„Wie ist mir so weh, so weh! Ich winde mich. Mein Herz pocht in meiner Brust. Ich kann nicht schweigen.“ - so geht es dem eher unfreiwilligen Propheten Jeremia leider öfter in seinem Buch, das SOMMERS WELTLITERATUR für euch in knapp über 11 Minuten zusammenfasst.
Etwa 626 v.Chr. wird Jeremia von Gott als Prophet rekrutiert, allerdings hadert er immer wieder mit seinem Schicksal, denn erstens hören die Leute nicht auf das, was er sagt, zweitens ist er ein sozialer Outcast, wird immer wieder bedroht und verhaftet, und drittens darf er noch nicht mal heiraten und Kinder zeugen. Seine Arbeit fällt aber auch in eine ganz schwierige Phase der Geschichte des Volkes Israel, nämlich auf die Finalstrecke, kurz bevor Nebukadnezar Jerusalem erobert und (nach dem Nordreich Israel) nun auch die Oberschicht des Südreichs Juda nach Babylon deportieren lässt. Jeremias Aufgaben sind es nun, erstmal natürlich - wie jeder Prophet - die Leute dazu zu bringen, sich an Gottes Regeln zu halten (was keiner macht), dann dafür zu sorgen, dass die Oberherrschaft Nebukadnezars anerkannt wird, weil er ein Werkzeug Gottes ist (was vor allem König Zedekia von Juda nicht macht), und schließlich, als der Statthalter Nebus ermordet wird, die Israeliten daran zu hindern, nach Ägypten zu fliehen (was keiner macht). Alles in allem ist das eine ernüchternde Bilanz seiner Prophetentätigkeit, kein Wunder, dass Jerry da immer mal wieder klagt.