RU-digitalRU-digital-logo
1 Bild
Klaus GoergenFachverband Ethik Baden Württemberg

Klaus Goergen,

Fachverband Ethik Baden Württemberg

Wie wird Moral begründet

Veröffentlichung:1.1.2006

Die Anregung "wie wird Moral begründet" mit 53 Seiten bietet Quellentexte zum Thema Ethik. Dabei sind klassische Texte der aristotelischen Ethik genauso enthalten wie Texte zum Utilitarismus, der Ethik Kants, Gefühlsethik, Kontraktualismus, Diskursethik von Habermas, und der postmodernen Ethik. Zu einigen Texten sind Übungen enthalten. Eine Einleitung beschreibt die Zusammenstellung des Materials unmögliche Verwendungen.

Das Medium „Teilen oder Helfen? Zum Streit um die richtige Gerechtigkeit“ von Klaus Goergen behandelt die grundlegende ethische Frage, wie Gerechtigkeit in modernen Gesellschaften verstanden und verwirklicht werden kann. Ausgehend von klassischen Gerechtigkeitstheorien diskutiert der Autor die Kontroverse zwischen Positionen, die soziale Gleichheit und Chancengerechtigkeit als zentrale Maßstäbe ansehen, und Ansätzen, die vor allem die Sicherung grundlegender Bedürfnisse und Hilfe für Bedürftige betonen. Dabei werden nationale und globale Beispiele aufgegriffen, etwa Bildungsungleichheiten, Sozialpolitik, Armutsbekämpfung, Entwicklungspolitik und internationale Verantwortung. Der Text stellt die wichtigsten Argumente der Kritik am Gleichheitsgedanken dar und setzt ihnen eine Verteidigung der Gleichheit als Grundlage von Menschenwürde, Teilhabe und sozialer Gerechtigkeit entgegen. Die Lernenden erhalten dadurch einen fundierten Einblick in aktuelle ethische, politische und gesellschaftliche Debatten über Verteilungsgerechtigkeit und Solidarität.

Products

Für den Religionsunterricht bietet das Medium vielfältige didaktische und methodische Einsatzmöglichkeiten, insbesondere in der gymnasialen Oberstufe. Die zentrale Leitfrage „Teilen oder Helfen?“ eröffnet einen lebensweltlichen Zugang zu Fragen von Gerechtigkeit, Verantwortung und Nächstenliebe. Als Einstieg eignet sich die Konfrontation mit aktuellen Beispielen sozialer Ungleichheit oder mit provozierenden Aussagen zur Verteilung von Wohlstand. Im weiteren Verlauf können die Lernenden die unterschiedlichen Gerechtigkeitskonzepte arbeitsteilig erschließen und deren Argumentationsstruktur analysieren. Besonders gewinnbringend ist die Verbindung mit christlichen Perspektiven auf Gerechtigkeit, etwa den prophetischen Forderungen nach sozialer Gerechtigkeit, dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter oder den Prinzipien der katholischen Soziallehre. Durch Gruppenarbeiten, Debatten, Rollenspiele oder philosophische Gespräche können die Lernenden unterschiedliche Positionen vertreten und kritisch reflektieren. Ebenso eignet sich der Text für eine ethische Urteilsbildung anhand konkreter gesellschaftlicher Fragestellungen wie Bürgergeld, Bildungsgerechtigkeit, globale Armut, Entwicklungshilfe oder faire Handelsbeziehungen. Der Vergleich zwischen Hilfe, Barmherzigkeit, Solidarität und Gerechtigkeit ermöglicht eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem christlichen Menschenbild und der Frage, welche Verantwortung Menschen füreinander tragen. Aufgrund der anspruchsvollen Argumentation fördert das Medium insbesondere die Analysekompetenz, die Perspektivenübernahme, die Argumentationsfähigkeit und die ethische Urteilskompetenz der Lernenden.

Material 1: Einstiegstext zur Frage „Was ist Gerechtigkeit?“

Die Lernenden setzen sich mit grundlegenden Vorstellungen von Gerechtigkeit auseinander. Anhand der aristotelischen Definition von Gerechtigkeit und der Verbindung von Gerechtigkeit und Gleichheit entwickeln sie erste Kriterien für gerechtes Handeln. Im Unterricht werden eigene Vorstellungen gesammelt, diskutiert und mit philosophischen Positionen verglichen.


Material 2: Gerechtigkeit und Gleichheit

Die Lernenden erarbeiten verschiedene Theorien der Verteilungsgerechtigkeit. Sie analysieren die Positionen von Egalitaristen und Liberalen und untersuchen die Frage, welche Ungleichheiten ausgeglichen werden müssen, damit eine Gesellschaft als gerecht gelten kann. Im Unterricht werden die unterschiedlichen Positionen arbeitsteilig erschlossen und in einer vergleichenden Übersicht dargestellt.


Material 3: Gesellschaftliche Beispiele für Ungleichheit

Die Lernenden analysieren Beispiele aus Bildung, Arbeitswelt und Weltwirtschaft. Sie prüfen, ob gleiche Rechte tatsächlich zu gleichen Chancen führen und diskutieren konkrete Formen gesellschaftlicher Ungleichheit. Im Unterricht können aktuelle Statistiken und Fallbeispiele ergänzend herangezogen werden.


