Die Christologie ist die Lehre vom Christus bzw. seit Jesus die Lehre von Jesus als dem Christus. Gerade nach Tod und Auferstehung Jesu stellte sich die Frage, wer denn dieser Jesus von Nazareth gewesen war. Nur ein Mensch? Oder gar Gott? Oder sogar beides? Und wenn er beides war, wie sollte man sich das vorstellen?
Die ersten Jahrhunderte der Geschichte des Christentums sind von diesen Fragen geprägt und in dieser Videoreihe will ich die christologischen Entwicklungen der Alten Kirche, d. h. der Antike, nachzeichnen.
Das Video zur Christologie des Irenäus von Lyon führt in eine zentrale Position der frühen Kirche ein, die Jesus Christus sowohl als wahrhaft Gott als auch als wahrhaft Mensch versteht. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung des Irenäus mit gnostischen und adoptianischen Vorstellungen seiner Zeit. Das Video erläutert, wie Irenäus den strengen Monotheismus verteidigt und gleichzeitig die Einheit von Göttlichkeit und Menschlichkeit Jesu betont. Besonders wichtig ist dabei seine Vorstellung von Jesus als dem „neuen Adam“, der den Ungehorsam des ersten Menschen durch seinen Gehorsam überwindet und dadurch Erlösung ermöglicht. Das Medium erklärt anschaulich, dass Jesus nach Irenäus alle Erfahrungen des Menschseins durchlebt hat und gerade dadurch Mittler zwischen Gott und Mensch werden konnte. Zudem wird das sogenannte Tauschmotiv vorgestellt, nach dem Gott Mensch wird, damit der Mensch Gemeinschaft mit Gott finden kann. Das Video zeigt damit grundlegende Entwicklungen der frühen Christologie und verdeutlicht, wie die Kirche versuchte, die Bedeutung Jesu für Erlösung und Menschsein theologisch zu erklären.