Didaktisch eignet sich die Unterrichtssequenz besonders für einen handlungsorientierten und subjektbezogenen Religionsunterricht. Die Verbindung aus Medienpädagogik, kreativer Fotografie und theologischer Reflexion eröffnet vielfältige Lernchancen für die Arbeit mit Jugendlichen. Besonders gewinnbringend ist der hohe Lebensweltbezug, da die Lernenden eigene Erfahrungen mit sozialen Medien, Selfies und digitaler Selbstdarstellung unmittelbar einbringen können. Methodisch arbeitet das Projekt mit aktivierenden Zugängen wie Gallery Walk, Schreibgespräch, Partnerinterview, Fotosessions, Gruppenarbeit, Theaterpädagogik und kreativer Mediengestaltung. Die Lernenden reflektieren Selfie Trends, diskutieren Schönheitsideale und setzen sich mit Fremd und Selbstwahrnehmung auseinander. Durch das sogenannte Identitätsmolekül erschließen sie verschiedene Facetten ihrer Persönlichkeit und übertragen diese fotografisch in kreative Selbstporträts. Besonders geeignet sind die Fotosessions „Undercover“, „Me myself und meine Schwächen“ oder „Vielfalt“, da die Jugendlichen hier unterschiedliche Rollen und Aspekte ihrer Persönlichkeit sichtbar machen können. Die Arbeit mit Fotoapps und Bildbearbeitung eröffnet zusätzlich medienethische Gespräche über Echtheit, Filter, Datenschutz und digitale Verantwortung. Gleichzeitig fördert das Projekt ästhetische Bildung, Medienkompetenz und Identitätsentwicklung. Die theologischen Impulse ermöglichen es, Fragen nach Menschenwürde, Ebenbildlichkeit Gottes und Anerkennung mit der digitalen Lebenswelt der Lernenden zu verbinden. Durch Präsentationsformen wie Leporello Gestaltung oder Gallery Walk entstehen wertschätzende Kommunikationsräume, in denen die Jugendlichen ihre Ergebnisse präsentieren und reflektieren können. Das Medium eignet sich sowohl für den Religionsunterricht als auch für Projekttage, Jugendgruppen oder fächerübergreifende Zusammenarbeit mit Kunst, Ethik oder Deutsch.
Der Einstieg gelingt über einen Gallerywalk zu Selfietrends. Diese werden als vorbereitende Hausaufgabe in die Stunde eingebracht. Auch bereitgestelle Aufnahmen sind möglich. Eine kurze Webrecherche zum Ausdrucken könnte ebenfalls Material einbringen. Ein Unterrichtsgespräch wäre als weniger Zeitaufwändige alternative möglich.
Der erste Schritt enthält ein Partnerinterview mit zehn Fragen zum eigenen Auftritt in sozialen Medien.
Ein weiterer Schritt thematisiert die eigene Identität über Schlagwörter. Diese werden in Einzelarbeit in eine angelegte Mindmap in einem Material eingetragen. Eine genue Anleitung dazu ist in Material M2 angegeben. Die eigene Identität wird auch über Gruppenzugehörigkeit und Adjektive reflektiert.
Der nachfolgende Schritt führt in das Fotografieren ein, auch um die Scheu davor für die nächsten Arbeitsschritte zu verleiren und Techniken einzuüben.
Der nächste Schritt besteht im erstellen von persönlichen Profilbildern mit dem Handy. Typische Eigenschaften und Hobbys sollen das Selbst auch ohne Gesicht erkennbar machen. Über ein Gruppenfoto werden Gemeinsamkeiten thematisiert.
Im zweiten Projektschritt werden Techniken des fotografierens eingeübt und in Fotospielen getestet. Derselbe Vorgang der Selbstfotografie aus dem vorhergehenden Schritt wird zur Vorstellung eigener Schwächen wiederholt. Ein Material bietet Anleitungen dazu. Weitere Bilder entstehen zu verschiedenen Rollen mit adjektiven wie süß, cool, hilfsbedürftig oder provozierend. Dabei werden eigene Identitätsteile ausprobiert.