Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe II innerhalb der Themenbereiche Bioethik, Menschenwürde, Behinderung, Lebensschutz und medizinische Ethik. Die Lernenden erhalten die Möglichkeit, sich mit aktuellen medizinischen Entwicklungen auseinanderzusetzen und deren ethische Konsequenzen kritisch zu reflektieren. Didaktisch empfiehlt sich ein problemorientierter Einstieg über die Frage, welche Chancen und Risiken moderne Medizin im Bereich vorgeburtlicher Diagnostik mit sich bringt. Anschließend können die verschiedenen Untersuchungsmethoden sowie die theologischen und ethischen Positionen arbeitsteilig erschlossen werden. Besonders geeignet ist die mehrperspektivische Auseinandersetzung mit den Interessen betroffener Eltern, medizinischer Fachkräfte, religiöser Institutionen und von Menschen mit Behinderung. Methodisch bieten sich Gruppenarbeiten, Debatten, Rollenspiele oder Perspektivwechselübungen an, in denen die Lernenden unterschiedliche Sichtweisen nachvollziehen und argumentativ vertreten. Die im Material enthaltenen Reflexionsaufgaben fördern insbesondere die Fähigkeit, ethische Konflikte differenziert zu beurteilen und eigene Standpunkte zu entwickeln. Lehrkräfte sollten das Thema sensibel behandeln, da Fragen nach Behinderung, Schwangerschaft oder medizinischen Diagnosen persönliche Erfahrungen der Lernenden berühren können. Wichtig ist zudem eine sachliche Unterscheidung zwischen medizinischen Fakten, rechtlichen Rahmenbedingungen und ethischen Bewertungen. Das Material stärkt insbesondere Urteilskompetenz, Empathiefähigkeit, Perspektivwechsel und die Fähigkeit, gesellschaftliche Entwicklungen kritisch zu reflektieren. Durch die Verbindung theologischer, medizinischer und gesellschaftlicher Fragestellungen eignet sich das Medium zudem sehr gut für fächerübergreifendes Arbeiten mit Biologie, Ethik oder Philosophie.
Der Einstieg gelingt durch eine Videoanalyse zu PID. Videos sind im dropdown Menü eingebettete Medien auf dieser Seite von ru-digital zu finden.
Im nächsten Schritt wird die kirchliche Perspektive zum Schutz des Lebens und Lebensrecht des Kindes aus dem Text erarbeitet. Der nächste Schritt untersucht die Perspektive der Eltern. Anschließend wird die Ansicht eines Behinderten zum kirchlichen Text prognostiziert. Ohne Lebensschutz wäre er nicht zur Welt gekommen. Abschließend wird untersucht, welche Folgen die PID für die Gesellschaft als Ganzes haben. Behindertes Leben sofort zu töten könnte den Wert des Lebens für die Gesellschaft herabsetzen. Wenn jedes Leben auf seine Produktivität bewertet wird, wäre auch andere Bevölkerungsgruppen in letzter Konsequenz gefährdet, von der produktiven Mehrheit beseitigt zu werden. So könnte im extrem Rentnern und Arbeitslosen der Freitod angeboten oder sogar per Gesetz befohlen werden. Dies erinnert an die Eugenik des Nationalsozialismus, wo ein Leben nur nach seinem produktiven Wert und seiner Anpassung an die Gesellschaft gemessen wird.