschaftlichen Positionen und religiösen Deutungen sowie Gespräche über persönliche Erfahrungen von Freiheit, Rettung und Neuanfang an. Durch die Verbindung von Bibelwissenschaft, Geschichtswissenschaft und Religionspädagogik entwickeln Lernende die Fähigkeit, biblische Texte als vielschichtige Glaubenszeugnisse zu verstehen und deren Bedeutung für Gegenwart und eigenes Leben zu erschließen. Die Unterrichtsreihe fördert damit Bibelkompetenz, Urteilsfähigkeit, Perspektivwechsel und religiöse Deutungskompetenz gleichermaßen.

M1 Die Rettung am Schilfmeer (Exodus 14)

Die Lernenden lesen den Bibeltext in zwei Fassungen und vergleichen den Aufbau sowie die unterschiedlichen Akzente der Erzählung. Sie untersuchen Figuren, Spannungsbogen, Gottesbild und die Darstellung des Wunders. Anschließend diskutieren sie, welche Aussage die Erzählung über Gottes rettendes Handeln vermittelt und welche Bedeutung sie für den Glauben besitzt.


M2 Der Mythos Begriff nach Jan Assmann

Die Lernenden setzen sich mit dem wissenschaftlichen Verständnis von Mythos auseinander. Sie erkennen, dass Mythen nicht als erfundene Geschichten verstanden werden, sondern grundlegende Wahrheiten und kollektive Erfahrungen ausdrücken. Dadurch lernen sie, den Exodus als identitätsstiftende Erzählung zu deuten und historische sowie religiöse Fragestellungen voneinander zu unterscheiden.


M3 Über Wesen und Auftrag einer wissenschaftlichen Beschäftigung mit Geschichte

Die Lernenden vergleichen zwei historische Positionen aus dem 19. Jahrhundert zur Aufgabe der Geschichtswissenschaft. Sie reflektieren, wie Geschichte entsteht, welche Ziele historische Forschung verfolgt und weshalb historische Erkenntnisse von Perspektiven geprägt sind. Dadurch entwickeln sie ein differenziertes Verständnis historischer Wahrheit.


M4 Historische Sinnbildung

Die Lernenden arbeiten mit Thesen zur historischen Sinnbildung und erkennen, dass Vergangenheit immer gedeutet und erzählt wird. Sie diskutieren, wie Erinnerungen Identität schaffen und weshalb historische Erzählungen Orientierung für Gegenwart und Zukunft geben können. Dadurch wird deutlich, dass auch biblische Geschichten Sinn stiften und Gemeinschaft bilden.


M5 Zitate zum Stichwort Fiktionalität

Die Lernenden analysieren verschiedene Aussagen über Fiktion und Wahrheit. Sie setzen sich mit der Frage auseinander, ob eine Erzählung auch dann wahr sein kann, wenn sie nicht als historischer Tatsachenbericht verstanden wird. Ziel ist die Entwicklung eines reflektierten Verständnisses biblischer Texte als Glaubenszeugnisse.


M6 Jorge Semprún Vorwort zu Soazig Aarons Klaras Nein

Die Lernenden lesen einen literarischen Text über Erinnerung und Geschichte. Sie untersuchen die Bedeutung von Erzählungen für das persönliche und kollektive Gedächtnis und übertragen diese Einsichten auf die Exodusgeschichte. Dadurch erkennen sie die Verbindung zwischen Erinnerung, Identität und Hoffnung.


M7 Die Gegenwart des Exodus

Die Lernenden entdecken, wie die Exodusgeschichte bis heute religiöse, gesellschaftliche und politische Bedeutung besitzt. Sie überlegen, welche Erfahrungen von Unterdrückung, Befreiung und Neuanfang Menschen heute machen und wie die biblische Erzählung Orientierung geben kann. Dadurch wird der Aktualitätsbezug des Textes hergestellt.


M8a Pessach

Die Lernenden lernen das jüdische Pessachfest kennen und erschließen dessen Verbindung zur Exodusgeschichte. Sie erfahren, wie Erinnerung in Ritualen lebendig gehalten wird und welche Bedeutung das Fest für die jüdische Identität besitzt.


M8b Erklärungen

Die ergänzenden Erläuterungen helfen den Lernenden, zentrale Begriffe, Symbole und Rituale des Pessachfestes zu verstehen. Dadurch können sie die Verbindung zwischen Bibeltext, religiöser Praxis und Erinnerungskultur nachvollziehen.


M9 Das Meerwunder lebt auch im jüdischen Witz

Die Lernenden begegnen jüdischem Humor als Form der Auseinandersetzung mit der Exodusgeschichte. Sie erkennen, dass religiöse Traditionen nicht nur feierlich, sondern auch humorvoll weitergegeben werden. Im Unterricht können die Witze interpretiert und ihre Aussagen über Glauben, Erinnerung und Identität diskutiert werden.

Material:

M1 Die Rettung aus dem Schilfmeer

M2 Der Mythos Begriff Jan Assmann

M3 Dber Wesen und Auftrag einer wissenschaftlichen Beschäftigung mit Geschichte

M4 Distorische Sinnbildung

M5 Zitate zum Stichwort Fiktionalität

M6 Dorge Semprun

M7 Die Gegenwart des Exodus

M8a Pessach

M8b Erklärungen

M9 Das Meerwunder lebt auch im jüdischen Witz

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Sekundarstufe II | 12/1 Jesus Christus und die Kirche

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