Für den Religionsunterricht bietet das Medium vielfältige didaktische und methodische Möglichkeiten. Die Lernenden setzen sich mit Fragen nach Gerechtigkeit, Frieden, Menschenwürde, Verantwortung und Bewahrung der Schöpfung auseinander. Besonders geeignet ist das Material für problemorientierten und handlungsorientierten Unterricht. Die Praxisseiten enthalten zahlreiche Arbeitsaufträge, Diskussionen, Rechercheaufgaben, Konfliktanalysen, Kartenarbeit, Bildanalysen und kreative Reflexionsmethoden. Die Lernenden analysieren beispielsweise Wasserkonflikte auf individueller, gesellschaftlicher und internationaler Ebene und entwickeln friedliche Lösungsvorschläge. Besonders gewinnbringend ist die Verbindung von Friedenspädagogik und Globalem Lernen, da die Materialien dazu anregen, Konflikte gewaltfrei zu bearbeiten und globale Verantwortung wahrzunehmen. Die theologischen Reflexionen ermöglichen zudem die Erschließung biblischer Perspektiven auf Frieden, Wasser und Gerechtigkeit. Im Religionsunterricht können Bibelstellen zu Wasser als Symbol des Lebens, des Friedens und der Hoffnung bearbeitet werden. Methodisch eignen sich Gruppenarbeit, Debatten, Rollenspiele, Konfliktanalysen, Zukunftswerkstätten, kreative Schreibaufgaben sowie Diskussionen über eigenes Konsumverhalten und nachhaltiges Handeln. Die Lernenden reflektieren dabei ihren persönlichen Umgang mit Wasser, Konsum und Umwelt sowie die Auswirkungen ihres Lebensstils auf andere Regionen der Welt. Gleichzeitig werden Urteilskompetenz, Empathie, Friedensfähigkeit und demokratisches Denken gefördert. Das Material eignet sich besonders für fächerübergreifenden Unterricht mit Religion, Ethik, Politik, Geografie und Bildung für nachhaltige Entwicklung.
Der Einstieg gelingt über sechs fiktiv Szenarien zum Thema streit um Wasser: Flüchtlingslager, Landwirtschaft, Länderstreit, Klimafolgen, Wasserhaushalt, Konsumverhalten. Diese sechs Punkte werden den Ebenen international Gesellschaft und Individuum zugeordnet. In Gruppenarbeit wird zu jedem der Punkte ein Lösungskonzept entwickelt. Zudem kann in Webrecherche ein aktueller Konflikt nach demselben Muster analysiert werden.
Im nächsten Schritt wird anhand einer Bildanalyse zu vier Bildern der Friedensbegriff entwickelt. Dabei werden die Begriffe äußerer Frieden, innerer Frieden und positiver Frieden mit Inhalt gefüllt. Die vier Bilder zeigen abhängige Versorgung durch Hilfsorganisationen oder Selbstversorgung mit Trinkwasser aus einem Brunnen oder sogar einem sauberen Fluss. Der Fluss wäre mit Abstand die weitreichendste positive Entwicklung von Versorgung. Während die anderen Bilder auf einer Abhängigkeit der Menschen von äußeren Quellen, die sie nicht beeinflussen können, beruhen.
Der nachfolgende Schritt bietet eine Statistik zu den größten Herausforderungen der Welt. Generelle Armut wird dabei als größtes Problem betrachtet. Mangel an Trinkwasser und Nahrung steht auf Platz drei. Diese Befragung kann mit der Lerngruppe durchgeführt werden. Dann kann die Statistik besprochen werden. Unterschiede bei den Ergebnissen können thematisiert werden. Im Anschluss wird die Entwicklung einer solchen Befragung ein Jahrzehnt später besprochen.
Ein weiterer Schritt untersucht Trinkwasser am Beispiel des Jemens. Dabei wird Trinkwasser als eines der zentralen Themen des Krieges behandelt. Auch hier entsteht eine Konfliktanalyse nach dem oben genutzten Muster.
Der nachfolgende Schritt enthält 3 Thesen zu einer gerechten Wasserpolitik. Die drei Thesen beinhalten den Zugang zu sauberem Trinkwasser, die Hilfe zur Selbsthilfe durch Bewässerung für Bauern, sowie Fairtrade und die Anpassung von Konsumverhalten zum Schutz der Wasserreserven.
Die Konflikte die in diesen drei Thesen angesprochen werden, werden verdeutlicht. Die erste These enthält Solidarität zur Erstellung einer Grundversorgung. Die zweite These enthält die Hilfe zur Selbsthilfe. Die dritte These enthält die Verteilungsgerechtigkeit zwischen dem globalen Süden und globalen Norden.
Ein weiterer Schritt thematisiert den ökologischen Fußabdruck von deutschen, Japanern und Brasilianern in Bezug auf Trinkwasser. Grafiken verdeutlichen den jeweiligen Verbrauch an importierten und exportierten Gütern und deren Wasserverbrauch. Dabei fällt auf dass Japan fast kein Wasser exportiert da es hauptsächlich Elektroartikel liefert. Brasilien hingegen liefert im Wesentlichen Lebensmittel, die eine erhebliche Menge Wasser enthalten. Brasilien importiert Güter die wenig Wasser enthalten wie Maschinen oder Elektronik. Diese Zusammenhänge werden in Gruppenarbeit über Webrecherche erschlossen. Lösungsvorschläge werden ebenfalls erarbeitet. Dazu würde ein Ausgleich von Importen und Exporten zählen. Jeder sollten die Produkte die sie verbrauchen selbst herstellen. Dadurch würden die Transportwege und die Energie und Wasserkosten sinken. Dies würde allerdings ein Ende der Globalisierung bedeuten. Auch die Folgen davon wären zu diskutieren. Eine noch differenziertere Untersuchung zum Verbrauch von Wasser bei Produktion wird angeboten. Dabei werden die Begriffe blaues, grünes und graues Wasser recherchierte.