Der Artikel analysiert den Panentheismus als theologische Alternative zur klassischen theistischen Gottesvorstellung. Der Begriff leitet sich vom Altgriechischen 'pan en theó' (alles in Gott) ab und wurde 1828 von Karl Krause eingeführt, um Gottes Transzendenz und Immanenz miteinander zu vermitteln. Historische Vorläufer finden sich bereits bei mittelalterlichen Mystikern und in biblischen Texten, die betonen, dass die Welt von Gottes Geist erfüllt ist. Der Panentheismus unterscheidet sich zentral vom Pantheismus dadurch, dass nicht alles Gott ist, sondern Gott in allem ist und zugleich mehr als die Welt bleibt. Er positioniert sich zwischen dem dualistischen Theismus (der Gott und Welt trennt) und dem monistischen Pantheismus. Der Artikel identifiziert zwei Hauptprobleme des klassischen Theismus: erstens führt die radikale Gott-Welt-Trennung zu Inkonsistenzen hinsichtlich Gottes Unendlichkeit, zweitens ist das interventionistische Wirken Gottes mit modernem naturwissenschaftlichem Denken unvereinbar. Der Panentheismus vermag beide Aporien zu überwinden, indem er ein konsistenteres Modell für das Verhältnis von Glaube und Naturwissenschaft bietet. Besonders im Kontext der Schöpfungstheologie und der Theodizee leistet er bedeutende Dienste. Während der Panentheismus in der deutschsprachigen systematischen Theologie und Religionsphilosophie mittlerweile breit rezipiert wird, stellt der Artikel fest, dass die Religionspädagogik diesen Ansatz bislang kaum wahrgenommen hat, obwohl er angesichts der Glaubenskrise bei Jugendlichen dringend relevant ist.