Lapbooks sind selbstgestaltete, großformatige Sammelmappen, die Schülerinnen und Schüler als kreative Alternative zu herkömmlichen Schulheftern nutzen. Die Bezeichnung leitet sich vom englischen Wort "lap" (Schoß) ab, da die Bücher auf dem Schoß Platz finden sollen. Typische Inhalte sind Klappkarten, Minibücher, Pop-up-Karten und Leporellos, die thematisch arrangiert und gestaltet werden. Die Methode des "Lapbooking" entwickelte sich in der amerikanischen Homeschooling-Bewegung aus Vorformen wie den Familienbüchern der Mormonen und dem Scrapbooking-Hobby. Im deutschsprachigen Raum ist die Methode bisher wenig in Methodenbüchern für den Religionsunterricht dokumentiert, wird aber zunehmend in Grundschullehrbüchern erwähnt. Die didaktischen Stärken der Lapbookmethode liegen in der Individualisierung des Lernens, da Schülerinnen und Schüler freie Aufgabenwahl und individuelles Lerntempo haben. Die Methode ermöglicht aktive Beteiligung und selbstständige Auseinandersetzung mit Inhalten, wobei Lernende sich als Mitgestalter ihres Lernprozesses erleben. Niveaudifferenziertes Arbeiten ist unkompliziert integrierbar, was die Methode besonders für heterogene Lerngruppen geeignet macht. Die Produktorientierung motiviert Schülerinnen und Schüler, da das fertiggestellte Lapbook eine sichtbare Leistung darstellt und einen hohen Aufforderungscharakter für Mitschüler hat. Die Lapbookmethode ist kommunikationsorientiert und fördert sowohl fachliches als auch sprachliches Lernen durch Präsentationen und Austausch. Die Lehrkraft wird entlastet, da sie während des Unterrichts für individuelle Beobachtung und Beratung verfügbar ist, während die Lernumgebung arrangiert wird. Eine neuere didaktische Weiterentwicklung ist das "Notebooking", das die gestalterischen Elemente zugunsten eines klareren inhaltlichen Schwerpunktes reduziert.