Das Video stellt den Philosophen und Theologen Nikolaus von Kues vor und zeigt dessen besondere Stellung an der Schwelle zwischen Mittelalter und Renaissance. Im Mittelpunkt steht die Frage nach dem angemessenen Verständnis Gottes und nach den Möglichkeiten menschlicher Erkenntnis. Ausgehend von der augustinischen und anselmischen Tradition entwickelt Nikolaus von Kues einen eigenständigen Zugang zur Gottesfrage. Das Video erläutert verschiedene Gottesnamen, die der Denker verwendet, um das Verhältnis von Gott, Welt und menschlichem Denken zu beschreiben. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den Begriffen des Nicht Anderen sowie des Könnens und der Möglichkeit. Gott erscheint als Ursprung aller Möglichkeiten und als Grund alles Wirklichen. Zugleich wird deutlich, dass menschliche Vernunft Gott niemals vollständig erfassen kann, sich ihm jedoch in philosophischer Reflexion und geistiger Erfahrung annähern kann. Das Video macht sichtbar, wie Nikolaus von Kues philosophische Analyse, Mystik und Theologie miteinander verbindet und damit neue Perspektiven für das Verständnis von Wirklichkeit, Wahrheit und Gotteserkenntnis eröffnet.
Im Denken der frühen Neuzeit spielt Nicolaus Cusanus, Nikolaus von Kues (1401-1464) eine kaum zu überschätzende Rolle: Er wagt es, den Zusammenfall der Gegensätze, des Endlichen und des Unendlichen, in den Blick zu nehmen und er tastet sich gegen Ende seines Lebens zum letzten und tiefsten Gottesnamen vor: Gott ist das „Können selbst“, die Bedingung der Möglichkeit von allem anderen, denn er darf nicht aus einem Gegensatz, er muss aus sich selbst erfasst werden.