RU-digitalRU-digital-logo
1 Bild
Pädagogisches Landesinstitut Rheinland-Pfalz

Pädagogisches Landesinstitut Rheinland-Pfalz

Demokratiebildung in der Grundschule

Veröffentlichung:16.12.2025

Die Handreichung „Demokratiebildung in der Grundschule – Deine Stimme zählt!“ des Pädagogischen Landesinstituts Rheinland-Pfalz (PL-Information 2/2021) versteht Demokratiebildung als grundlegenden Bildungsauftrag der Grundschule und als zentrale Voraussetzung für ein gelingendes gesellschaftliches Miteinander. Sie bietet einen systematischen Überblick über rechtliche Grundlagen, pädagogische Leitlinien und konkrete Praxisbeispiele demokratischer Bildung im schulischen Alltag. Demokratie wird dabei nicht auf politische Inhalte im engeren Sinn reduziert, sondern als Haltung, Lern- und Lebensform verstanden, die Kinder durch Mitbestimmung, Beteiligung und Verantwortungsübernahme aktiv erfahren sollen. Die Handreichung verbindet theoretische Grundlagen – etwa aus Schulgesetz, Rahmenplänen und Kinderrechten – mit vielfältigen, erprobten Unterrichts- und Schulentwicklungsansätzen wie Klassenrat, Wahlen, Feedbackkultur, Projektarbeit oder Medienbildung und versteht sich ausdrücklich als Ideenpool für eine demokratische Schulkultur.

Das Medium „Demokratiebildung in der Grundschule – Deine Stimme zählt!“ ist eine umfassende Handreichung zur Förderung demokratischer Kompetenzen im Grundschulalter. Es verbindet theoretische Grundlagen mit zahlreichen praxiserprobten Beispielen und zeigt, wie Demokratie im Unterricht, im Schulleben und in der Schulentwicklung lebendig gestaltet werden kann. Thematisiert werden unter anderem Mitbestimmung, Partizipation, Klassenrat, Kinderrechte, demokratische Werte, Konfliktlösung, Feedbackkultur, Projektarbeit sowie die Zusammenarbeit mit Eltern und außerschulischen Partnern. Darüber hinaus enthält das Material rechtliche Grundlagen, Anregungen für die Schulentwicklung und vielfältige Unterrichtsideen, die demokratisches Lernen als durchgängiges Prinzip schulischer Bildung verstehen.

Products

Das Medium eignet sich hervorragend für den Einsatz im Religionsunterricht sowie im fächerübergreifenden Unterricht der Grundschule. Demokratie wird nicht ausschließlich als politisches Thema verstanden, sondern als grundlegende Haltung des respektvollen Zusammenlebens, die sich eng mit religiösen Werten wie Menschenwürde, Gerechtigkeit, Nächstenliebe, Verantwortung und Frieden verbinden lässt. Dadurch eröffnet das Material zahlreiche Anknüpfungspunkte für religiöse Bildungsprozesse und ethische Fragestellungen.

Didaktisch orientiert sich die Handreichung an einem handlungsorientierten und partizipativen Lernverständnis. Lernenden werden vielfältige Möglichkeiten eröffnet, demokratische Prozesse nicht nur kennenzulernen, sondern aktiv zu erleben und mitzugestalten. Gesprächskreise, Klassenrat, gemeinsame Entscheidungsprozesse, Abstimmungen, Projektarbeit und Reflexionsphasen fördern die Entwicklung sozialer, kommunikativer und demokratischer Kompetenzen. Die Lernenden übernehmen Verantwortung für die Klassengemeinschaft, erleben Selbstwirksamkeit und entwickeln die Fähigkeit, unterschiedliche Meinungen wertschätzend wahrzunehmen und gemeinsam tragfähige Lösungen zu finden.

Methodisch bietet das Medium eine große Vielfalt an Unterrichtsformen. Kooperative Lernformen, projektorientiertes Arbeiten, Feedbackverfahren, Lernbüros, Lernlandkarten, Rollenspiele sowie Formen des selbstständigen und eigenverantwortlichen Lernens ermöglichen eine differenzierte Unterrichtsgestaltung. Gleichzeitig unterstützt die Handreichung Lehrkräfte bei der Entwicklung einer demokratischen Lernkultur, in der Beteiligung, Transparenz und Mitverantwortung feste Bestandteile des Unterrichts sind. Die zahlreichen Praxisbeispiele lassen sich flexibel an unterschiedliche Lerngruppen anpassen und sowohl in einzelnen Unterrichtsstunden als auch in langfristigen Unterrichtsvorhaben oder Schulprojekten einsetzen.

