Die kirchliche Fastenaktion „Luft holen! Sieben Wochen ohne Panik" und die ökumenische Initiative des Klimafastens laden dazu ein, die Fastenzeit bewusst zu gestalten und den Klimaschutz in den Mittelpunkt zu rücken. Der Artikel nutzt alttestamentliche Prophetie als theologischen Zugang zu dieser Thematik. Das bekannte Jesaja-Zitat vom „Neuen", das Gott schafft, wird zunächst als hoffnungsvolles Bild für die Fastenzeit präsentiert, wirft aber auch kritische Fragen auf: Befinden wir uns wirklich auf der „guten Seite" oder gehören wir zu jenen, die für ihre sozialen und ökologischen Vergehen angeklagt werden?
Der Artikel konzentriert sich besonders auf den weniger bekannten Propheten Habakuk und seine radikale Anklage gegen Gewalt in all ihren Erscheinungsformen. Habakuk prangert nicht nur zwischenmenschliche Gewalt an, sondern auch die Misshandlung der Natur und der Tiere. Ein Schlüsselvers ist Habakuk 2,17, der die „Gewalttat am Libanon" und die „Vernichtung der Tiere" thematisiert. Die Zerstörung der Zedern des Libanon wird als „Raub an der Pflanzung Gottes" verstanden, da diese Bäume laut Psalm 104,16 von Gott selbst gepflanzt wurden. Der Text interpretiert ökologische Zerstörung als unmittelbare Mißachtung der göttlichen Schöpfung und verbindet so prophetische Mahnung mit gegenwärtiger Klimaverantwortung.