Material 4: Einführung in die Kritik am Gleichheitsgedanken

Die Lernenden lernen die Grundposition des Non Egalitarismus kennen. Sie untersuchen die These, dass Gleichheit nicht der entscheidende Maßstab von Gerechtigkeit sei und reflektieren die Folgen dieser Sichtweise für Gesellschaft und Politik. Im Unterricht bietet sich eine strukturierte Textarbeit mit Leitfragen an.


Material 5: Die fünf Argumente gegen Gleichheit

Die Lernenden erschließen die fünf zentralen Argumente des Non Egalitarismus:

• perspektivisches Argument

• anthropologisches Argument

• normatives Argument

• humanitäres Argument

• pragmatisches Argument

Im Unterricht können Gruppen jeweils eines der Argumente analysieren, visualisieren und anschließend im Plenum vorstellen. Dabei wird geprüft, ob die Argumente überzeugen oder kritisiert werden können.


Material 6: Der barmherzige Samariter als Gegenmodell

Die Lernenden untersuchen die Verwendung des Gleichnisses vom barmherzigen Samariter innerhalb der Debatte. Sie diskutieren, ob Hilfe wichtiger ist als gerechte Verteilung und wie christliche Nächstenliebe mit sozialer Gerechtigkeit zusammenhängt. Im Unterricht erfolgt eine Verknüpfung von Bibelarbeit und ethischer Reflexion.


Material 7: Sozialstaat und soziale Sicherung

Die Lernenden analysieren Auswirkungen unterschiedlicher Gerechtigkeitsvorstellungen auf Rentenversicherung, Krankenversicherung, Arbeitslosenhilfe und Sozialstaat. Im Unterricht können aktuelle sozialpolitische Debatten untersucht und mit den Positionen des Textes verglichen werden.


Material 8: Globale Gerechtigkeit und Entwicklungspolitik

Die Lernenden setzen sich mit Ursachen von Armut und Unterentwicklung auseinander. Sie diskutieren unterschiedliche Sichtweisen auf Verantwortung, Entwicklungshilfe und faire Handelsbeziehungen. Im Unterricht können Planspiele oder Fallanalysen zur globalen Gerechtigkeit durchgeführt werden.


Material 9: Habermas und soziale Teilhaberechte

Die Lernenden erarbeiten die Gegenposition zur Kritik am Gleichheitsgedanken. Sie untersuchen, warum soziale Teilhabe als Voraussetzung für Freiheit und Menschenwürde verstanden wird. Im Unterricht werden die Begriffe Teilhabe, Chancengleichheit und Menschenwürde anhand konkreter Beispiele erschlossen.


Material 10: Anerkennung oder Umverteilung?

Die Lernenden setzen sich mit den Theorien von Honneth, Taylor und Fraser auseinander. Sie diskutieren, ob gesellschaftliche Probleme eher durch Anerkennung oder durch gerechtere Verteilung gelöst werden können. Im Unterricht bietet sich eine kontroverse Debatte mit unterschiedlichen Rollenperspektiven an.


Material 11: Menschenwürde und Gleichheit

Die Lernenden analysieren die Frage, ob Menschenwürde von Leistung, Anerkennung oder gesellschaftlichem Status abhängt. Sie vergleichen unterschiedliche Menschenbilder und reflektieren deren Bedeutung für den christlichen Glauben. Im Unterricht kann dies mit biblischen Aussagen zur Gottesebenbildlichkeit verbunden werden.


Material 12: Abschließende Urteilsbildung zur Leitfrage „Teilen oder Helfen?“

Die Lernenden entwickeln auf Grundlage aller erarbeiteten Positionen ein eigenes ethisches Urteil. Sie begründen, ob Gerechtigkeit vor allem durch Hilfe für Bedürftige oder durch gerechte Verteilung von Chancen und Ressourcen verwirklicht wird. Im Unterricht eignet sich hierzu eine Podiumsdiskussion, eine Schreibaufgabe oder eine strukturierte Debatte.


Material 13: Literatur und Vertiefung

Die umfangreiche Literaturliste ermöglicht eine vertiefende wissenschaftliche Auseinandersetzung mit philosophischen und theologischen Gerechtigkeitstheorien. Im Unterricht kann sie für Referate, Facharbeiten oder Projektarbeiten genutzt werden.

Material:

Eine kurze Geschichte der Moralbegründungen 6

Einstiege in das Thema Moralbegründung 17

Aristotelische Ethik 27

Texte und Übungen zum Utilitarismus 35

Texte und Übungen zur Ethik Kants 43

Nonkognitivistische Ansätze, Gefühlsethiken 52

Kontraktualismus 71

Diskursethik 74

Postmoderne Ethik 82

Übungen zum Spektrum moralischer Gefühle 90

Hessen

Hessen

Sekundarstufe II | Q3 Ethik – die Frage nach Gut und Böse

Q3.1 Moralisch argumentieren – Modelle der Ethik.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe II | 12/2 Gutes Handeln unter dem Anspruch des Christseins

12.2 / 1. Grundzüge christlicher Moral im Kontext philosophischer Ethik.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.