Jürgen Pelzer analysiert in seinem Artikel das Internet als didaktisches Medium für den Religionsunterricht und andere religionspädagogische Vermittlungskontexte. Das Kernmerkmal des Internets ist seine Transmedialität, die verschiedene Mediengattungen absorbiert und neu konfiguriert. Dies eröffnet kreative Einsatzszenarien, da das Internet zugleich tief in der Lebenswelt von Schülerinnen und Schülern verankert ist und ihre Motivation beim Arbeiten mit digitalen Medien erhöht. Ein didaktisches Leitprinzip besteht darin, Lernende als aktive Produzenten einzubinden; der Begriff des Prosumers beschreibt diese Vermischung von Produktion und Rezeption. Pelzer demonstriert, dass etablierte religionspädagogische Methoden erfolgreich ins Internet transponiert werden können: Social Storytelling, eine ursprünglich aus der Firmenkommunikation stammende Methode, lässt sich nutzen, um Schüler mit Bibelgestalten durch Facebook-Profile interaktiv zu arbeiten lassen. Dies entspricht grundlegenden Prinzipien narrativer Religionspädagogik, fördert Identifikation und ermöglicht gleichzeitig vollständige Dokumentation aller Interaktionen. Der Artikel bezieht sich auf Jan-Hinrik Schmidt und identifiziert drei lebensweltliche Bedeutungsebenen für Digital Natives: Identitätsmanagement durch Profilgestaltung, Beziehungsmanagement in sozialen Netzwerken und Informationsmanagement als Weltzugang. Das Internet durchdringt den Habitus der nach 1980 Geborenen grundlegend. Zusammenfassend argumentiert Pelzer, dass eine reflektierte Beschäftigung mit Internet und sozialen Medien ein Bildungsziel des Religionsunterrichts sein sollte, ohne dabei tradierte Methoden zu verdrängen.