Für den Religionsunterricht besitzt das Medium einen besonderen Mehrwert, da demokratische Werte mit christlichen Grundüberzeugungen verknüpft werden können. Die Themen Menschenwürde, Verantwortung für den Mitmenschen, Gerechtigkeit, Frieden, Kinderrechte und Solidarität lassen sich mit biblischen Texten sowie dem christlichen Menschenbild verbinden. Dadurch werden religiöse und gesellschaftliche Bildung miteinander verknüpft und Lernende erfahren, dass demokratisches Handeln Ausdruck gelebter Verantwortung gegenüber Gott, den Mitmenschen und der gesamten Schöpfung sein kann. Die Handreichung unterstützt somit eine werteorientierte Religionspädagogik, die demokratische Kompetenzen nachhaltig fördert und zu einer aktiven Mitgestaltung des schulischen und gesellschaftlichen Lebens ermutigt.


Für den katholischen Religionsunterricht in der Grundschule bietet die Handreichung reichhaltige Anknüpfungspunkte, da Demokratiebildung hier eng mit zentralen theologischen und ethischen Grundüberzeugungen verbunden werden kann. Der Religionsunterricht fragt traditionell nach dem gelingenden Zusammenleben, nach Gerechtigkeit, Verantwortung, Solidarität und nach der unverlierbaren Würde jedes Menschen – Themen, die auch das Fundament demokratischen Handelns bilden. Die Handreichung macht deutlich, dass Demokratie nicht allein kognitiv vermittelt werden kann, sondern vor allem durch konkrete Erfahrungen von Teilhabe, Anerkennung und Selbstwirksamkeit im Schulalltag erlernt wird. Genau hier liegt ein zentrales Potenzial für den Religionsunterricht, der sich als Ort dialogischen Lernens und wertorientierter Orientierung versteht.

Didaktisch empfiehlt sich ein handlungs- und erfahrungsorientierter Zugang, der demokratische Lernformen nicht nur thematisiert, sondern im Unterricht selbst praktiziert. Gesprächskreise, Klassenrat, Abstimmungen oder gemeinsam entwickelte Regeln können im Religionsunterricht bewusst aufgegriffen und theologisch reflektiert werden. Fragen wie „Was ist gerecht?“, „Wer wird gehört?“, „Was bedeutet Verantwortung füreinander?“ oder „Warum ist jede Stimme wichtig?“ lassen sich dabei mit biblischen Erzählungen (z. B. Gleichnisse Jesu, Berufungsgeschichten, Exodus) sowie mit christlichen Grundhaltungen wie Nächstenliebe, Achtung vor dem Anderen und Einsatz für Schwächere verbinden. Die Handreichung unterstützt diesen Ansatz, indem sie Demokratie als Querschnittsaufgabe aller Fächer beschreibt und ausdrücklich auch den katholischen Religionsunterricht als Ort der Partizipations- und Wertebildung nennt.

Methodisch eröffnen die dargestellten Praxisbeispiele vielfältige Umsetzungsmöglichkeiten: Der Klassenrat kann im Religionsunterricht nicht nur als Organisationsform, sondern als Lernort für Konfliktlösung, respektvolle Kommunikation und verantwortliche Entscheidungsfindung genutzt werden. Projekte zu Kinderrechten, zu Fairness oder zu solidarischem Handeln ermöglichen eine altersgerechte Verbindung von religiöser Deutung, ethischer Urteilsbildung und konkretem Handeln. Auch die in der Handreichung thematisierte Medienbildung ist für den Religionsunterricht bedeutsam, etwa im Hinblick auf Wahrheit, Lüge, Fake News oder einen respektvollen Umgang in digitalen Räumen. Hier kann der Religionsunterricht einen reflektierenden Raum bieten, in dem Kinder lernen, Informationen kritisch zu prüfen und ihr eigenes Verhalten an christlich-ethischen Maßstäben auszurichten. Insgesamt unterstützt das Material eine Unterrichtskultur, in der Kinder ernst genommen werden, Verantwortung übernehmen dürfen und erfahren, dass ihre Meinung zählt – eine Erfahrung, die sowohl demokratisch als auch religiös grundlegend ist.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.