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WiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftDavid Käbisch

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David Käbisch

Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung Kmu Der Ekd

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel stellt die Kirchenmitgliedschaftsuntersuchungen (KMU) der Evangelischen Kirche in Deutschland vor, die seit 1972 alle zehn Jahre das Partizipationsverhalten von Kirchenmitgliedern empirisch erforschen. Die KMU gelten als weltweit einzigartige Langzeitstudien, die das empirische Wissen über Erwartungen, Erfahrungen und Enttäuschungen gegenüber kirchlichen Angeboten erweitern. Der Artikel beschreibt die methodische Entwicklung der sechs bisherigen Untersuchungen und diskutiert aktuelle Herausforderungen bei der Interpretation der Daten sowie strategische Dilemmata für die kirchliche Arbeit.

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Die Kirchenmitgliedschaftsuntersuchungen (KMU) der EKD sind seit 1972 eine kontinuierliche Längsschnittstudie zur empirischen Erforschung kirchlicher Partizipationsmuster und werden als kirchensoziologisch weltweit einzigartig bewertet. Die KMU I bis IV (1972-2002) konzentrierten sich auf kirchentheoretische und praktisch-theologische Fragestellungen, während die neueren Untersuchungen (2012, 2022) verstärkt bildungstheoretische und religionspädagogische Perspektiven integrieren. Methodisch haben sich die Untersuchungen kontinuierlich entwickelt und erweitert: von rein quantitativen Verfahren über die Hinzunahme qualitativer Methoden bis zu Netzwerkanalysen und Gruppendiskussionen. Die KMU III markierte einen Wendepunkt durch die Erweiterung um qualitative Ansätze, die Berücksichtigung von Konfessionslosen, die gesamtdeutsche Perspektive nach der Wiedervereinigung und eine genderdifferenzierte Auswertung. Besondere Innovationen der jüngeren Untersuchungen sind die überproportionale Berücksichtigung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen (KMU V) sowie die erstmalige Beteiligung der katholischen Kirche (KMU VI). Ein zentrales Forschungsproblem besteht darin, dass quantitative Verfahren und Zustimmungsquoten möglicherweise nicht adäquat geeignet sind, um Glaube und Religiosität angemessen abzubilden. Kritiker wie Merle, Anselm und Pohl-Patalong argumentieren, dass die KMU VI zu wenig zwischen Religiosität und Kirchlichkeit differenziere und eine einseitig säkularisierungstheoretische Lesart der Daten privilegiere. Johannes Wischmeyer identifiziert drei zentrale organisationale Dilemmata für die kirchliche Reformpraxis: das Verhältnis zwischen innovativen Formaten und professionalisierter Strukturkonzentration, zwischen gesellschaftsdiakonischen Erwartungen und religiösem Auftrag sowie zwischen Innovationsdruck und der Stabilisierung von Hochverbundenen. Die KMU werden vom Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD in Hannover durchgeführt und stellen eine unverzichtbare Datengrundlage für empirisch informierte Praktische Theologie dar.

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