Didaktisch eignet sich das Medium besonders für die Jahrgangsstufen 9 und 10 und eröffnet einen lebensweltbezogenen Zugang zu einem hochaktuellen gesellschaftlichen Thema. Die Unterrichtseinheit beginnt mit einer offenen Sammlung von Erfahrungen und Beobachtungen zu Antisemitismus. Die Lernenden reflektieren, wo ihnen antisemitische Aussagen, Bilder oder Verhaltensweisen begegnen und entwickeln ein erstes Problembewusstsein. Anschließend analysieren sie historische und aktuelle antisemitische Karikaturen und lernen typische antisemitische Stereotype zu erkennen und kritisch zu hinterfragen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Frage nach der Wirkung diskriminierender Darstellungen und deren Folgen für betroffene Menschen. Im weiteren Verlauf setzen sich die Lernenden mit den demokratischen Grundwerten des Grundgesetzes auseinander, insbesondere mit der Menschenwürde und dem Gleichheitsgrundsatz. Anhand von Texten in einfacher Sprache erschließen sie die Bedeutung dieser Werte und diskutieren, warum Antisemitismus mit demokratischen Prinzipien unvereinbar ist. In einer Fishbowl Diskussion übertragen sie ihre Erkenntnisse auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen. Den Abschluss bildet eine Courage Übung, in der die Lernenden reale Alltagssituationen analysieren und konkrete Handlungsoptionen gegen Antisemitismus entwickeln. Die Arbeit mit Fallbeispielen fördert Empathie, Perspektivübernahme und Zivilcourage. Methodisch verbindet die Einheit Clusterverfahren, Bildanalyse, Gruppenarbeit, Diskussion, Fishbowl, Fallarbeit und handlungsorientierte Übungen. Dadurch werden Sachkompetenz, Urteilskompetenz, Handlungskompetenz und demokratische Verantwortung gleichermaßen gestärkt. Die Unterrichtseinheit leistet einen wichtigen Beitrag zur Antisemitismusprävention, zur Demokratiebildung und zur Förderung einer respektvollen und menschenrechtsorientierten Schulkultur.
Der Einstieg gelingt über eine Karikatur Analyse zu einem klassischen Bild einer Krake zur jüdischen Weltverschwörung. Diese Karikatur wird mit einer modernen Karikatur zu Facebook verglichen. Da Mark Zuckerberg jüdischen Glaubens ist wird diesen altbekannten Stereotyp auch heute noch von Antijudaisten verwendet. Vier Fragestellungen Seiten die Analyse an. In einem weiteren Schritt werden demokratische Werte vor dem Hintergrund der Menschenwürde thematisiert. Dazu werden auch die Artikel des Grundgesetzes herangezogen. In Gruppenarbeit werden die Paragraphen ausgewertet um die Stunden Frage nach der Inkompatibilität von Demokratie und Antijudaismus zu erfassen. Demokratie basiert auf der Gleichheit und den gleichen Rechten aller Bürger. Antijudaismus basiert auf der Ungleichheit der Bürger.
Der nachfolgende Schritt enthält eine Übung zu Zivilcourage. Dazu sind 3 Geschichten von alltäglichen Antijudaismus angegeben. Reaktionsmöglichkeiten auf das rassistische, fremdenfeindliche Verhalten der Personen werden entwickelt.