RU-digitalRU-digital-logo
1 Bild
WiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftBettina Eltrop

WiReLex | Deutsche Bibel Gesellschaft,

Bettina Eltrop

Lectio DivinaBibelTeilen

Veröffentlichung:1.5.2026

Lectio Divina ist eine meditative Leseform der Bibel, die seit den 1970er Jahren eine weltweite Renaissance erlebt. Diese spirituelle Praxis verbindet intensives, wiederholendes Lesen biblischer Texte mit Gebet und Kontemplation, um das Wort Gottes unmittelbar im eigenen Leben erfahrbar zu machen. Ursprünglich im Mönchtum verankert und systematisiert durch Guigo den Kartäuser im Mittelalter, wurde die Lectio Divina nach ihrer Verdrängung durch die Gegenreformation durch das Zweite Vatikanische Konzil wieder der gesamten Christenheit zugänglich gemacht. Heute wird sie sowohl in individueller als auch gemeinschaftlicher Form in Form von Bibelteilen praktiziert.

Products

Der Artikel behandelt die Lectio Divina als meditativ-kontemplative Lesemethode biblischer Texte, die darauf abzielt, das Wort Gottes in das Leben der Lesenden einzupflanzen. Die Praxis ist nicht nur eine Lesemethode, sondern eine Form der Gottesbegegnung mit diagnostischer und therapeutischer Wirkung. Sie wird sowohl individuell als auch in christlichen Gemeinschaften praktiziert und hat sich zur Bewegung des Bibelteils weiterentwickelt. Biblische Vorläufer finden sich in alttestamentlichen Traditionen des Wortverlernens (Jos 1,8; Ps 1,2) und exemplarisch in der Emmauserzählung (Lk 24). Die Kirchenväter wie Origenes und Gregor der Große legten die theoretischen Grundlagen durch die Verbindung von Lesen, Gebet und Kontemplation. Im Mittelalter erreichte die Lectio Divina ihre systematische Ausgestaltung durch Guigo den Kartäuser mit der bekannten Vier-Stufen-Leiter: lectio, meditatio, oratio und contemplatio. Besonders im benediktinischen und zisterziensischen Mönchtum war sie zentral für die tägliche Praxis. Ab dem 16. Jahrhundert verschwand die Lectio Divina durch die Gegenreformation und wurde durch andere spirituelle Übungen ersetzt. Die Renaissance begann Mitte des 20. Jahrhunderts, wurde durch das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) gefördert und führte zur Öffnung für die Laien. Seit den 1970er/80er Jahren entstanden weltweit unterschiedliche Formen, insbesondere das Modell des Katholischen Bibelwerks seit 2008, das traditionelle Elemente mit moderner Praxis verbindet.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.