In einem ersten Schritt werden die vier Wahrheiten reproduziert. Dann wird der achtfache Pfad "rechtes Glauben, rechtes Entschließen, rechtes Wort [...]" in aktuelle Sprache übersetzt. In einem letzten Schritt wird der buddhistische Sinn des Lebens diskutiert. Nur wer dem achtfachen Weg folgt kann frei werden von Leiden. Leiden entsteht durch die Bindung an die Welt, an Geld, Dinge, Menschen. Wer alles loslässt und seinem Weg folgt, ohne sich an Dinge zu klammern, der ist frei. Er bestimmt seinen Weg, anstatt von Dingen und den Meinungen anderer bestimmt zu werden.
Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe I und II innerhalb der Themenbereiche Weltreligionen, Buddhismus, Sinnsuche, Leid und Lebensdeutung. Die Lernenden erhalten die Möglichkeit, zentrale buddhistische Vorstellungen kennenzulernen und mit eigenen Erfahrungen und Lebensfragen zu verbinden. Didaktisch empfiehlt sich ein lebensweltlicher Einstieg über die Frage, was Menschen leiden lässt und wie sie mit Leid umgehen. Anschließend können die vier edlen Wahrheiten arbeitsteilig erschlossen und in Alltagssprache übertragen werden. Besonders geeignet sind Gruppenarbeiten, Gesprächskreise oder kreative Methoden, bei denen die Lernenden Beispiele für Leid, Wünsche, Begierden oder Wege zur inneren Ruhe aus ihrem eigenen Alltag sammeln. Der achtteilige Pfad kann zudem mit heutigen Vorstellungen von Achtsamkeit, Gelassenheit oder verantwortlichem Handeln verglichen werden. Methodisch bieten sich Textanalysen, Diskussionen, Mindmaps oder kreative Schreibaufträge an, etwa zur Frage nach dem Sinn des Lebens oder zu persönlichen Vorstellungen von Glück und Zufriedenheit. Lehrkräfte sollten darauf achten, buddhistische Vorstellungen nicht vorschnell mit westlichen Denkweisen gleichzusetzen, sondern den Lernenden die Besonderheiten buddhistischer Spiritualität verständlich zu machen. Das Material fördert insbesondere Perspektivwechsel, interreligiöses Lernen, Reflexionsfähigkeit und die Fähigkeit, unterschiedliche religiöse Weltdeutungen wertschätzend wahrzunehmen. Durch die Verbindung religiöser, philosophischer und lebenspraktischer Fragestellungen eignet sich das Medium zudem sehr gut für fächerübergreifendes Arbeiten mit Ethik oder Philosophie.