Der Artikel behandelt den umfassenden Medienbegriff, wonach Medien grundlegend als Mittler fungieren, die Abwesendes durch Repräsentation präsent machen. Auf Basis von Charles S. Peirces triadischem Zeichenverständnis (bestehend aus Objekt, Repräsentamen und Interpretant) wird dargelegt, dass Medien weder neutral noch direkt Information übertragen, sondern durch ihre spezifische Zeichenhaftigkeit die vermittelte Information prägen und unterschiedliche Interpretationen beim Empfänger evozieren. Der Artikel argumentiert, dass Religionen und insbesondere das Christentum konstitutiv auf Medien angewiesen sind: Jesus Christus wird als fleischgewordene Offenbarung selbst als Medium Gottes verstanden, wobei Medium und Botschaft untrennbar verbunden sind. Diese Medialität der Offenbarung ist kein Defizit, sondern gehört zum Kern der christlichen Botschaft; das biblische Bilderverbot ist medientheoretisch als Warnung vor der Identifikation medialer Repräsentation mit göttlicher Realität zu lesen. Für die Religionspädagogik folgt daraus, dass Medien nicht bloß didaktische Mittel sind, sondern selbst Unterrichtsgegenstand werden müssen. Im Zeitalter der Digitalität ist Medienkompetenz ein zentrales Bildungsziel, das Schüler befähigt, sachgerecht, selbstbestimmt und ethisch verantwortungsvoll in einer mediengestalteten Welt zu handeln. Ein theologisch verantwortetes Verständnis der Medialität religiöser Kommunikation setzt zugleich Rechenschaft über den zugrundeliegenden Medienbegriff voraus.