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Christoph ThomaSchulamt Innsbruck

Christoph Thoma,

Schulamt Innsbruck

Säulenheilige. Seelsorge der Extreme

Veröffentlichung:1.3.2022

Die Unterrichtsstunde "Säulenheilige. Seelsorge der Extreme" mit neun Seiten untersucht die Nachfolge am extremem Beispiel der Asketen.

Das Materialblatt „Säulenheilige. Seelsorge der Extreme“ beschäftigt sich mit radikalen Formen christlicher Askese in der frühen syrischen Kirche und stellt insbesondere das Leben des berühmten Säulenheiligen Simeon Stylites vor. Der Text beschreibt die religiösen Vorstellungen syrischer Christinnen und Christen, nach denen die konsequente Nachfolge Jesu vor allem durch Leiden, Verzicht und körperliche Entsagung verwirklicht werden sollte. Vorgestellt werden unterschiedliche asketische Lebensformen wie Säulenstehen, Fasten, Einsiedlerleben oder das Tragen schwerer Eisenketten. Darüber hinaus verdeutlicht das Medium die große gesellschaftliche Bedeutung dieser Asketen, die von vielen Menschen als geistliche Vorbilder und Ratgeber angesehen wurden. Besonders eindrucksvoll sind die Schilderungen der extremen Lebensweise Simeons, der über viele Jahre auf einer Säule lebte und dort betete, fastete und Menschen seelsorglich begleitete. Das Material verbindet kirchengeschichtliche Informationen mit Fragen nach Glauben, Körperbeherrschung, religiöser Hingabe und spiritueller Radikalität.

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Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe II innerhalb der Themenbereiche Kirchengeschichte, Heilige, Nachfolge Jesu, Askese und religiöse Lebensformen. Die Lernenden erhalten einen ungewöhnlichen und zugleich faszinierenden Einblick in frühchristliche Frömmigkeit und können sich mit der Frage auseinandersetzen, warum Menschen bereit waren, extreme Formen des Verzichts auf sich zu nehmen. Didaktisch empfiehlt sich zunächst eine Annäherung über heutige Erfahrungen mit Verzicht, Selbstoptimierung oder bewusstem Konsumverhalten. Anschließend kann der Text abschnittsweise erschlossen werden, etwa mithilfe von Gruppenarbeit zu den verschiedenen Askeseformen oder durch eine arbeitsteilige Analyse der Motive und Ziele der Asketen. Besonders gewinnbringend ist ein Vergleich zwischen damaligen religiösen Praktiken und heutigen Formen von Selbstdisziplin, etwa Fasten, sportlicher Leistungssteigerung oder digitalem Verzicht. Auch die im Material vorgeschlagene Verbindung zu Performancekunst bietet interessante Möglichkeiten für einen fächerübergreifenden Unterricht mit Kunst oder Ethik. Die zahlreichen Bildquellen im Material unterstützen die Anschaulichkeit und ermöglichen einen motivierenden Zugang. Lehrkräfte sollten darauf achten, die historischen Lebensformen nicht vorschnell zu bewerten, sondern gemeinsam mit den Lernenden nach den religiösen, gesellschaftlichen und persönlichen Beweggründen zu fragen. Das Medium fördert insbesondere historische Urteilskompetenz, Perspektivwechsel, Reflexionsfähigkeit und die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Formen religiöser Lebensgestaltung.

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Sekundarstufe II | 11/2 Der Mensch auf der Suche nach Gott

11.2 / 3. Das Leid und die Frage nach Gott.

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