Der Artikel behandelt queersensibles Lernen und analysiert grundlegende Konzepte wie Queer, Heteronormativität und die Lebenssituationen queerer Menschen. Der Text entfaltet dabei verschiedene Bedeutungsdimensionen von „queer": als Sammelbezeichnung für LGBTIQA+, als Identitätskritik an essentialisierenden Kategorien und als dekonstruierende Praxis. Der Artikel zeigt auf, dass Heteronormativität als gesellschaftliche Ordnungsform tief in Denken, Sprechen und Handeln eingebunden ist und queere Menschen – insbesondere im Jugendalter und in der Schule – mit zusätzlichen Herausforderungen, Diskriminierungserfahrungen und Unsicherheiten konfrontiert sind. Zudem wird das ambivalente Verhältnis zwischen queerer Identität und christlicher Religion dargestellt, wobei sowohl ablehnende als auch empowernde Perspektiven vorhanden sind. Der Artikel definiert Queersensibilität als aufmerksame Haltung, die ein kritisches Reflexionsvermögen bezüglich Normalitätsvorstellungen erfordert und erlaubt, Lehr-Lernprozesse für alle Beteiligten inklusiver und gerechter zu gestalten – nicht nur für die ca. 10% der Menschen, die nicht der Cis-Hetero-Norm entsprechen.