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Christoph ThomaSchulamt Innsbruck

Christoph Thoma,

Schulamt Innsbruck

Pränatale Diagnostik

Veröffentlichung:1.3.2022

Die Unterrichtsstunde "Pränatale Diagnostik" mit drei Seiten stellt den technischen Vorgang der Diagnostik mit Bildern vor und bietet fünf Fragen zur Perspektive der Eltern, der Ethik, der behinderten Menschen und der katholischen und evangelischen Kirche. Die Perspektive der Kirchen ist in einem Textdokument der Deutsche Bischofskonferenz und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland von 1989 bzw. 2000 enthalten.

Das Materialblatt „Pränatale Diagnostik“ beschäftigt sich mit medizinischen Möglichkeiten der vorgeburtlichen Untersuchung ungeborener Kinder sowie mit den daraus entstehenden ethischen Fragestellungen. Der Text erklärt unterschiedliche Verfahren der pränatalen Diagnostik und unterscheidet zwischen nicht invasiven Methoden wie Ultraschalluntersuchungen oder Bluttests und invasiven Verfahren wie Fruchtwasseruntersuchungen oder Untersuchungen über die Nabelschnur. Dabei werden auch mögliche Risiken solcher Eingriffe beschrieben. Im zweiten Teil stellt das Medium Positionen der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland vor. Diese betonen die unverlierbare Würde jedes menschlichen Lebens und warnen vor einer gesellschaftlichen Entwicklung, in der menschliches Leben nach Gesundheit oder Leistungsfähigkeit bewertet wird. Zugleich werden Fragen nach Selektion, Diskriminierung von Menschen mit Behinderung und dem gesellschaftlichen Umgang mit Krankheit und Beeinträchtigung thematisiert.


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Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe II innerhalb der Themenbereiche Bioethik, Menschenwürde, Behinderung, Lebensschutz und medizinische Ethik. Die Lernenden erhalten die Möglichkeit, sich mit aktuellen medizinischen Entwicklungen auseinanderzusetzen und deren ethische Konsequenzen kritisch zu reflektieren. Didaktisch empfiehlt sich ein problemorientierter Einstieg über die Frage, welche Chancen und Risiken moderne Medizin im Bereich vorgeburtlicher Diagnostik mit sich bringt. Anschließend können die verschiedenen Untersuchungsmethoden sowie die theologischen und ethischen Positionen arbeitsteilig erschlossen werden. Besonders geeignet ist die mehrperspektivische Auseinandersetzung mit den Interessen betroffener Eltern, medizinischer Fachkräfte, religiöser Institutionen und von Menschen mit Behinderung. Methodisch bieten sich Gruppenarbeiten, Debatten, Rollenspiele oder Perspektivwechselübungen an, in denen die Lernenden unterschiedliche Sichtweisen nachvollziehen und argumentativ vertreten. Die im Material enthaltenen Reflexionsaufgaben fördern insbesondere die Fähigkeit, ethische Konflikte differenziert zu beurteilen und eigene Standpunkte zu entwickeln. Lehrkräfte sollten das Thema sensibel behandeln, da Fragen nach Behinderung, Schwangerschaft oder medizinischen Diagnosen persönliche Erfahrungen der Lernenden berühren können. Wichtig ist zudem eine sachliche Unterscheidung zwischen medizinischen Fakten, rechtlichen Rahmenbedingungen und ethischen Bewertungen. Das Material stärkt insbesondere Urteilskompetenz, Empathiefähigkeit, Perspektivwechsel und die Fähigkeit, gesellschaftliche Entwicklungen kritisch zu reflektieren. Durch die Verbindung theologischer, medizinischer und gesellschaftlicher Fragestellungen eignet sich das Medium zudem sehr gut für fächerübergreifendes Arbeiten mit Biologie, Ethik oder Philosophie.

Der Einstieg gelingt durch eine Videoanalyse zu PID. Videos sind im dropdown Menü eingebettete Medien auf dieser Seite von ru-digital zu finden.

Im nächsten Schritt wird die kirchliche Perspektive zum Schutz des Lebens und Lebensrecht des Kindes aus dem Text erarbeitet. Der nächste Schritt untersucht die Perspektive der Eltern. Anschließend wird die Ansicht eines Behinderten zum kirchlichen Text prognostiziert. Ohne Lebensschutz wäre er nicht zur Welt gekommen. Abschließend wird untersucht, welche Folgen die PID für die Gesellschaft als Ganzes haben. Behindertes Leben sofort zu töten könnte den Wert des Lebens für die Gesellschaft herabsetzen. Wenn jedes Leben auf seine Produktivität bewertet wird, wäre auch andere Bevölkerungsgruppen in letzter Konsequenz gefährdet, von der produktiven Mehrheit beseitigt zu werden. So könnte im extrem Rentnern und Arbeitslosen der Freitod angeboten oder sogar per Gesetz befohlen werden. Dies erinnert an die Eugenik des Nationalsozialismus, wo ein Leben nur nach seinem produktiven Wert und seiner Anpassung an die Gesellschaft gemessen wird.

Methoden:

Webrecherche

Medien, die Teil des aufgelisteten Materials sind und in weiteren Kontexten Verwendung finden können.

SWR, Planet Schule

24.2.2021

Umfang: Anregung

Schulbereich: Sekundarstufe I + weitere

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.1 Verantwortung für das Leben. Menschenwürde und Gottesebenbildlichkeit.

Sekundarstufe II | Q3 Ethik – die Frage nach Gut und Böse

Q3.4 Herausforderungen für Kirche und Ethik durch neue Erkenntnisse in Biologie und Medizin.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.3 Das Leben verantworten: Grundfragen medizinischer Ethik.

Beispielhafte Lernsequenzen

  • Pränatale Diagnostik, Präimplantationsdiagnostik (PID) – Segen oder Fluch?

Sekundarstufe II | 12/2 Gutes Handeln unter dem Anspruch des Christseins

12.2 / 6. Ethische Fragen angesichts von Grenzsituationen.

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