Das Video beleuchtet die Wirkungsgeschichte des platonischen Denkens und zeigt dessen nachhaltigen Einfluss auf die Entwicklung des Christentums. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie christliche Theologie und griechische Philosophie miteinander in Beziehung traten. Dabei wird insbesondere die Bedeutung des Neuplatonismus hervorgehoben, der zentrale philosophische Begriffe bereitstellte, um den christlichen Glauben sprachlich und gedanklich zu entfalten. Das Video erläutert die Vorstellungen vom Einen, vom Geist und von der Seele sowie deren Bedeutung für die Entwicklung christlicher Gotteslehre. Darüber hinaus wird gezeigt, wie neuplatonische Denkfiguren zur Deutung der Trinität beitrugen und wie sich die Beziehung zwischen Gott, Mensch und Welt philosophisch beschreiben ließ. Die Darstellung verdeutlicht, dass die Begegnung von christlicher Offenbarung und philosophischer Vernunft zu den prägendsten Entwicklungen der europäischen Geistesgeschichte gehört.
Platons Denken hat wahrhaft Schule gemacht. Die großen (Neu-)Platoniker bringen die Labyrinthe seiner Dialoge in einer systematische Gestalt: Einheit-Vielheit, Ewiges- Zeitliches werden unterschieden und sie haben aneinander teil. Am Anfang steht das unerreichbare, ewige Eine. Die Seele aber vermittelt zwischen Göttlichem und Endlichem. Die großen Summen von Plotin, Proklos und vielen anderen: dieses „Denken des Einen“ (W. Beierwaltes), wird zum Begriffsmuster, in dessen Begriffe die christliche Offenbarungswahrheit zu fassen ist.